Im Gespräch mit Marcus Hünnebeck!

Jetzt mal ehrlich: Ist einem polizeilichen Bürohengst am Schreibtisch schon einmal ein ungeheures Abenteuer widerfahren? – In der Realität nicht wirklich, in vielen Kriminalromanen aber schon. Marcus Hünnebeck jedoch gestaltete seine Romane eher realistisch und kreierte einen Leibwächter namens Stefan Trapp, der nie wirklich weiß, ob die Person, die es zu schützen gilt, lautere Absichten hat oder nicht. Hünnebecks besonders harte“Leibwächter“-Thriller „Im Auge des Mörders“ (Band 1) und „Abschaum“ (Band 2) sind nun auch als eBook erschienen. Im ersten Teil geht es um einen Serientäter, der jungen Frauen auflauert, in ihre Wohnungen einbricht, sie vergewaltigt und nach einiger Zeit wieder aufsucht, um sie zu töten, egal wie gut sie von der Polizei bewacht werden. Die Journalistin Eva Haller wirft der Polizei in ihrem Blog vor, die Frauen nicht ausreichend beschützt zu haben. Sie wendet sich an den Leibwächter Stefan Trapp, den sie während ihrer Recherchen kennengelernt hat. Im zweiten Teil erhält Trapp den Auftrag, den Medienhelden Christoph Engelhart zu schützen. Dieser saß nämlich zur Zeit des Überfalls in einem Café, eben genau in diesem. Engelhart gelang es einen der Täter zu überwältigen und somit die Geiseln zu befreien. Jedoch geriet er als gefeierter Held, der in allen Nachrichten auftauchte, in das Visier der Hintermänner. Zwei wunderbar spannende Fälle rund um Stefan Trapp.

Herr Hünnebeck, Ihre Vita verrät, dass Sie einmal versehentlich polizeilich gesucht wurden – was steckt dahinter?

Als ich noch in Bochum gelebt und studiert habe, wurde dort ein Serientäter mittels DNA-Analyse gesucht. Obwohl es ein recht konkretes Phantombild gab, wurden irgendwann alle zum fraglichen Zeitpunkt in Bochum lebenden Männer zwischen 18 und 35 aufgefordert, eine DNA-Probe abzugeben. Im Begleitzettel der Polizei stand der wunderbare Satz „Mir wird versichert, dass die Probe nach der Auswertung vernichtet wird“. Dort stand nicht, dass sie tatsächlich vernichtet wird. Also weigerte ich mich, eine Probe abzugeben und erhielt einige Monate später einen Besuch der Monheimer Polizei (wo ich zu dem Zeitpunkt lebte). Nach Abgleich des Phantombilds und einem sehr netten Gespräch mit dem zuständigen Kommissar strich man mich von der Liste potenzieller Verdächtiger.

Die Hauptfigur in Ihren Thrillern „Im Auge des Mörders“ und „Abschaum“ ist der Leibwächter Stefan Trapp. Wie sind sie auf diese Figur gekommen und was reizt Sie daran besonders?

Ich war auf der Suche nach einem „serienwürdigen“ Protagonisten, bei dem es sich um keinen Polizisten (alternativ: Privatdetektiv) handelte. Wie wahrscheinlich ist es schließlich, dass einem Schriftsteller, einem Journalisten, einem Bürohengst oder was auch immer ständig spannende Dinge widerfahren? So entstand die Idee, eine Reihe um einen Leibwächter zu entwickeln. Der Reiz liegt unter anderem darin, dass der Leser nie sicher sein kann, ob die beschützte Person lautere Absichten hat.

Das Bogenschießen spielt eine Rolle in den beiden „Leibwächter“-Thrillern, und Sie üben den Sport auch selbst aus. Was fasziniert Sie daran, und wie schlägt sich das in den Romanen nieder?

Bogenschießen ist ein fantastischer Sport, bei dem es auf verschiedene Aspekte ankommt. Unter anderem Technik, Kraft, Atmung, Konzentration. Unter Bogensportlern kursiert ein wunderbarer Spruch: „Wenn Bogenschießen einfach wäre, würde es Fußball heißen“. Ich finde Sportarten schön, bei denen man seine Gedanken fokussieren kann … oder auch mal treiben lässt. Im ersten Roman war es ein zentrales Thema, im zweiten hingegen nur eine Randerscheinung. Also alle, die mit Bogenschießen nichts anfangen können, sollten trotzdem keine Scheu haben, zum eBook zu greifen.

Sie leben im Rheinland, und Ihre Bücher „Im Auge des Mörders“ und „Abschaum“ spielen in Köln und Umgebung – wie wichtig ist der regionale Bezug für Sie als Autor?

Der regionale Bezug ist mir nicht übermäßig wichtig. Er macht das Schreiben lediglich leichter, wenn ich konkrete Orte im Kopf habe, anstatt mir diese auszudenken. Und das Kapitel „Rheinland“ beende ich nach 22 Jahren übrigens, weil ich gerade ganz aktuell nach Leipzig ziehe – und Sie mich quasi zwischen Umzugskartons erwischen.

Was ist der merkwürdigste Ort, an dem Sie je geschrieben haben?

Die Deutsche Bahn – denn da kann man sehr merkwürdige Dinge erleben. Vor allem hanebüchene Erklärungen, warum man wieder einmal seinen Anschlusszug verpasst. Ansonsten bin ich jemand, der am liebsten an seinem Schreibtisch sitzt und sich dort die Geschichten ausdenkt.

Erzählen Sie uns zum Abschluss, wer Ihre Lieblingsautoren sind und warum?

Stephen King, weil er einer der großartigsten Geschichtenerzähler der Welt ist. Außerdem Jeffery Deaver, da er sehr wendungs- und temporeiche Thriller schreibt, an denen ich mich gern orientiere. Und für den Fall, dass Gillian Flynn es schaffen sollte, weitere Romane von der Qualität der ersten Werke zu verfassen, würde ich sie in diese Liste aufnehmen.

Außerhalb des Spannungsgenres gefallen mir die Zamonien-Bücher von Walter Moers herausragend. Besonders jene, die von dem legendären Dirk Bach vertont worden sind.

Vielen Dank für das Interview!

Das eBook „Im Auge des Mörders“ im Shop downloaden.

Das eBook „Abschaum“ im Shop downloaden.

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