Unser Lesetipp: „Farbenblind“

In Südafrika galt noch bis 1994 das Apartheidsgesetz, also das Gesetz der Rassentrennung. Eine schreckliche und Menschen unwürdige Epoche, die ihre Hochphase in den 1940ern hatte. Es gab nicht nur verschiedene Bereiche für unterschiedliche Rassen, sondern es existierte auch das Gesetz, dass weißhäutige Menschen keine schwarzhäutigen Menschen heiraten durften. Und genau das geschah, als Trevor Noah 1984 auf die Welt kam. Er wurde als Sohn einer südafrikanischen Mutter und eines schweizerischen Vaters geboren, als Kind, das damals laut Gesetz gar nicht hätte existieren dürfen. Trevor musste sich durch die Armut kämpfen und sich gegen rassistische Übergriffe wehren. Seine Kindheit war ein Kampf. Jedoch fand er wenigstens bei seinen „farbenblinden“ Eltern Trost, die bemüht waren sämtliche Trennungen zwischen verschiedenen Ethnien und ebenso Geschlechtern zu überwinden.

Erst 2011 zog Noah in die USA und trat dort in einigen Talkshows als Comedian auf. Denn trotz all der Härte hat Noah weder sein Lächeln noch seinen Witz verloren und das ist zum größten Teil der Verdienst seiner Eltern, die die Fähigkeit besitzen, einen Menschen als Menschen zu betrachten, unabhängig von seiner Herkunft oder Hautfarbe. Richtig berühmt wurde Noah erst während der amerikanischen Präsidentschaftswahl von Donald Trump, denn die begleitete er mit bissig-witzigen Kommentaren. Dies machte ihn nunmehr zu einem unverzichtbaren Satiriker der „The Daily Show“, die er seit 2015 leitet. Aus der amerikanischen Fernsehlandschaft ist Noah einfach nicht mehr wegzudenken.

Obwohl das Apartheidsgesetz offiziell 1994 abgesetzt wurde, bleibt der Gedanke über die Rassentrennung im Denken mancher Menschen bestehen. Die rassistischen Übergriffe, die Noah in seiner Kindheit erfuhr, sind nicht damit beendet, weil er jetzt erwachsen, auf einen anderen Kontinent gezogen und erfolgreich ist. Auch heute noch muss er sich diesem falschen Denken und den daraus resultierenden Taten stellen. Er und Millionen andere Menschen mit anderer ethnischen Herkunft.

Mit seinem im März 2017 in Deutschland erschienenen Buch „Farbenblind“ versucht Trevor Noah die vorbildlichen Ansichten und Einstellungen seiner Eltern weiterzutragen. Jeder Mensch ist ein Mensch und sollte mit dem gleichen Respekt in der Gesellschaft behandelt werden, ohne eine Andersartigkeit festzustellen und auszugrenzen. Noah möchte die Ansichten seiner Eltern, die er selbst übernommen hat, an die Gesellschaft weiterzugeben, um sie in erster Linie verstehen zu lassen, dass die ethnischen Unterschiede keinerlei Bedeutung spielen sollten, wenn es darum geht, mit einem Menschen in Dialog zu treten. Es geht darum, wie wertvoll jeder einzelne Mensch ist, und dass nun die Zeit gekommen ist, um die vorherrschenden Einstellungen einmal zu überdenken und die alten, ausgedienten Denkmuster endlich neu zu überdenken.  Mit „Farbenblind“ beschreibt Noah seine eigene schwere Kindheit über Identitätslosigkeit, Rassismus und ein Leben in Armut und wie er dennoch den Mut gefunden hat, weiterzumachen, an das Gute zu glauben und besonders bejahend seiner eigenen Zukunft gegenüber zutreten.

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