Georg BüchnerDer 1943 im Rom geborene deutsche Schriftsteller Friedrich Christian Delius erhält den diesjährigen Georg Büchner-Preis. Bereits seit 1951 wird der Preis an herausragende Schriftsteller verliehen. Pünktlich zum 60jährigen Jubiläum wird das Preisgeld von 40.000 auf 50.000 hochdotiert. „Als kritischer, findiger und erfinderischer Beobachter hat er in seinen Romanen und Erzählungen die Geschichte der deutschen Bewusstseinslagen im 20. Jahrhundert erzählt“, so die Begründung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Des Weiteren wurden seine souveräne Erzählkunst und seine „politisch hellwachen, ideologieresistenten und menschenfreundlichen Texte“ gelobt. Die Preisverleihung findet am 29. Oktober im Staatstheater Darmstadt statt.

Im Hessen aufgewachsen, veröffentlichte Delius noch als Schüler ab 1961 erste Gedichte. Der Schritt zum Germanistikstudium fiel nicht schwer, und 1970 promovierte er bei Walter Höllerer an der TU Berlin. Zunächst war Delius eine Zeitlang für die Verlage Klaus Wagenbach und Rotbuch tätig, seit 1978 aber arbeitet er als freier Schriftsteller. Seinem ersten veröffentlichten Werk, der Gedichtsammlung Kerbholz, folgten bald zahlreiche weitere, die ihm viele Auszeichnungen mit verschiedenen Literaturpreisen bescherten. Sein neuester Roman Die Frau, für die ich den Computer erfand von 2009 erschien im Januar dieses Jahres als Taschenbuch. Heute lebt Delius in Rom und Berlin.

Stöbern Sie hier in allen Titeln von Büchner-Preisträger Friedrich Christian Delius. Deutscher Buchpreis, Friedenspreis des deutschen Buchhandels, Preis der Leipziger Buchmesse, Jugendliteraturpreis und vieles mehr: hier gibt es Informationen zu weiteren Literaturpreisen.

Hier sehen Sie eine Übersicht über die bisherigen Preisträger des Georg-Büchner-Preises:

1951 Gottfried Benn | 1952 nicht verliehen | 1953 Ernst Kreuder | 1954 Martin Kessel | 1955 Marie Luise Kaschnitz | 1956 Karl Krolow | 1957 Erich Kästner | 1958 Max Frisch | 1959 Günter Eich | 1960 Paul Celan | 1961 Hans Erich Nossack | 1962 Wolfgang Koeppen | 1963 Hans Magnus Enzensberger | 1964 Ingeborg Bachmann | 1965 Günter Grass | 1966 Wolfgang Hildesheimer | 1967 Heinrich Böll | 1968 Golo Mann | 1969 Helmut Heißenbüttel | 1970 Thomas Bernhard | 1971 Uwe Johnson | 1972 Elias Canetti | 1973 Peter Handke | 1974 Hermann Kesten | 1975 Manès Sperber | 1976 Heinz Piontek | 1977 Reiner Kunze | 1978 Hermann Lenz | 1979 Ernst Meister | 1980 Christa Wolf | 1981 Martin Walser | 1982 Peter Weiss | 1983 Wolfdietrich Schnurre | 1984 Ernst Jandl | 1985 Heiner Müller | 1986 Friedrich Dürrenmatt | 1987 Erich Fried | 1988 Albert Drach | 1989 Botho Strauß | 1990 Tankred Dorst | 1991 Wolf Biermann | 1992 George Tabori | 1993 Peter Rühmkorf | 1994 Adolf Muschg | 1995 Durs Grünbein | 1996 Sarah Kirsch | 1997 H.C. Artmann | 1998 Elfriede Jelinek | 1999 Arnold Stadler | 2000 Volker Braun | 2001 Friederike Mayröcker | 2002 Wolfgang Hilbig | 2003 Alexander Kluge | 2004 Wilhelm Genazino | 2005 Brigitte Kronauer | 2006 Oskar Pastior | 2007 Martin Mosebach | 2008 Josef Winkler | 2009 Walter Kappacher | 2010 Reinhard Jirgl