Klaus-Peter Wolf – Unser Autor des Monats

Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller in der ostfriesischen Stadt Norden, im gleichen Viertel wie seine Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Wie sie ist er nach langen Jahren im Ruhrgebiet, im Westerwald und in Köln an die Küste gezogen und Wahlostfriese geworden. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Bislang sind seine Bücher in 24 Sprachen übersetzt und über acht Millionen Mal verkauft worden. Mehr als 60 seiner Drehbücher wurden verfilmt, darunter viele für “Tatort” und “Polizeiruf 110”. Sein Roman Ostfriesensünde wurde von den Lesern der “Krimi-Couch” zum “Besten Kriminalroman des Jahres 2010” gewählt.

Im folgenden Kurz-Interview verrät Klaus-Peter Wolf, was ihn am Krimischreiben fasziniert. Das Interview wurde uns vom FISCHER Verlag zur Verfügung gestellt.

Sie sind in den 1960er-Jahren im Umfeld der Arbeiterdichter im Ruhrgebiet aufgewachsen. Wie wird man mit dieser Biografie zum Kriminalschriftsteller?

Klaus-Peter Wolf: Begegnungen mit Schriftstellern wie Max von der Grün haben mich sehr geprägt. Bei ihren Büchern hatte ich zum ersten Mal das Gefühl: So sind Menschen wirklich. Sie haben mir den gesellschaftskritischen Blick und mein Menschenbild vermittelt – dazu zählen auch Bergarbeiterdichter, die heute keiner mehr kennt. Wegen ihnen spielen in meinen Kriminalromanen zum Beispiel auch Malocher wichtige Rollen. Und meine Kommissarin würde nie nach unten treten – eher nach oben.

Trotzdem sind Ihre Kriminalromane nie belehrend …

Klaus-Peter Wolf: Das wäre ja auch wirklich langweilig! Ich erkläre die Welt nicht – ich erzähle sie. Und ich versuche nie, den Leser zu einer bestimmten Haltung zu bewegen. Das brauche ich nicht. Wenn ich über ein gesellschaftliches Thema wie zum Beispiel moderne Beziehungsprobleme schreiben will– von Scheidung bis Patchworkfamilie –, dann verteile ich die verschiedenen Haltungen auf verschiedene Figuren.Da kann der Leser dann selbst entscheiden, welche Position ihm näher ist.

Warum wählt ein Autor, dem Echtheit so wichtig ist, die Fiktion eines Kriminalromans für seine Geschichten?

Klaus-Peter Wolf: Ich weiß, das klingt komisch, aber ich glaube, dass Fiktion der Wahrheit oft viel näher kommt. Im Fernsehen gibt es manchmal „Tatort“-Krimis, die sind echter als die Nachrichten davor – da ahnt man doch oft, dass das nicht stimmen kann, was die Politiker dort erzählen.Ich will aber, dass die Wahrheit gefunden wird, deshalb schreibe ich schließlich Kriminalromane. Da kann ich von unseren Ängsten und unserem Wahnsinn erzählen,viel besser als alle soziologische Fachliteratur. Und ich kann gleichzeitig auch noch Leser unterhalten – das ist meine Leidenschaft. Davon habe ich schon als Achtjähriger geträumt.

 

Ostfriesenmoor

In vielen Kulturen gelten Kraniche als Botschafter des Friedens und Glücks – doch jetzt liegt eine Leiche neben ihrem Brutplatz im Uplengener Moor. Der Mörder hat überaus geschickt mit Hilfe eines Metalldrahtes einen menschlichen Körper nachgeformt und darüber die Haut gespannt. Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen sind sprachlos, als sie das ganze Ausmaß erkennen, mit dem der Täter hier zu Werke ging. Doch wer tut so etwas? Und vor allem: Wer kann so etwas?

Noch während das Team in Aurich erste Spuren auswertet, wird in Norddeich ein Kind vor der Apotheke entführt. Eine fieberhafte Suche nach einem Entführer und einem Mörder beginnt.

Der neue Roman “Ostfriesenmoor” von Klaus-Peter Wolf ist erhältlich als eBook, Taschenbuch und Hörbuch.