Rezension zu Mark Hills Thriller „Ich vergebe nicht“

Mit dem Thriller „Ich vergebe nicht“ hat Mark Hill seinen ersten Debütroman geliefert – mit großem Erfolg! Sein Hobby hat er stets der Kriminalliteratur gewidmet und seine Leidenschaft gilt den Antihelden, die aus dem richtigen Grund das Falsche tun oder umgekehrt. Wir haben für euch den hochspannenden Thriller gelesen und sagen euch unsere Meinung dazu. Viel Spaß!

Gerade erst hat Detective Inspector Raymond Drake seinen Schützling Flick Crowley zum Detective Constable befördert, als auch schon eine Serie von Morden passiert. Vater, Mutter und erwachsener Sohn einer Familie werden kaltblütig ermordet, der zweite Sohn überlebt zunächst. Es war die Familie von Kenny Overton, ein Mann, dessen Name DI Drake nur zu bekannt vorkommt, ein Name, der bis in seine Vergangenheit reicht. Obwohl der Fall an DC Crowley übertragen wird, stellt Drake eigene Ermittlungen an und stößt schon bald auf die finsteren Erinnerungen seiner Kindheit, die es zu verdrängen gilt. Schließlich hat er sich trotz seines wohlhabenden, gebildeten Elternhauses stets in der Nähe eines abgewrackten Kinderheims herumgetrieben, um seine drogenabhängige Cousine Sally zu besuchen, die Pädagogin – und ihm wie eine Schwester war. Eines Tages begleitete er seine Cousine dabei, einen verwahrlosten Jungen namens Connor Laird vom Polizeipräsidium ins Kinderheim zu bringen, wo die Geschichte seinen Lauf nahm. Dieser Laird legte sich mit dem Heimleiter an und verkaufte Drogen für ihn, verprügelte die Schläger im Heim und beschützte die Schwächeren, bis der Heimleiter begann, durchzudrehen…

In der Gegenwart ist Drake damit beschäftigt, seine Spuren in der Vergangenheit zu verwischen. Er lockt Crowley auf eine falsche Fährte, vernichtet Beweise und tut alles erdenklich Mögliche, um den Ermittlungsweg zum damaligen Kinderheim zu blockieren. Als wäre dies nicht genug, hat der Detective Inspector auch noch mit dem Verlust seiner Ehefrau Laura zu kämpfen und den dadurch verursachten Streit mit seiner geliebten Tochter April, die schon bald als Druckmittel gegen DI Drake verwendet wird. Trotz aller Versuche, führt DC Crowleys Instinkt sie immer wieder zu der Spur, die mit dem Kinderheim zusammenhängt, zurück und findet bald heraus, dass beinahe alle Kinder, die damals im Heim untergebracht waren, samt ihrer Familien auf mysteriöse Umstände verstorben sind. Nur die erfolgreiche Künstlerin Amelia Troy hat eine Überdosis Marihuana überlebt. Auch der frühere Heimschläger Elliot Juniper ist zwar am Leben, jedoch mit diesem gestraft genug. Die beiden Überlebenden macht Crowley ausfindig und will diese nicht nur befragen, sondern auch direkt vor dem Täter warnen, der sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Morde der Heiminsassen spezialisiert hat. In der Hoffnung, dass die beiden Personen Drake nicht erkennen, fährt er mit Crowley zu ihnen, um sie zu befragen. Er spinnt Lügen und schickt Crowley nach der Sackgasse in eine andere Richtung, bis er sie bald darauf vom Fall abziehen lässt, um sein finsteres Geheimnis zu wahren. Dennoch ermittelt Crowley von da an auf eigene Faust und bringt Erschreckendes ans Licht.

Der Handlungsaufbau des Krimi-Thrillers ist fantastisch gelungen. Die Konfliktsituationen zwischen DC Crowley und ihrem Mentor DI Drake werden hervorragend in den Vordergrund gestellt, ebenso wird deutlich, mit welchen Gewissensbissen die Entscheidungen verbunden sind. Beispielsweise widersetzt sich Crowley den Anweisungen ihres Chefs und tut dies auf der einen Seite nicht gern, weil sie die Hierarchie respektieren muss und sich selbst noch nicht erfahren genug hält, um solch gewaltige Entscheidungen in Eigenregie zu treffen. Auf der anderen Seite versucht sie ihren Instinkten zu trauen, wozu DI Drake sie noch in der Ausbildung animiert hat. Dieser Kampf zwischen den beiden Ermittlern zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman und veranschaulicht, mit welchen möglichen Entscheidungen schlimme Folgen verhindert oder welche Optionen als nächstes abgegrast werden können. Der Leser wird dabei nicht nur zum mitfiebern, sondern auch zum mitermitteln angeregt. Er wird oft in eine vage Situation hineingeworfen und kann dann zusammen mit Flick Crowley versuchen, das Richtige zu tun oder sich in die Lage von Ray Drake versetzen und zusammen mit ihm die eigenen Spuren verwischen. Darüber hinaus können ebenso die Empfindungen der beiden Hauptfiguren nachempfunden werden. Die Emotionen über die Ausweglosigkeit, die Verzweiflung, die nervenzerreißende Angst und die Überzeugung daran, trotz allem das Richtige zu tun, sind sehr deutlich nachvollziehbar und begleiten den Leser durch das gesamte Werk. Ich habe mir während des Lesens immer wieder die Frage stellen müssen, wie ich in dieser Situation reagiert hätte…

In den Kapiteln wird oftmals in der Zeit gesprungen, sodass teils die gegenwärtige Ermittlungsarbeit, teils die Vergangenheit im Kinderheim erklärt wird, die beinahe 30 Jahre zurückliegt. Dies erhöht den Spannungsaufbau und sorgt dennoch für einen logischen Ablauf des Plots. Die Schilderung dessen, was den Kindern in dem Heim widerfahren ist, sorgt für ein flaues Gefühl im Magen, besonders wenn der Heimleiter Gordon eines der Kinder nachts zu sich ins Büro holt. Der Autor geht jedoch auf diese Handlungen nicht weiter ein, sodass eine Art Gedankenstrich zurückbleibt, der Raum für die schlimmst möglichen Interpretationen lässt, was die Kinder dort erleiden mussten.

Es ist durchaus beeindruckend, wie Mark Hill seinen Antihelden Detective Inspector Raymond Drake geschaffen hat, der tatsächlich nur Falsches tut aus dem richtigen Grund und dabei sogar versucht, sich selbst nicht zu verlieren. Denn am Ende des Romans sorgt Drake noch für eine große Überraschung, als er mit Crowley ermittelt, was aus dem Jungen Connor Laird geworden ist. Diese überraschende Wendung habe ich jedenfalls nicht erwartet. Ein weiterer Aspekt, der dem Autor sehr gut gelungen ist, ist, dass der Leser bereits zum Ende des Buches eine Idee davon bekommt, wer denn wirklich der Täter sein könnte, jedoch wird dies völlig anders enthüllt, als zu gegebenem Zeitpunkt erwartet. Das Finale hat mich sehr begeistert, denn die Enthüllung des Täters kam anders erwartet, das finstere Geheimnis um Ray Drake kommt ans Licht und dann wird noch eine schlimmere Wahrheit als die andere aufgedeckt. Ich hatte das Gefühl, dass die Spannungskurve bis ins Unermessliche steigt und wirklich nur langsam wieder abfällt. Wirklich fantastisch!

Mit diesem Roman hat Mark Hill ein wirklich super spannendes und beeindruckendes Debüt abgeliefert, dem absolut nichts an Spannung und Geschick fehlt! Ich kann diesen Roman jedem Krimi-Fan auf jeden Fall empfehlen und warte ganz ungeduldig auf seinen neuen Roman.

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Über den Autor

Autor Mark Hill
© Tom Watkins

Mark Hill lebt zusammen mit seiner Familie im Norden von London. Eine Zeit lang hat er als Produzent für die BBC gearbeitet, bei der er für das größte Radionetzwerk des Vereinigten Königreichs an einigen Musik- und Entertainmentshows beteiligt war. Während seiner Zeit dort hat er so manchen Preis erhalten. Durch den Wunsch nach Selbstverwirklichung schreibt er jetzt hauptberuflich Romane. Er behauptet von sich, dass er ein wirklich glücklicher Mann sei, der in seinem Traumjob arbeiten darf. Mit dem Thriller „Ich vergebe nicht“ hat er nun seinen Debütroman vorgelegt.

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