Beiträge getaggt mit Holocaust
Rezension zu “Der Sohn” von Jessica Durlacher
05. Jun
In ihrem jüngsten Roman Der Sohn bewegt sich die Schriftstellerin Jessica Durlacher zwischen verschiedenen Genres. Zum einen geht es um die Aufarbeitung auch eigener Familiengeschichte, den Holocaust, das Überleben und den Zweiten Weltkrieg. Eingebettet hat sie die Handlung in eine Familiengeschichte, die sich zu einer Tragödie auszuweiten droht. Und das alles erzählt sie wie ein Thriller, durch den man, von Seite zu Seite mehr, atemlos sich hindurch liest bis zu einem zwar schon vorher geahnten, dann aber doch völlig überraschenden Ende, in dem die Opfer keine Opfer mehr bleiben.
Rezension zu “Das Schweigen meiner Mutter” von Lizzie Doron
06. Jan
Der neue Roman von Lizzie Doron, erstmals bei DTV in der Reihe premium veröffentlicht, schließt sich für mich direkt an das in Israel schon 2002 erschienene, in Deutschland erst 2009 veröffentlichte Buch Es war einmal eine Familie an. Dort hatte sie, wie in anderen Büchern auch schon, verfremdet erzählt von ihrer Kindheit im Tel Aviver Viertel Yad Elijahu, einem kleinen, aber geschlossen wirkenden Viertel, in das damals fast nur Überlebende der Konzentrationslager zogen.
Rezension zu “In Deutschland eine Jüdin, eine Jeckete in Israel” von Andrea von Treuenfeld
21. Nov
Andrea von Treuenfeld, geb. 1957, hat in Münster Publizistik und Germanistik studiert und nach einem Volontariat bei einer Tageszeitung lange als Kolumnistin, Korrespondentin und Leitende Redakteurin für namhafte Printmedien, darunter Welt am Sonntag und Wirtschaftswoche, gearbeitet. Heute lebt sie in Hamburg und schreibt als freie Journalistin Biografien und Reportagen mit Schwerpunkt Israel, das sie regelmäßig bereist, seit sie Ende der siebziger Jahre zum ersten Mal in einem Kibbuz lebte und dort Menschen traf, die aus Nazideutschland geflohen waren. Auch später bei weiteren Aufenthalten und bei der Begegnung mit weiteren deutschen Juden, stellte sie sich immer wieder die Fragen:
3 Bücher über dunkle Zeiten
29. Sep
Literatur über das Dritte Reich, das Nationalsozialistische Regime und den Holocaust gibt es in Hülle und Fülle. Und das ist auch gut so, prägte diese Schreckenszeit doch nicht nur das 20. Jahrhundert maßgeblich, sondern zieht auch heute noch ihre dunklen Schatten nach sich. Besonders unter die Haut gehen die Berichte derer, die mit eigenen Augen sahen und am eigenen Leib erlebten, was es hieß, in den 1930er und 1940er Jahren durch das perfide, von NS-Führungskräften ausgefeilte Schema der Selektion von lebenswertem und nicht lebenswertem Leben zu fallen und die Realität der Arbeits- und Todeslager zu erfahren.
Drei Bücher, in denen die Autoren über ihre Erfahrungen während des Nationalsozialismus reflektieren, seien hier vorgestellt:
Rezension zu “Da steht mein Haus” von Hans Keilson
06. Sep
Kurz bevor er am 31. Mai 2011 im 102. Lebensjahr in Holland verstarb, konnte er das Erscheinen seines letzten Buches noch miterleben. Hans Keilson, 1909 in Bad Freienwalde geboren, und 1933 mit seinem auch damals schon bei S. Fischer erschienenen Roman Das Leben geht weiter sehr erfolgreich, emigrierte 1936 nach Holland, wo er die Nazizeit überlebte und nach dem Krieg bis kurz vor seinem Tod als Psychoanalytiker mit Überlebenden des Holocaust und deren Nachkommen arbeitete und dazu auch wegweisende Bücher veröffentlichte. Aber er war nicht nur Arzt und Therapeut, sondern auch Schriftsteller, den der S. Fischer Verlag im Jahr 2005 mit einer zweibändigen Werkausgabe ehrte.




