Der Internationale Literaturpreis geht an Mircea Cartarescu

Mircea CartarescuGestern wurde der Gewinner des Internationalen Literaturpreises – Haus der Kulturen der Welt 2012 bekanntgegeben. Mit Mircea Cărtărescu wurde ein Autor ausgezeichnet, der bereits mit zahlreichen anderen Preisen geehrt wurde, darunter der Preis der rumänischen Schriftstellervereinigung (2000) und der Vilencia-Literaturpreis (2011). Die Jury nannte seinen Roman Der Körper ein „sprachlich elektrisierendes Kunstwerk von seltener Intensität und Leuchtkraft“ und lobte die Übersetzer Gerhardt Csejka und Ferdinand Leopold, denen es gelungen sei, „den bilderreichen, aberwitzig surrealen Stil des Buches und die innovative Sprachpotenz dieses faszinierenden Textgewebes meisterhaft ins Deutsche [zu] übertragen“.

Mit dem Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt werden seit 2009 jedes Jahr herausragende Neuerscheinungen der internationalen Erzählliteratur der Gegenwart und ihre deutsche Übersetzung ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro für den Autor und 10.000 Euro für den Übersetzer dotiert. In diesem Jahr konkurrierten über 140 Titel aus 30 Sprachen um einen Platz auf der Shortlist, auf die es zum Beispiel Die Tigerfrau von Téa Obreht, K von Tom McCarthy und Das Schweigen des Sammlers Jaume Cabré schafften.

In den vergangenen Jahren wurden Daniel Alarcón für seinen Roman „Lost City Radio“ (2009), Marie Mircea Cartarescu, Der Körper NDiaye für „Drei starke Frauen“ (2010) und Michail Schischkin für „Venushaar“ (2011) ausgezeichnet. Die diesjährige Preisverleihung findet am 6. Juni im Haus der Kulturen der Welt in Berlin statt.

Mircea Cărtărescus Roman Der Körper:

Als die Schreibstube des Erzählers dem urbanistischen Größenwahn des Diktators zum Opfer fällt, kehrt Mircea in die Wohnung der Eltern zurück, wo die Vergangenheit wieder lebendig wird. Bukarest leuchtet – die Stadt wird zur Literatur, wenn er Urgroßvater Vasile herbeihalluziniert oder wenn sich Urgroßmutter Maria allmorgendlich in einen Schmetterling verwandelt.

In diesem irrwitzigen Roman voller Alpträume, dem zweiten Teil der „Orbitor“-Trilogie des Schriftstellers aus Rumänien (ebenfalls erhältlich: Teil 1 – Die Wissenden), fügen sich Phantastik und Physik, Tradition und Moderne, Sinnlichkeit und Abstraktion zu einem Kunstwerk.