Winfried Stanzick
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Beiträge von Winfried Stanzick
Rezension zu “Die Erdfresserin” von Julya Rabinowich
24. Feb
Julya Rabinowich, 1970 in St. Petersburg geboren und 1977 mit ihrer Familie nach Wien geflüchtet, wurde dort schon mit ihrem Debüt „Spaltkopf“ von der Kritik gefeiert und mit Preisen überhäuft. Auch ihr zweites Buch „Herznovelle“, einer immer wieder von Traumsequenzen und lyrischen Passagen unterbrochenen Erzählung, die nicht anderes tut, als in dramatischen Worten die große Sehnsucht zu formulieren nach einem glücklichen und sinnvollen Leben vor dem Tod, wurde sehr gelobt, auch wenn es etliche eher abfällige Kritiken gab, die die Novelle mit einem literarisch etwas höherwertigen Arztroman verglichen haben.
Diesen Kritikern antwortet sie an einer Stelle in ihrem neuen hier vorliegenden Roman „Die Erdfresserin“, der die Geschichte einer jungen, sehr gebildeten Frau aus der ehemaligen Sowjetunion erzählt, die ihre Heimat verlässt, um im Westen in
Rezension zu “Wir sind doch Schwestern” von Anne Gesthuysen
22. Feb

Dieser wunderbare Roman von Anne Gesthuysen über ihre drei alten Tanten ist, das sei schon zuvor gesagt, eine der unterhaltsamsten Bücher gewesen, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Gute Unterhaltung auf hohem sprachlichen Niveau und gleichzeitig an den Lebensgeschichten der drei Schwestern Gertrude, Paula und Katty fets gemacht, eine interessante und lehrreiche Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Sie sind alle zusammengekommen, um den 100. Geburtstag von Gertrude würdig zu feiern und die jüngste Schwester Katty (84) hat die Planung in die Hand genommen. Zwar wollen sie zusammen feiern, doch ihre gemeinsame Vergangenheit, die schon seit Jahrzehnten immer wieder zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen führte, taucht wieder auf. In längeren Episoden gelingt es Anne Gesthuysen hervorragend und überaus spannend, dem Leser Stück für Stück zu zeigen,
Rezension zu “Die Frau, die vom Himmel fiel” von Simon Mawer
18. Feb
Schon lange zählt der britische Schriftsteller Simon Mawer auf der Insel zu den literarischen Geheimtipps und hat es mit seinem Roman „The Glass House“ sogar auf die Shortlist des Bookerpreises geschafft.
Seinen neuen hier vorliegenden Roman „Die Frau, die vom Himmel fiel“ darf man mit Fug und Recht als würdigen Nachfolger bezeichnen. Er führt seine Leser in die Zeit des Zweiten Weltkriegs in Europa und erzählt die Geschichte einer jungen Frau namens Marian Sutro, die als Agentin der Briten ins von den Nazis besetzte Frankreich geschmuggelt wird.
Marian Sutro ist eine gebildete junge Diplomatentochter, die schon vor dem Krieg in ihrer Jugend lange Jahre in Paris und vor allem in Genf verbracht hat und die deshalb fließend Französisch spricht. Während dieser Zeit in Paris hatte
Rezension zu “Die Schriften von Accra” von Paulo Coelho
13. Feb

Auf dieses neue Buch von Paulo Coelho war ich sehr gespannt, denn seine letzten Romane haben mich nicht immer vollständig überzeugt.
Doch mit „Die Schriften von Accra“, das sei gleich zu Anfang bemerkt, ist er wieder zu seinen eigenen Quellen zurückgekehrt, die ihn seit dem Buch „Der Alchimist“ so berühmt gemacht haben und die Millionen von Lesern nicht nur ein unvergessliches Leserlebnis gaben, sondern vielen davon auch wertvolle Schätze spiritueller Kraft für sich selbst schenkten. Viele Menschen sind durch die spirituellen Texte Coelhos zu einem anderen Selbstverständnis und Weltverständnis gelangt, haben die Kraft der Religion bzw. der philosophia perennis für ihr Leben entdeckt und leben es seitdem bewusster, mit mehr Liebe und mit mehr Verständnis für die göttliche Liebe, die in allem ist, was uns
Rezension zu “Du und ich” von Niccolo Ammaniti
24. Jan
In seinem kurzen, doch nicht weniger intensiven neuen Roman „Du und ich“ erzählt der italienische Schriftsteller Niccolo Ammaniti die Geschichte eines langsamen Erwachsenwerdens. Es ist die Geschichte des vierzehnjährigen Lorenzo, einem introvertierten Jugendlichen, der nur für sich lebt und keine Freunde hat. Sehr zum Leidwesen seiner Eltern, die ihn deswegen auch schon etlichen Ärzten vorgestellt haben. Lorenzo hat gelernt, wie er sich verhalten muss: „Mich abseits halten, aber nicht zu sehr, sonst fiel ich auf.“
Er spürt die Unzufriedenheit seiner Eltern, die ihn in eine renommierte Privatschule schicken und sich wünschen, dass er Freunde finde. Um ihnen eine Freude zu machen und sich selbst für eine Zeit den Rücken frei zu halten, gibt er eines Tages vor, von einer Clique in der Schule eingeladen worden zu sein…




