Der Preis der Leipziger Buchmesse 2012 – Die Gewinner

In einer feierlichen Preisverleihung wurden gestern auf der Leipziger Buchmesse die Gewinner des diesjährigen Messe-Preises bekannt gegeben. Vor Hunderten von Zuschauern verkündete die Jury unter Vorsitz von Verena Auffermann, welche drei Gewinner in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung das Rennen um den begehrten Literaturpreis machten.

Wolfgang Herrndorf, SandFür seinen Roman Sand wurde in der Kategorie Belletristik Wolfgang Herrndorf ausgezeichnet. Den Preis des an Krebs erkrankten Autors nahm stellvertretend Robert Koall entgegen, ein enger Freund und Dramaturg seiner Stücke sowie Chefdramaturg am Staatstheater Dresden. Der mitreißende Agententhriller spielt im Nordafrika des Jahres 1972 und erzählt von mysteriösen Dingen, die sich in der Sahara ereignen, während in München Palästinenser des “Schwarzen September” das Olympische Dorf überfallen. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen ermordet, ein Geldkoffer verschwindet, und ein unterbelichteter Kommissar versucht sich an der Aufklärung des Falles. Aus der Jurybegründung: “Ein furioser Abenteuerroman, ein faszinierend verwirrender Antiagenten-Thriller, der so waghalsig wie gekonnt mit verschiedenen Ebenen jongliert.”

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Jörg Baberowski, Verbrannte ErdeIn der Kategorie Sachbuch gewann Jörg Baberowski, der in Verbrannte Erde neue Perspektiven auf die stalinistischen Verbrechen entwickelt und den Leser hinab in die paranoide Welt des sowjetischen Diktators führt. Die Jury urteilte: “Warum wurde der Traum von einer besseren Gesellschaft in Blut ertränkt? Jörg Baberowski beantwortet diese Frage auf neue Weise in einer packenden Gesamtdarstellung der stalinistischen Gewaltherrschaft.”

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Peter Nadas, ParallelgeschichtenMit ihrer Übersetzung von Péter Nádas’ Parallelgeschichten aus dem Ungarischen konnte Christina Viraghs die Jury überzeugen. Als die Parallelgeschichten 2005 in Ungarn erschienen, wurden sie als ein «Krieg und Frieden des 21. Jahrhunderts» begrüßt. Die Jury lobte: “Eine Herkulesaufgabe für einen Übersetzer: Christina Viragh hat für Péter Nádas’ 1700 Seiten umfassenden Roman Parallelgeschichten eine atmosphärisch sehr dichte und genaue, vom Düsteren ins Helle schwingende Sprache gefunden.”

Auch erhältlich als epub eBook.

Alle Gewinner und die übrigen Nominierten finden Sie in unserem Special zum Preis der Leipziger Buchmesse 2012.