Bloggerinterview mit Alexandra vom „Bücherkaffee“

Vom neuen Design unseres Blogs haben wir uns zu neuen Themen-Ideen inspirieren lassen. Gerne möchten wir den Blog zukünftig auch dafür nutzen, Literaturblogger vorzustellen, die ihre Leserschaft voller Herzblut und Leidenschaft mit Rezensionen und Buchtipps versorgen.

Bücherkaffee_headerDie Reihe startet heute mit Alexandra vom Blog Bücherkaffee, die sich Zeit genommen und aus dem Nähkästchen geplaudert hat!

Welches Buch liest du zurzeit?

Aktuell lese ich „Der Architekt des Sultans“ von Elif Shafak und lasse mich ins Istanbul des 16. Jahrhunderts entführen. Es geht um den jungem Inder Jahan, der nach Istanbul reist, um dem Sultanpalast  im Auftrag des Schahs einen seltenen weißen Elefanten zu übergeben. Da dieser Elefant sein bester Freund ist und er ihn nicht im Stich lassen möchte, bleibt er da und kümmert sich weiterhin um ihn und Gerät somit in ein episches Abenteuer. Er begegnet dem Hofarchitekten Sinan, der ihn unter seine Fittiche nimmt und ihm die Regeln der Architektur beibringt und gemeinsam bauen sie wundervolle Paläste und Moscheen. Aber Krieg, Zerstörung und Intrigen trüben das Glück…  Das Buch ist ein wahrer Genuss, die Sprache unglaublich bildgewaltig und der orientalische Flair hat mich vollkommen gefangen genommen.

Wie viele Bücher liest du pro Woche?

Oh, das ist vollkommen unterschiedlich. Das hängt von ganz vielen Faktoren ab (Arbeit, Freunde, Seitenzahl der aktuellen Bücher und Thema) und kann man so eigentlich schwer bestimmen. Mal lese ich nur ein Buch, mal sind es zwei bis drei. Im Urlaub dann natürlich mehr.

Liest du sie immer ganz?

Wenn mir das Buch gefällt, dann auf jeden Fall. Ich würde auch nie etwas zu einem Buch schreiben, dass ich nicht ganz gelesen habe, weil ich es dann nicht komplett beurteilen könnte.

Kannst du Bücher, die dir nicht gefallen, gut weglegen?

Ja, das kann ich. Es gibt viel zu viele gute Bücher, da muss ich mich nicht durch eines quälen, dass mir gerade keine Lesefreude bereitet. Manchmal passt es auch einfach nicht zu meiner aktuellen Stimmung, dann ist es hilfreich, das Buch wegzulegen und es zu einem späteren Moment nochmal zu probieren.

Gibt es ein konstantes Lieblingsbuch?

Ja das gibt es. Mit 15 Jahren habe ich zum ersten Mal „The Stand – das letzte Gefecht“ von Stephen King gelesen und es hatte mich vollkommen gepackt. Seither ist es immer noch mein absolutes Lieblingsbuch. Ich besitze immer noch diese alte Taschenbuchausgabe, die mittlerweile sehr vergilbt und auch zerlesen ist, aber ich wollte sie nicht durch eine Neue ersetzen, das Buch hat schon Flair, denn ich habe es seither oft gelesen und auch an gute Freunde verliehen.

Welches Buch hat dir in der letzten Zeit gar nicht gefallen?

Jetzt habe ich wirklich lange überlegt, aber es fällt mir nichts ein. Ich habe schon lange kein Buch mehr in der Hand gehabt, dass mit so gar nicht gefallen hat. Ich lese vorab gerne Leseproben und überlege sorgfältig, ob das Buch zu mir passen könnte und selektiere da schon sehr. Daher hatte ich schon lange keinen Fehlgriff mehr.

Gibt es eine/einen Lieblingsautor/in von dir?

Stephen King 🙂

Wenn du dich entscheiden müsstest: Buch, eBook oder Hörbuch?

Ich hoffe, ich muss mich nie für nur eines entscheiden! Wenn doch, könnte ich wohl auf Hörbücher am ehesten verzichten. Zuhause lese ich gerne das gedruckte Buch, unterwegs das eBook. Mir sind beide Medien sehr willkommen. Auf Reisen habe ich mit meinem Reader immer ausreichend Lesestoff dabei, da würde ich mich dauerhaft natürlich für das eBook entscheiden. Das ist schon sehr erleichternd im Koffer und Strom zum Laden finde ich überall.

Buchbloggerin – ein Traumjob? Bist du Vollzeit-Bloggerin?

Nein. Ich bin quasi Voll-Freizeit-Bloggerin 😀 Ich pflege das BücherKaffee neben der Arbeit her als Freizeitprojekt. Ich arbeite Vollzeit in einem Bereich, der überhaupt nichts mit Büchern zu tun hat. Daher genieße ich das Hobby lesen & bloggen sehr, da es etwas völlig anderes ist. Mein Hobby soll Hobby bleiben, damit auch der Spaß bleibt und nichts zum Pflichtprogramm wird.

Wieviel Zeit nimmt dein Blog bei dir pro Woche in Anspruch?

Eine zeitliche Angabe kann ich dazu gar nicht wirklich machen, weil ich das noch nie im Auge behalten habe. Ich mache, was so anfällt, wie ich Lust und Laune dazu habe. Ich lese abends nach Feierabend und bereite die Beiträge vor, die mir von den Team-Rezensenten Sandra, Sanni, Susa, Gitta, Wolfgang, Marcus und Sebastian so geschickt werden. Am Wochenende erarbeite ich dann meine eigenen Beiträge und bereite vieles für die neue Woche vor.

Was machst du sonst noch in deiner Freizeit?

Wenn irgend möglich, Reisen. Mich mit Freunden treffen, Kaffee trinken und essen gehen. Kochen ist auch eine Leidenschaft und für das Experimentieren in der Küche nehme ich mir gerne Zeit. Im Sommer begleite ich meinen Lebensgefährten zur Dropzone (er ist Fallschirmspringer) und genieße die Zeit dort mit Freunden, Lagerfeuer und BBQ. Einfach das Leben genießen, wann, wie und wo immer es geht.

Worauf achtest du besonders bei deinen Rezensionen?

Auf Persönlichkeit. Früher habe ich mir viel mehr Gedanken gemacht, gewisse Punkte immer zu berücksichtigen, eine Reihenfolge einzuhalten etc. Heute schiebe ich das lieber beiseite und schreibe direkt darauf los, was mir zum Gelesenen im Kopf herumspukt. Ich möchte den Lesern ganz genau das mitteilen. Sie sollen miterleben, was ich erlebt habe. Da darf es auch mal richtig enthusiastisch zugehen. Wenn ich eine Achterbahn der Emotionen beim Lesen durchfahren bin, dann soll das mein Blogleser wissen. Das ist authentisch und genau so soll es sein. Alle Rezensenten im Team haben ihren ganz eigenen Stil und das ist auch gut so. Ich stelle mir immer vor: was würde mich zum Buch interessieren? Ich möchte eine ehrliche Lesermeinung, bei der ich merke, dass da nicht ewig lange herumgefeilt und gebastelt wurde, bis es sich zwar hochprofessionell liest, aber dafür das individuelle verloren gegangen ist. Von Herzen muss es kommen.

Wenn du Bücher rezensierst, schaust du auch bei anderen Bewertungsportalen, ob sich deine Meinung von denen anderer unterscheidet?

Ehrlich gesagt ist es mir zeitlich kaum möglich, groß auf anderen Portalen zu lesen. Und ich möchte mich auch nicht beeinflussen lassen. Denn wenn man vieles zu einem Buch liest, dass man selbst noch rezensieren möchte, dann ist das im Unterbewusstsein. Daher schaue ich nicht vorab, was andere dazu schreiben. Man bekommt so oder so über die Social Networks mit, ob ein Buch gerade polarisiert, gehyped wird oder ähnliches. Andere Rezensionen zum gleichen Buch lese ich mir dann, wenn es die Zeit zulässt, gerne mal in Nachhinein durch.

Wie gewinnst du Autoren für das Gemeinschaftsprojekt „Lesungs-Geblubber im Bücherkaffee“?

Das Projekt pflege ich ja zusammen mit Anka von Ankas Geblubber und natürlich spielen auch hier die Social Media wieder eine ganz große Rolle. Durch Facebook, Twitter und Co. rücken Autoren, Verlage und ihre Leser (also wir) immer näher zusammen und es entstehen immer mehr direkte Kontakte. Man tauscht sich über Email und privaten Nachrichten aus, man trifft sich zum Beispiel auf der Buchmesse oder auf einer anderen Lesung und ergibt sich dann dadurch immer etwas Neues. Mal kommt der Kontakt über mich, mal über Anka zustande und es ergibt sich dann einfach. 🙂

Welche AutorInnen stehen für dieses Jahr noch an?

Ende Juli wird der dtv-Autor Lars Simon lesen und da wird es sicher sehr lustig werden. Von ihm sind bei dtv die Romane „Elchscheiße“ und „Kaimankacke“ erschienen und im Herbst folgt dann schon der dritte Teil „Rentierköttel“. Wir sind sehr gespannt! Nach der Buchmesse wird es, wenn alles klappt, nochmal eine ganz tolle Lesung geben, aber da dies noch nicht vollkommen spruchreif ist, darf ich noch nichts weiter verraten. Aber wenn das klappt, dann ….. Yeah! 🙂

Welcher Autor wäre dein absoluter Traumkandidat?

Ich wiederhole mich ja ungerne, aber: Stephen King! Haha 🙂 Naja, man wird ja träumen dürfen 😉 Es gibt da schon so einige, spontan fällt mir da zum Beispiel Sebastian Fitzek oder T.C. Boyle ein. Melanie Raabe oder Kai Meyer wäre natürlich auch wunderbar! Träume halt…

Seid ihr Blogger untereinander sehr eng vernetzt?

Ja natürlich, das Hobby verbindet und man tauscht sich untereinander sehr viel aus über Facebook und Twitter etc., aber auch über private Kanäle und Telefon. Das ist auch sehr schön, denn man kann sich auch gegenseitig helfen und Tipps geben.

Trefft ihr euch auch in der offline Welt?

Ja und diese Treffen werden erfreulicherweise immer mehr. Natürlich trifft man sich auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt, aber es finden auch immer mehr sogenannte Blogger-Stammtische statt, bei denen man sich mal im Real Life kennenlernen kann. Auch die Verlage tun hier viel und laden immer wieder Blogger auf diverse Veranstaltungen ein. Man versucht, sich zu Lesungen zu verabreden oder besucht sich einfach so mal gegenseitig. Stefanie Leo (buecherkinder.de / lesenlebenlachen.de) hat zum Beispiel eine wunderbare Aktion ins Leben gerufen, die für mehr Vernetzung von der offline und online Welt sorgt. Über den Hashtag #bookupDE erfährt man mehr darüber. Hier öffnen Buchhandlungen, Verlage, Büchereien u.v.m. zu einem bestimmten Termin ihre Tore für Blogger und Leser und man bekommt ein wenig Einblick in die tägliche Arbeit – und darüber wird dann live getwittert. Eine ganz tolle Sache!

Wie eng ist dein Verhältnis zu Verlagen und Autoren?

Wie schon weiter oben geschrieben, rückt durch die Social Media alles immer näher zusammen und auch die Kontakte werden enger. Zu einigen Autoren ist dabei schon eine wirklich tolle Freundschaft entstanden. Auch der Kontakt mit den Verlagen ist schon teilweise recht eng, das entwickelt sich auch über die Zeit. Je länger man bloggt, desto häufiger hat man ja auch Email Kontakt oder man trifft sich auf den Messen, das ist dann eine ganz natürliche Entwicklung. Eine schöne Entwicklung selbstverständlich.AZ Buecherkaffee

Bekommst du immer alle Neuheiten zugeschickt?

Nein und das ist auch gut so. Wir bekommen schon einige Bücher zugesendet, weil wir ja auch mehrere Rezensenten im Team sind, aber wir kaufen natürlich auch weiterhin Bücher selbst, die uns besonders ansprechen. Ich würde den Gang in die Buchhandlungen auch keinesfalls missen wollen. Es ist ein ausgeglichenes Verhältnis.

Herzlichen Dank, liebe Alexandra, für das tolle Interview!

2 Gedanken zu “Bloggerinterview mit Alexandra vom „Bücherkaffee“

    • 17. Juni 2015 um 14:16
      Permalink

      Da schließe ich mich an und freue mich auf weitere Blog-Vorstellungen – z.B. lesen.net oder allesebook.de

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