Im Gespräch mit Verlegerin Beate Kuckertz über den Erfolg des dotbooks-Verlag

beate_kuckertz_72dpi-kleinVerlegerin Beate Kuckertz spricht im Interview über den großen Erfolg ihres dotbooks-Verlags. Grund hierfür sind besonders die Bandbreite an Genres, die „dotbooks“ als eBooks anbietet. Dabei unterscheiden sich die eBook-Bestseller nicht sonderlich von den Hardcoverbuchbestsellern, die in den Buchhandlungen zu finden sind. Wie der Verlag neue Autoren finden, wie hoch die Produktionskosten sind und wie „dotbooks“ zu solch einem großen eBook-Verlag werden konnte, erfahrt ihr hier im Interview.

Vom Startup zum Erfolgsmodell: Sie haben dotbooks 2012 gegründet und wurden schnell zum erfolgreichsten reinen eBook-Verlag Deutschlands. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Beate Kuckertz: „dotbooks ist programmatisch sehr breit aufgestellt – bei uns findet jeder Leser das richtige Buch für seine persönliche Lesestimmung, vom hochspannenden Thriller über die gefühlvolle Liebesgeschichte bis zum Fantasyroman oder Jugendbuch. Wir profitieren natürlich davon, dass uns viele bekannte Autorinnen und Autoren – zum Beispiel Hera Lind und Tanja Kinkel, Wolfgang Hohlbein und Gabriella Engelmann, um nur einige Beispiele zu nennen – ihre Werke anvertraut haben. Und wir sind sehr stolz darauf, dass wir bereits zahlreiche neue, unbekannte Autoren zu Bestsellerehren führen konnten: Sebastian Niedlich zum Beispiel, Anna Valenti und ihre ‚Sternentochter‚-Tetralogie, Turhan Boydak und seine Thriller.“

Man merkt Ihnen die Begeisterung für Ihre eBooks an …

„… und ich könnte stundenlang weiterreden – schließlich haben wir bereits über 1.800 Titel veröffentlicht.“

Ein sehr umfangreiches Programm – und vermutlich jede Menge Arbeit?

„Das führt mich direkt zu unserem zweiten Erfolgsfaktor: dotbooks hat ein hervorragendes Team, das nicht nur mit Leidenschaft bei der Sache ist, sondern auch das Know-how aus verschiedenen Verlagen vereint – bei uns sind oder waren Kollegen aktiv, die bei Heyne, Droemer Knaur, Dumont, Piper und Ullstein gelernt haben.

Außerdem ist es uns wichtig, zu unseren Lesern ein persönliches Verhältnis zu pflegen, beispielsweise über unsere Aktivitäten auf unserem Blog oder bei Facebook. Und in unseren Büchern findet sich der Hinweis, dass wir Leser gerne über weiteren Lesestoff informieren. Über die eMail-Adresse lesetipp@dotbooks.de kann sich jeder Lektüretipps geben lassen – direkt aus unserem Lektorat. Auch dadurch kommen wir immer wieder mit unserer Zielgruppe ins Gespräch … und das macht uns nicht nur erfolgreich, das macht uns vor allem jede Menge Spaß.“

Welche Art von Büchern „funktioniert“ besonders gut als eBook?

„Der eBook-Markt funktioniert so, wie es der Taschenbuchmarkt über viele Jahrzehnte tat – was bedeutet, dass es besonders die klassischen Stoffe sind, die sich hervorragend verkaufen. Zu den erfolgreichsten Titeln in der dotbooks-Geschichte gehören daher die ‚Jeremias-Voss‚-Krimis von Ole Hansen, die Frauensaga ‚Schneetänzerin‚ von Judith Nicolai und der gefühlvolle Roman ‚Der Duft von Rosmarin und Schokolade‚ von Tania Schlie.“

Findet man bei dotbooks also nur die klassische Genre-Ware?

„Wenn Sie ‚klassische Genre-Ware‘ als Synonym für populäre Unterhaltung verstehen, dann auf jeden Fall. Wir leisten uns aber den Luxus, manchmal auch Bücher ins Programm zu nehmen, die keinen kommerziellen Erfolg erahnen lassen. Unser Programmleiter hat sich beispielsweise stark gemacht für ‚Der Duft der Seerosen‚ von Kirsten John, eine berührende Geschichte aus der Zeit des Dritten Reichs – mir war klar, dass man damit nicht die Bestsellerliste stürmen würde, habe mich aber gerne von seiner Begeisterung mitreißen lassen. Umso mehr freue ich mich, dass der Roman sich zu einem Steadyseller entwickelt hat, einem Buch also, dass sich über einen langen Zeitraum gut verkauft. Dasselbe wünsche ich mir auch für meinen Krimi-Geheimtipp, der mit vielen Gesetzen des Genres bricht: ‚Der Nuttenmörder‚ von Patrick Pankow ist deutlich ‚dreckiger‘, als es der Mainstream-Markt heute erwartet. Und auch hier merke ich, dass unser Mut, in diesen Titel zu investieren, sich langsam auszuzahlen beginnt.“

Das hört sich tatsächlich nach einem spannenden Programm an …

„Wir werden um unsere Spitzentitel von vielen Verlagen beneidet – auf der Messe habe ich wieder Verleger getroffen, die selbst gerne einen Erfolg wie ‚Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens‚ von Sebastian Niedlich unter Vertrag genommen hätten.“

Wo und wie finden Sie solche Autoren?

„Meine Mitarbeiter und ich haben ein breites Netzwerk, zu dem beispielsweise Agenten gehören, die mit uns genauso selbstverständlich zusammenarbeiten wie mit Print-Verlagen. Viele neue Talente kommen auch über Mundpropaganda zu uns, also auf Vermittlung von Autoren, die bereits bei uns unter Vertrag und zufrieden mit unserer Leistung sind. Und nicht zuletzt prüfen wir sehr bewusst alles, was uns unverlangt angeboten wird, beispielsweise über unsere Website.“

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

„Natürlich wünsche ich mir, dass wir erfolgreich bleiben – und dass die Leserinnen und Leser weiterhin so begeistert von unserem Programm sind.“

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