“Wer hat eigentlich die Ringe?” Hochzeitstipps vom Profi Thomas Sünder

Cover-Wer-hat-eigentich-die-Ringe-mit-CTAKennen Sie schon die 10 Gebote für Trauzeugen? Hochzeits-DJ Thomas Sünder verrät in seinem Buch “Wer hat eigentlich die Ringe?” und hier im Interview jede Menge Tipps und Tricks für Trauzeugen und Trauzeuginnen, mit denen garantiert nichts mehr schief geht. Und mit denen man es sich vor allem nicht mit den Brautleuten verscherzt!

Denn eines werden Trauzeugen schnell merken: Das Amt besteht nicht nur aus der Planung eines glorreichen Jungesellen/innen-Abschied – Es warten eine Menge Aufgaben und Pflichten, die aber richtig Spaß machen – vorausgesetzt wenn man weiß, wie man sie bewerkstelligt. Für alle, die im Amt als Trauzeuge bislang vor allem Stress und Panik erlebt haben, ist dieses Buch…

Teil 1): Thomas Sünder über seine Arbeit als Schriftsteller und Hochzeits-DJ:

Was tun Sie lieber, als DJ arbeiten oder Bücher schreiben?thomas-Suender

Ich habe schon als Teenager geschrieben und werde es noch als alter Mann tun. Ich werde mir aber gewiss nicht unbegrenzt die Nächte auf Partys um die Ohren schlagen und so tun, als wäre ich jung. Meine Tage als DJ sind gezählt, und ich freue mich auf neue berufliche Herausforderungen.

Ertragen Sie Hochzeiten eigentlich noch?

Ich liebe Hochzeiten. Auch nach zwölf Jahren in der Branche mit über 500 Feiern, fiebere ich mit jedem Brautpaar mit. Da mittlerweile alle meine Kunden mein Buch Wer Ja sagt, darf auch Tante Inge ausladen gelesen haben, muss ich kaum noch Pannen miterleben.

Gab es in Ihrer Zeit als Hochzeits-DJ ein persönliches Highlight?

Einmal baten die Brautleute bereits gegen 19:30 Uhr um den Eröffnungstanz. Es wurde dann bis 4 Uhr früh durchgefeiert. Diese mehr als acht Stunden purer Energie strengten mich weniger an, als langatmige Feste, wo viel geredet und wenig getanzt wird.

Wie kamen Sie auf die Idee zu Ihrem ersten Buch?

Immer wieder beobachtete ich bei meinen DJ-Einsätzen dieselben Hochzeitskatastrophen und fragte mich, wie man das besser machen kann. Ich begann, meinen Kunden entsprechende Tipps zu geben. In der Praxis konnte ich mich dann davon überzeugen, dass sie funktionieren. Damit alle Brautpaare etwas davon haben, verfasste ich meinen ersten Hochzeitsratgeber.

An welchem Buch arbeiten Sie gerade?

Am ersten Ratgeber für Trauzeugen.

Welche Szene war bisher am schwierigsten zu schreiben?

Keine, es läuft wie von selbst. Ich hatte von Anfang an eine klare Vorstellung, welche Themen das Buch enthalten soll. Neben meiner persönlichen Erfahrung lieferten mir Gespräche mit Brautleuten und Trauzeugen tollen Input.

Welche Leser wird Ihr Buch ansprechen?

Trauzeugen und alle Hochzeitsbegleiter, die Brautleute bei ihrer Feier unterstützen.

Haben Sie bestimmte Rituale beim Schreiben?

Das Wichtigste ist, mich nicht unterbrechen zu lassen, wenn die Worte erst mal fließen. Manchmal weiß ich danach selbst nicht, wie sich plötzlich die Seiten gefüllt haben.

Wie strukturieren Sie Ihren Tagesablauf?

Gar nicht. Der große Luxus meiner Selbständigkeit ist, dass ich genau dann spontan arbeiten kann, wenn ich inspiriert bin. Unangenehme Verpflichtungen des Alltags erledige ich sobald wie möglich, damit ich einen freien Kopf habe.

Würden Sie uns einen Ihrer Lieblingsautoren nennen?

Sehr inspiriert hat mich zuletzt Irvin Yalom, und den größten Lesespaß hatte ich mit den Romanen von Joachim Meyerhoff.

Lesen Sie Sachbücher?

Ständig. Jeder und jede Deutsche meiner Generation sollte Kriegsenkel von Sabine Bode lesen, um unsere Eltern, uns und unsere Gesellschaft besser zu verstehen. Sehr beflügelt hat mich Hoffnung Mensch von Michael Schmidt-Salomon. Es hat mir trotz internationaler Krisen und Skandale gezeigt, was die Menschheit alles erreicht hat und welche Herausforderungen wir noch meistern können.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Selbststeuerung: Die Wiederentdeckung des freien Willens von Joachim Bauer.

Was ist Ihre persönliche Lebensphilosophie?

Frei nach Nietzsche: Lebe jeden Tag so, dass du ihn bis in alle Ewigkeit genauso wiederholen würdest.

Nutzen Sie soziale Netzwerke?

Nein. Diese Plattformen haben mir in der Vergangenheit viel Zeit und Konzentration geraubt. Ständig wurde ich von fremden Menschen ungefragt mit Inhalten bombardiert. Die Erwartungshaltung anderer, auf Abruf verfügbar zu sein und möglichst schnell zu antworten, hat mich gestresst. Seit ich alle Konten gelöscht habe, geht es mir besser. Zumal die Datenschutzrichtlinien von Facebook und Co absolut indiskutabel sind. Der beste Weg, mich zu erreichen, ist und bleibt E-Mail. Diese lese und beantworte ich in Ruhe, wenn ich Zeit habe.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit?

Ich reise gerne, gehe spazieren, genieße die Natur – am liebsten gemeinsam mit meiner Frau Sylvia. Wir sind aber auch Stadtmenschen und lieben Kino, Kultur und leckeres Essen in schönen Restaurants. Wenn wir die gemütliche Couch nicht verlassen wollen, lesen wir oder schauen Serien, Dokumentationen und Filme.

Wollen Sie Ihren Lesern einen kurzen Gruß schreiben? Wir würden uns freuen!

Liebe Trauzeugen und Hochzeitsbegleiter: Ohne Euch wird das alles nix! Also ran an den Speck und unterstützt Eure lieben Brautleute. Sie zählen auf Euch. Ich verspreche Euch: Wenn Ihr die Tipps in meinem neuen Buch umsetzt, wird Euer Ehrenamt wirklich Spaß machen.

 

Teil 2): Ultimative nützliche Tipps und Tricks für Trauzeugen vom selbsternannten Hochzeitsprofi:

Peinlich, peinlicher, Junggesellenabschied: Viele angehende Brautleute werden beim JGA mit Späßen unter der Gürtellinie blamiert. Was am Ende übrig bleibt, sind meist nur Kopfschmerzen vom vielen Schnaps und die Blamage. Bitte erspart ihnen das! Nutzt den einmaligen Event lieber für einen schönen Ausflug, an den sich alle ein Leben lang mit Freude erinnern werden!

Dies sind die 5 überflüssigsten Aktionen am JGA, die Ihr unbedingt vermeiden solltet:

  • Obszönen Trash aus dem Bauchladen verkaufen
  • Küsse an Passanten verkaufen
  • peinliche T-Shirts und Perücken tragen
  • Besuch einer Strip-Show
  • Besuch einer Karaoke-Bar

5 Ideen für schöne Kurztrips am JGA – da ist für jeden Geldbeutel was dabei!

  • Städtereise
  • Naturerlebnis wie Camping, Trekking oder Wanderung
  • Wellness-Hotel
  • Ferienwohnung im Grünen
  • Bootsfahrt

Wer hat eigentlich die Ringe?: Nervosität gehört bei Trauzeugen dazu – so eine Hochzeit ist ja auch für Euch ein großer Tag! Damit sie nicht zu Vergesslichkeit führt, solltet Ihr eine Checkliste vorbereiten und sie Punkt für Punkt abhaken.

5 Dinge, die Ihr für die Trauzeremonie auf keinen Fall vergessen solltet:

  • gültigen (!) Personalausweis oder Reisepass
  • Eheringe (falls vom Brautpaar erbeten)
  • Führerschein (für alle Fälle, auch falls Ihr nicht mit Eurem Pkw anreist)
  • Handy stummschalten
  • tränentaugliche Taschentücher

Böse Überraschungen abwenden: Eine Brautentführung endete einst mit einem Großeinsatz der Polizei, weil die mit Masken und Spielzeugpistolen bestückten „Entführer“ von Nachbarn für echt gehalten wurden. Damit Eure Braut nicht im Knast oder in der Nervenheilanstalt landet, lasst solchen Unsinn bitte nicht zu!

5 Überraschungen von Gästen, die Ihr verhindern solltet:

  • Brautentführung
  • Spaßtombola mit Preisen wie Candle-Light-Dinner für zwei = eine Kerze
  • illegales Feuerwerk im Freien
  • Ehequiz mit unpersönlichen Fragen aus dem Internet
  • Versteigerung des Strumpfbandes der Braut und sonstiger sexistischer Nonsens

Bei wem nun noch Fragezeichen offen sind – dem legen wir sehr die ausführliche Lektüre von Thomas Sünders “Wer hat eigentlich die Ringe?” ans Herz 🙂

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