Winfried Stanzick
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Beiträge von Winfried Stanzick
Rezension zu “Das Lied der Stare nach dem Frost” von Gisa Klönne
06. Apr
Sie kann nicht nur Krimis. Die Schriftstellerin Gisa Klönne hat mit ihrem neuen Buch einen deutsch-deutschen Familienroman geschrieben, in dem sich eine Musikerin auf die Suche nach ihren Wurzeln begibt.
Er handelt von der Barpianistin Rixa Hinrichs, die nach dem Tod ihres Bruders vor 12 Jahren mitten im Winter diese Jahreszeit meidet und vorzugsweise in wärmeren Gegenden durch die Welt reist und sich notdürftig über Wasser hält. Genau in dem Augenblick, wo es ihr auch durch eine neue Bekanntschaft auf den Seychellen etwas besser geht, erhält sie die Nachricht vom Tod ihrer Mutter. Sie ist mit dem Auto verunglückt, fast genau an der Stelle, an der auch vor einen Dutzend Jahren der Bruder gestorben war.
Rixa fliegt zurück nach Deutschland, um sich um den Nachlass
Rezension zu “Wo wir uns finden” von Patrick Findeis
02. Apr
Schon in seinem viel beachteten und von der Kritik sehr gelobten Debütroman „Kein schöner Land“ hatte der 1975 geborene und in Berlin lebende Schriftsteller Patrick Findeis einen fast unlösbaren Konflikt zwischen den Generationen beschrieben, und den Rezensenten. Trotz einer stellenweise fast poetischen Sprache. erschüttert über die Tristesse und die Hoffnungslosigkeit im Leben seiner Protagonisten zurückgelassen.
Auch in seinem zweiten Roman „Wo wir uns finden“ wählt er einen Titel, der ein altes Volkslied zitiert und schon damit wieder den fast schmerzhaften Widerspruch zwischen einer romantischen Verheißung und der Zerstörung der Außen- und Innenwelt seiner Protagonisten deutlich macht.
In insgesamt vier Kapiteln mit vielen Vor- und Rückblenden, die die Aufmerksamkeit des Lesers erfordern, erzählt Findeis in seinem neuen Roman die Geschichte vom verlorenen Sohn aus dem Lukasevangelium
Rezension zu “Luftholen” von Oliver Wnuk
27. Mrz
In seinem zweiten Roman legt der bekannte und erfolgreiche Schauspieler Oliver Wnuk ein in weiten Teilen sehr überzeugendes Beispiel dafür vor, dass er nicht nur die Texte und Drehbücher anderer gut interpretieren kann, sondern dass er literarisch ansprechende Texte auch selbst schreiben kann.
Der spannende Roman, der seinen Leser bis zum Schluss nicht aus seiner Faszination entlässt, erzählt von dem Bademeister Josch. Auf drei Jahrzehnte seines Lebens blickt er zurück, eine Zeit, in der nicht alles zum Besten war und vieles in seinem Leben gescheitert ist. Auch in der Gegenwart hat er durchaus ein Bewusstsein dafür, dass Etliches in seiner Lebensordnung gestört ist und dass er eigentlich so nicht leben möchte. Dieses Schicksal, so glaubt der Rezensent, der solche Phasen in seinem eigenen Leben kennt
Rezension zu “Die Sekte der Engel” von Andrea Camilleri
25. Mrz
Der durch seine Montalbano-Krimis in Deutschland sehr bekannt gewordene, in Rom lebende sizilianische Schriftsteller Andrea Camilleri überrascht mich jedes Jahr aufs Neue mit neuen Büchern. Nicht nur dass er im Alter von mittlerweile 88 Jahren immer noch neue, spannende und kritische Bände mit Salvo Montalbano schreibt und veröffentlicht. Ihm gelingt es auch, zusätzlich zwei bis drei historische Romane zu schreiben, die sich nicht weniger spannend und unterhaltsam lesen wie die Krimis und die meist, trotz ihres oft über einhundert Jahre alten historischen Stoffs für den kritischen Leser voller Anspielungen stecken auf die gegenwärtige Politik, Kultur und Gesellschaft in Sizilien und in Italien.
Auch die Handlung des vorliegenden Romans „Die Sekte der Engel“ hat er historischen Quellen entnommen, sie jedoch „bewusst so verzerrt dargestellt, dass sie
Rezension zu “Das Lächeln meiner Mutter” von Delphine de Vigan
21. Mrz

Mit viel Mut und großer Sensibilität nähert sich die französische Schriftstellerin Delphine de Vigan in ihrem neuen Roman dem Schicksal nicht nur ihrer Mutter Lucile, sondern auch einer geheimnisvollen Familiengeschichte voller Höhepunkte und dramatischer Lebensläufe.
Der französische Originaltitel „Rien ne s’óppose a la nuit“ (Nichts steht der Nacht entgegen) ist viel poetischer und passt zum Inhalt des Buches besser als der deutsche. Er ist einem Chanson entnommen, das die Autorin während des schwierigen Schreibens dieses Buches immer begleitet hat.
Warum, das ist die quälende Hauptfrage des Buches, warum hat sich Lucile, diese schöne und besondere Frau, umgebracht? Warum hat sie sich dafür entschieden, freiwillig aus dem Leben zu gehen? Seit dem Tag, als dies geschah, konnte ihre Tochter Delphine nicht ruhen, bis sie auf diese




