Archiv für August 2011
Rezension zu “Drei Tage im Paradies” von Werner Köhler
18. Aug
Er heißt Faber, Trinidad Faber, doch sein Autor lässt ihn jede Ähnlichkeit mit Max Frischs berühmter Romanfigur sofort dementieren. Sein Name stamme daher, dass er als Kind immer einen weichen Faber-Castell Stift hinter dem Ohr trug, eine Gewohnheit, die er fast unverändert bis in seine vierziger Jahre beibehält. Er hat immer einen Faberstift bei sich.
An die fünfzig ist Trinidad Faber, der Held von Drei Tage im Paradies als er in Santiago de Chile, wo er hingereist ist, um seine sterbende Schwester zum letzen Mal zu sehen, einen Brief seines Vaters erhält.
Die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2011 steht fest
17. Aug
Die Qual der Wahl lag in den vergangenen Tagen bei der siebenköpfigen Autoren-, Kritiker- und Journalisten-Jury des Deutschen Buchpreises, die in den letzten fünf Monaten knapp 200 Titel gesichtet hat, die zwischen Oktober 2010 und September 2011 erschienen sind bzw. erscheinen, um die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2011 zusammenzustellen. Heute wurden die 20 Romane bekanntgegeben, die es auf die Liste geschafft haben und damit für den mit 25.000 € dotierten Preis für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres nominiert sind.
Rezension zu “Titos Brille” von Adriana Altaras
17. Aug
Als ihre Eltern kurz hintereinander sterben und sie in deren verwaisten Gießener Wohnung die Hinterlassenschaft eines ganzen Lebens ordnen muss, da, so nehme ich an, ist in der Schauspielerin Adriana Altaras der Entschluss gereift, das Leben und die Lebensgeschichte ihrer Eltern, deren Bedeutung für ihr eigenes Leben sie bisher nur ausschnittweise begriff, aufzuschreiben.
Eingebettet in ihren Lebensalltag mit einem nichtjüdischen Mann, der schon lange viel Verständnis aufbringt für all die Neurosen der Nachkommen der Holocaust-Überlebenden, ihren Kindern, vielen Freunden und ihrem Beruf als Schauspielerin und Regisseurin erzählt sie in Titos Brille das Leben ihrer Eltern.
Rezension zu “Muslimisch – weiblich – deutsch!” von Lamya Kaddor
16. Aug
Über den Islam wird gegenwärtig viel geschrieben und diskutiert. Es wird angegriffen, verteidigt, unterstellt und entlarvt. Es geht, wie immer, wenn von Religion die Rede ist, um Wahrheit. Aber da die Debatte im demokratisch verfassten Deutschland stattfindet, in dem sich auch die Religionen der Verfassung zu beugen haben, geht es auch um Menschenrechte, um die Rolle der Frauen, Zwangsheiraten und vieles mehr.
Zwei Bücher von islamischen Frauen, die sich als Deutsche verstehen, sind in diesem Jahr erschienen, die man zur Kenntnis nehmen muss, will man die Debatte verstehen und nachvollziehen wie sehr ein aufgeklärter Islam schon in unserer Gesellschaft angekommen ist und wie Menschen, in diesem Fall zwei Frauen, dafür kämpfen und werben, dass das noch mehr geschieht.
50 Jahre Mauerbau
15. Aug
Der 13. August 1961 war ein denkwürdiger Tag. Denn nur knapp zwei Monate nachdem SED-Chef Walter Ulbricht beteuert hatte, niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten, wurde unter Aufsicht von Volkspolizei und Nationaler Volksarmee mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen. Mit Stacheldraht, Panzersperren und spanischen Reitern wurden die Straßen und Gleise nach West-Berlin bereits in der Nacht vom 12. auf den 13. August gesperrt, noch bestehende Verkehrsverbindungen zwischen den beiden Teilen Berlins wurden unterbrochen, die Sektorengrenze nach West-Berlin hermetisch abgeriegelt. Es folgte der mehrere Tage lang dauernde Bau der Mauer, die Deutschland knapp 30 Jahre in zwei Hälften spalten sollte.




