Die gesammelten Schrecken der Monster des AlltagsAugenzwinkernd nimmt sich Christian Moser in seinem über 10 Jahre gewachsenen Katalog der „Monster des Alltags“ allerlei weithin bekannte und nicht minder weit verbreitete menschliche Schwächen vor und stellt so treffend wie unterhaltsam fest, was die Antriebslosigkeit, die Rechthaberei, die innere Leere, den Ehrgeiz & Co. ausmacht. Denn jedes der putzigen kleinen Monster, die mit unermüdlichem Einsatz das Handeln der Menschen bestimmen, hat bestimmte Charaktereigenschaften und Vorlieben. Und die hat der Autor erforscht. In den gesammelten Schrecken der Monster des Alltags sind 50 der schönsten Störenfriede aus den bisher erschienenen drei Bänden versammelt. Ein prima Geschenk zum Beispiel für solche, die die Monster noch nicht kennen!

Schon allein die originellen und liebevollen Illustrationen sind dabei wahre Schmuzelgaranten. Da ist die albern-hofnärrische Inkonsequenz, das pummelige und melancholisch dreinblickende Fernweh, der zappelig-enthusiastische jugendliche Leichtsinn, der gewieft, aber wenig vertrauensvoll wirkende Pfusch oder die fürchterlich mitleiderregende Hilflosigkeit, die sofort tiefliegende Beschützer- bzw. Mutterinstinkte weckt.

Auch die knackigen Charakterisierungen der jeweiligen Monster machen das Büchlein zu einem kurzweiligen Amüsement. So erfährt der Leser zum Beispiel, dass die Schlamperei an sich ein sehr gut organisiertes Monster ist, das eben bloß nach seiner eigenen Logik vorgeht. Wenn da Brille zu Butter und Korkenzieher zu Zierfisch geordnet wird, ist es allein dem Unverständnis dieses ausgeklügelten Systems geschuldet, dass ihr Opfer ständig irgendwelche Gegenstände an den scheinbar unmöglichsten Orten wiederfindet. Oder dass der Zauberkünstler Suff, dessen größter Trick der Filmriss ist, sich ausgesprochen gut mit Übermut, Besserwisserei und Weltschmerz versteht. Oder wie sehr es dem Neid Freude bereitet, wenn die „großkotzigen, verwöhnten Glückskinder“, denen unverhältnismäßig viel Erfolg vergönnt ist, endlich den entscheidenden Fehler begehen, der sie ins Unglück stürzt.

Wer Christian Moser und seine Monster des Alltags einmal in Aktion erleben möchte, hat dazu während seiner Lesung am Freitag, den 24. Juni 2011 ab 21:45 Uhr in der Glockenbach-Werkstatt in München Gelegenheit. Außerdem zeigt das Valentin-Karlstadt-Musäum München anlässlich des 10jährigen Jubiläums noch bis zum 12. Juli eine Sonderausstellung der Monster des Alltags.

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