Claudia Boldt, Helmut, der Hund, der Äpfel zähltHelmut, der Titelheld des vorliegenden Bilderbuchs von Claudia Boldt, das Anna Schaub aus dem Englischen übertragen hat, ist ein zumindest ungewöhnlicher Hund. Denn anders als alle seine anderen Artgenossen mag Helmut keine Knochen, sondern er liebt Äpfel.

In seinem Garten, in dem er auch seine komfortable Hütte hat, steht direkt an dem Zaun, der die Grenze zum Nachbargrundstück markiert, ein schöner Apfelbaum. Dieser Baum und vor allen Dingen seine reifenden Früchte sind Helmuts ganzer Stolz.

Doch er macht sich Sorgen, dass Igor, der Nachbarhund ihm seine Äpfel wegnehmen könnte. Es gibt keinen konkreten Anlass für Helmuts Befürchtungen, es spielt sich alles nur in seinem Kopf und seiner Fantasie ab. Diese Sorgen beginnen ihm irgendwann sogar den nächtlichen Schlaf zu rauben.

Als eines Tages dann tatsächlich ein besonderes Prachtstück von Apfel auf das nachbarliche Grundstück zu fallen droht, unternimmt Helmut hektische und völlig unkoordinierte Anstrengungen dies zu verhindern.

Doch der Apfel fällt genau in Igors Fressnapf. Der reagiert gelassen, für Helmut jedoch völlig überraschend. Mit den Worten: „Hier hast du deinen Apfel. Er sieht so richtig reif und saftig aus und ich weiß, wie sehr du Äpfel liebst“, gibt er Helmut den Apfel zurück. Er möge eben Knochen lieber, sagt er noch.

Von seiner Angst und seinen Angstvorstellungen befreit, kann Helmut Igor zu einem Picknick einladen und sie werden die allerbesten Freunde.

Helmut, der Hund, der Äpfel zählt ist ein schönes Bilderbuch über Vorurteile und Projektionen, über das Teilen und die Freundschaft, erzählt mit viel Humor und Hintersinn.