»Wenn man der Liebe die Tür verschließt, versucht sie, durchs Fenster hereinzukommen.« Karine Lambert über ihren Roman Das Haus ohne Männer

Wovon handelt ihr Roman Das Haus ohne Männer?
Was, wenn das Leben nicht so verläuft, wie man es sich erträumt hat? Wenn man nicht das klassische Paarleben lebt, das man sich vielleicht einmal vorgestellt hat? Dieser Roman erzählt von der Schwierigkeit zu lieben, von Lebensentscheidungen, Brüchen im Leben und von der Sehnsucht nach Glück.

Ein Haus voller Frauen, die der Liebe abschwören – wie kamen Sie auf diese Idee?
Ich habe eine Frau getroffen, die fünfundzwanzig Jahre zuvor den Männern abgeschworen hatte. Ich fand das verrückt! Sie strahlte und wollte sich um nichts in der Welt in ihrer Entscheidung beirren lassen. Noch verrückter! Zwei Nachbarinnen hatten es ihr gleichgetan. In der Nacht nach dieser Begegnung träumte ich von einem Wald solcher Häuser, der immer weiter wuchs. Als mein Roman veröffentlicht werden sollte, wollte ich dieser Frau sagen, wie sehr sie mein Leben verändert hatte. Und tatsächlich war sie bis über beide Ohren verliebt …

Das Haus liegt mitten in Paris und ist gleichzeitig sehr idyllisch. Wie würden Sie die Atmosphäre beschreiben
Dieses Haus bedeutet, Freundschaft immer in Reichweite zu haben, selbst mit Hausschuhen. Und wie eine der Mieterinnen sagt: „Wenn man auf Diät ist, setzt man sich nicht in ein Pralinengeschäft.“

Würden Sie uns die Bewohnerinnen vorstellen?
Das sind Giuseppina Volpino (1. Stock), Juliette Kazan (2. Stock), Simone Bazin (3. Stock), Rosalie Labonté (4. Stock) und die Eigentümerin, genannt „die Königin“ (5. Stock). Die Königin ist 75 Jahre alt, eine ehemalige Primaballerina und große Verführerin. Sie macht die Regeln, sie ist am entschlossensten. Ihre Mieterinnen unterscheiden sich in Alter, Herkunft, Beruf, familiärem Hintergrund, selbst in ihren Interessen und Charakteren. Sie alle eint nur die Entscheidung, keine Männer in ihr Leben zu lassen, und damit sind sie zufrieden. Bis Juliette einzieht …

Was bedeutet Juliettes Ankunft?
Juliette gefällt die warmherzige Atmosphäre dieses Bienenstocks, bis auf ein Detail: dass Männer verboten sind. Denn Juliette hat den Männern nicht abgeschworen, im Gegenteil. Die Ankunft dieser neuen Mieterin wird das Gleichgewicht durcheinander bringen, die Gründe für den Verzicht zutage fördern und den Entschluss der Frauen auf die Probe stellen. Wird Juliette die Sicherheit ihrer Nachbarinnen ins Wanken bringen oder auch selbst abschwören?

Ein Leben ohne Männer, ist das eine sehr zeitgemäße Form?
Statt sich zu beschweren oder traurig und allein in der Ecke zu sitzen, erfinden die Frauen in meinem Roman ein eigenes Lebensmodell und entscheiden sich für ein Zusammenleben verschiedener Generationen. Das ist ihre Art, wieder auf die Füße zu kommen, und das ist es, was mir zeitgemäß erscheint.

Bei allem Humor schreckt dieser Roman vor Tragik nicht zurück. Warum haben Sie entschieden, diesen Stoff nicht nur als romantische Komödie zu erzählen?
Weil das Leben keine romantische Komödie ist J Das Leben hat alle Farben und der rote Faden, der mein Schreiben durchzieht, ist die Fähigkeit der Menschen, sich in der Not neu zu erfinden.

Wie lange haben Sie an diesem Roman geschrieben?
Einen Moment, ein Jahr und ein Leben. Der Moment, das ist die Idee, der Funke. Ein Leben, das ist das trockene Holz: alle Gefühle, alle Beobachtungen, Lektüren, das Gelebte. Ein Jahr, das ist das Holz, das ich zusätzlich gesucht habe: Interviews, das Schreiben bei Tag und bei Nacht, um das Feuer zu nähren, und natürlich die Kraft der Vorstellung.

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