Bloggerinterview mit Mareike und Maike von „Herzpotenzial“

HerzpotenzialAn dieser Stelle haben wir euch bereits Buchbloggerin Alexandra vom „Bücherkaffee“ vorgestellt und spannende Einblicke in das Leben einer Buchbloggerin erhalten. Weiter geht unsere neue Reihe mit den beiden Buchbloggerinnen Mareike Dietzel und Maike Bradler, die gemeinsam den Blog „Herzpotenzial“ betreiben.

Die zwei sind nicht nur nur große Bücherliebhaberinnen sondern auch Literaturkennerinnen. Warum aus Fenstern fallende Goldfische gar nicht gut ankamen und Spoilern in Rezensionen ein No-Go sind, erfahrt ihr hier in unserem Interview!

Welches Buch lest ihr zurzeit?

Maike: „Wir sind verdammt lausige Akrobaten“, das sind Briefe von Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald. Das Buch hat mir Mareike zum Geburtstag geschenkt, weil wir beide große Fans von der Lost Generation sind. Außerdem lese ich auch noch „Die wilde Ballade vom lauten Leben“ von Joseph O’ Connor.

Mareike: Ich lese zurzeit an Kathryn Stocketts „Gute Geister“. Eines von Maikes Lieblingsbüchern und den Film habe ich ebenfalls sehr gemocht, deshalb habe nun auch endlich danach gegriffen.

Wie viele Bücher lest ihr pro Woche?

Mareike: Ein bis zwei Bücher lese ich meist. Ich habe eine Tendenz zu dickeren Büchern, da kann es also auch mal länger dauern.

Maike: Das kommt ganz darauf an, wie viel Zeit ich habe. In der Regel schaffe ich ein Buch, wenn es dünn ist, kommt auch mal ein zweites dazu.

Lest ihr die Bücher denn auch immer ganz?

Mareike: Ich habe mir abgewöhnt, mich zu einer eher uninteressanten Lektüre zu zwingen. Wenn mich ein Buch nicht überzeugen kann, lege ich es ohne schlechtes Gewissen weg. Doch ich kenne mich und meinen Geschmack inzwischen so gut, dass mir das nur noch sehr selten passiert. Heutzutage gibt es ja auch genug Möglichkeiten, sich vor dem Kauf eines Buches über den Inhalt und Stil zu informieren. Wenn ich mir nicht sicher bin, lese ich in die Leseprobe rein.

Maike: Ich bin wirklich schlecht, wenn es ums Abbrechen von Büchern geht. Aber wenn es wirklich so gar keinen Spaß macht, dann bin ich da auch schonungslos und halte es so wie Mareike.

Mareike-HerzpotenzialHerzpotenzial-MaikeGibt es eine/einen Lieblingsautor/in von euch?

Mareike und Maike: Nö

Habt ihr ein konstantes Lieblingsbuch?

Mareike: Es gibt Bücher, die mich mein ganzes Leben begleiten, doch sich auf ein Buch festzulegen finde ich enorm schwierig. „Der geheime Garten“, „Überredung“ und „Der große Gatsby“ haben mich alle sehr stark beeindruckt und meinen Geschmack stark geprägt. Außerdem ist „Jane Eyre“ eine der beeindruckensten Leseerfahrungen meines Lebens gewesen.

Maike: Nein, dafür bin ich wohl zu sprunghaft in meinem Geschmack. Auch bei mir sind es eher mehrere Bücher, die mich nachhaltig geprägt haben. Dazu gehören „Jane Eyre“, „Das Gespenst von Canterville“ und vor noch gar nicht so langer Zeit „Wer die Nachtigall stört“. Ich habe einen recht großen Pool an Büchern, zu denen ich immer mal wieder greife und meine Lieblingsstellen im Text noch mal lese.

Welches Buch hat euch in der letzten Zeit gar nicht gefallen?

Mareike: Ich habe mich zuletzt über „Der Goldfisch, der aus dem 27. Stock fiel“ geärgert, weil mir die Story plump und die Figuren sehr hölzern erschienen.
Maike: Das ist mir interessanterweise lange nicht mehr passiert, ich habe immer irgendwo etwas Nettes entdecken können…

Bekommt ihr unerschöpflich neuen Lesestoff zugeschickt?

Mareike und Maike: Das hält sich in Grenzen – auch weil wir das bewusst eindämmen. Jedes Buch will sorgsam ausgesucht werden und wir wollen uns weder unter Druck setzen lassen, noch uns das Vergnügen eines Buchhandlungsbummels nehmen lassen 🙂

Worauf achtet ihr besonders bei euren Rezensionen?

Mareike: Ich frage mich immer, was für den Leser relevant sein könnte. Natürlich möchte ich nicht zu viel über den Inhalt verraten und doch genug über die Atmosphäre des Buches schreiben. Unsere Bewertungen(maximal 5 Herzen) sollen sich immer schon aus dem Text ergeben, damit sie für den Leser nachvollziehbar ist. Und zu lang sollte der Text auch nicht sein. Wir beide mögen es lieber präzise als ausschweifend.

Maike: Die Frage nach der Relevanz ist auch für mich die wichtigste. Und ich versuche immer einen ausgewogenen Anteil meiner Meinung über ein Buch unterzubringen, z.B. meine Empfindungen oder Gedanken beim Lesen. Das ist für mich immer ein Drahtseilakt, weil man natürlich nicht zu viel verraten will, gleichzeitig aber auch ehrlich sein sollte. Und natürlich sollte eine Rezension frei von Spoilern sein!

Wenn ihr Bücher rezensierst, schaut ihr auch bei anderen Bewertungsportalen, ob sich eure Meinung von denen anderer unterscheidet?

Mareike: Gefühlt bekommt man Hypes ja so oder so mit. Wenn alle über ein Buch schwärmen, dann bleibt einem das nicht verborgen.
Bei dem „Der Goldfisch“-Buch hatte ich genau das: Viele um mich herum haben das Buch ebenfalls gelesen und waren überwiegend begeistert. Doch das hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst. Ich denke auch nicht, dass mich jemand wirklich da beeinflussen kann, deshalb suche ich nicht gezielt nach anderen Bewertungen, doch wenn ich zufällig gute Besprechungen finde, dann verlinke ich sie gern unter meiner Rezension. Auch, um eine Vielfalt an Meinungen abbilden zu können.

Maike: Hier und da schaue ich schon mal, aber meistens vergesse ich so etwas. Auch bei mir sind eher die Rezensionen von anderen Bloggern präsent. Ich glaube, dass gerade die Vielfalt der Meinungen ein Service ist, den Buch-Blogger ihren Lesern bieten können. Schließlich sind Geschmäcker sehr verschieden, da ist die Zweit- oder Dritt-Meinung sehr wichtig.

Wenn ihr euch entscheiden müsstest: Buch, eBook oder Hörbuch?

Mareike und Maike: Ganz ehrlich: Wir möchten uns hier einfach nicht entscheiden, denn es sind alles eigenständige Medien. Zu jedem greifen wir in bestimmten Situationen. Wie sehr ebooks unterwegs die Tasche erleichtern! Wie kurzweilig Hörbücher die Hausarbeit erscheinen lassen! Wie wohltuend doch das Gefühl von einem neuen Buch im Schoß ist!
Nein, jedes Medium bereichert unser Leseleben auf seine eigene Art und erst in der Kombination zeigt jedes seine Vorteile.

Seid ihr Vollzeit-Bloggerin?

Mareike und Maike: Davon leben können wir nicht. Wir sind uns auch nicht sicher, ob es im Buchbereich überhaupt Blogger gibt, die das können. Das ist eher ein Phänomen im Fashion- und Beauty-Bereich.

Wieviel Zeit nimmt euer Blog pro Woche in Anspruch?

Mareike: Wenig ist es nicht. Allein die ganzen Social Media Kanäle zu bespielen ist nicht ohne. Die Blogpflege und das Beitragschreiben/-korrigieren nehmen einige Stunden in Anspruch. Doch durch unsere gemeinsame Planung, lässt sich das super mit dem Alltag und den Jobs verbinden. Ein Großteil der Beiträge entsteht am Wochenende. Da wir uns immer absprechen und kein Beitrag ohne Gegenlesen von der anderen online geht, gibt es bei uns keine spontanen Beiträge. Das macht es aber auch planbar und jeder kann konzentriert seine 1-2 Beiträge für die kommende Woche vorbereiten.

Maike: Bloggen ist ein überraschend zeitintensives Hobby, das mussten auch wir feststellen. Ich bin heute sehr froh, dass wir uns von Anfang an für eine gute Planung unseres Contents entschieden haben, dadurch hat sich unsere Blog-Routine sehr schnell eingestellt. Die Planbarkeit erleichtert sehr den Alltag, auch wenn nicht immer alles so klappt, wie wir dachten. Aber da wir zu zweit sind und immer eine noch einen Beitrag in der Hinterhand hat, sind wir tatsächlich noch nie ins Stocken geraten.

Was machst ihr sonst noch in eurer Freizeit?

Mareike: Ich bin ein großer Serienjunkie und Filmfan. Wenn mir meine kleine Tochter und die Kuschelkatze die Zeit lassen, schaue ich gern mit meinem Mann gute Geschichten (egal ob Serie, Film oder gutes Konsolenspiel).

Maike: Ganz ehrlich? Ich kann mir nichts Besseres vorstellen, als nach einem langen Arbeitstag endlich nach Hause zu kommen und den Tag mit einem Buch ausklingen zu lassen! Und dann gibt es ja auch noch die reale Welt abseits des Internets.

Was ist für euch der schönste Aspekt beim Betreiben eines Buchblogs?

Mareike: Das Schönste ist der Austausch mit anderen Lesewütigen und Literaturinteressierten und die enge Zusammenarbeit mit Maike. Wir wohnen nicht in derselben Stadt und unsere Leben verlaufen sehr unterschiedlich, doch unsere Buchleidenschaft verbindet uns. Mit ihr gemeinsam neue Ideen auszuprobieren ist für mich wirklich die größte Freude.
Maike: Da kann ich mich Mareike nur anschließen: Das gemeinsame Bloggen und sich gegenseitig Pushen ist unglaublich bereichernd. Und dann kommen auch noch die ganzen tollen Menschen hinzu, die wir dadurch kennen gelernt haben!

Seid ihr Blogger untereinander sehr eng vernetzt?

Mareike und Mareike: Aber Hallo! Wir haben schon sehr engen Kontakt zu anderen Bloggern. Bei einigen kann man inzwischen sogar von Freunden sprechen. Das ist einfach ein wunderbarer Nebeneffekt, der sich ganz natürlich ergeben hat, weil uns neben der Bücherliebe auch das Interesse für’s Bloggen und Social Media verbindet. Es gibt einige Blogger, die wir immer mal wieder treffen. Bookups, Messen, Lesungen und andere Events führen einen immer wieder mit denselben netten Gesichtern zusammen. In manchen Fällen verabredet man sich auch mal direkt. Doch für regelmäßige Treffen wohnen wir alle zu weit auseinander. Umso größer ist dann die Freude, wenn man sich bei einer Veranstaltung trifft. Gerade die Frankfurter Buchmesse erwarten wir schon wieder mit Aufregung.

Liebe Mareike, liebe Maike, vielen Dank für diesen interessanten Einblick in das Leben von Bücherjunkies!

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