Rezension zu “Mein Vater, mein Freund” von Arno und André Stern
Schon seit längerer Zeit kann man im Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern eine wachsende Unsicherheit feststellen. Die Eltern, oft selbst noch nicht richtig erwachsen geworden, haben Probleme, in eine sichere und klare Elternrolle hineinzufinden. Sie wollen ihren Kindern Freunde sein und enthalten ihnen dabei wichtige elterliche Autorität vor. Aus Angst vor einer als unsicher imaginierten Zukunft pressen insbesondere Mittelschichteltern mit einer gewissen Bildung ihre Kindern hinein in ihre Erwartungen und lassen sie vor lauter Förderung nicht mehr richtig Kind sein.
Der Pädagoge und Therapeut Wolfgang Bergmann hat dazu gerade ein Buch veröffentlicht (Lasst eure Kinder in Ruhe, Kösel 2011) , in dem er nicht nur dafür plädiert, dass Eltern wieder ihren eigenen Intuitionen vertrauen, sich und ihren Kindern vor allen Dingen Zeit und gegenseitiges Zuhören schenken sollen, sondern auch leidenschaftlich dafür wirbt, sich gegen den allgegenwärtigen Förderwahn zu wehren und aus einem System auszusteigen, dass unseren Kindern die Kindheit stiehlt.
Wie insbesondere Väter ihren Söhnen gegenüber ein lebenslanges Verhältnis von Freundschaft, Achtung und Liebe entwickeln können, zeigt das autobiographische Zeugnis Mein Vater, mein Freund von Arno und Andre Stern. das unter dem Titel „Mein Vater, mein Freund“ erschienen ist und „das Geheimnis glücklicher Söhne“ beschreibt. Vater und Sohn, die zusammen hier ihre von Vertrauen und Liebe geprägte Lebens- und Familiengeschichte erzählen, wollen keine Ratschläge erteilen und Vorschriften machen. Und dennoch lernt man auf fast jeder Seite etwas über ein Vater-Sohn-Verhältnis, das den Sohn stärkt. Der Vater ist dem Sohn eine Stütze, von klein auf bis hinein in das Erwachsenenalter.
Es ist eine bewegende Geschichte einer Beziehung, die den Leser dazu anregen möchte, über sein eigenes Leben nachzudenken und, wenn er eigene Kinder bzw. Söhne hat, nach für sich passenden Lösungen zu suchen.
Es ist für mich, der ich in dem Buch eine wahre Schatzgrube für mein Verhältnis zu meinem Sohn entdeckt habe, gar nicht vorstellbar, dass man als Vater dieses Buch unberührt im doppelten Sinn zur Seite legt.
Die bewegende Geschichte einer gelungenen Vater-Sohn-Beziehung, aus der man als Vater viel lernen kann.
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Winfried Stanzick am 23. Mai 2011 um 08:59 veröffentlicht und unter Rezensionen abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Kommentare und Pings sind momentan deaktiviert. |




