Für den Deutschen Buchpreis 2012 wurden 20 Titel nominiert

Logo Deutscher Buchpreis 2012Heute wurden die 20 für den Deutschen Buchpreis 2012 nominierten Buchtitel bekanntgegeben. Insgesamt wurden es 162 eingereicht, aus denen die siebenköpfige Jury in den vergangenen fünf Monaten auswählte und die nun veröffentlichte Longlist zusammenstellte. In dieser Auswahl finden sich Titel sowohl von bekannten als auch von weniger bekannte und jüngere Autoren.

Anlässlich der Verkündung der Longlist wird es auch das „Lesebuch zur Longlist Deutscher Buchpreis 2012“ in gedruckter Form geben, das Leseproben und weitere Informationen zu den Favoriten enthält. Es wird ab kommender Woche kostenfrei in vielen Buchhandlungen erhältlich sein.

Folgende Titel sind für den Preis nominiert:

 

Ernst Augustin: Robinsons blaues HausErnst Augustin:
Robinsons blaues Haus
 

Auch als eBook

Bernd Cailloux: Gutgeschriebene VerlusteBernd Cailloux:
Gutgeschriebene Verluste
 

Auch als eBook

Jenny Erpenbeck: Aller Tage AbendJenny Erpenbeck:
Aller Tage Abend 

 

Milena Michiko Flasar: Ich nannte ihn KrawatteMilena Michiko
Flasar:
Ich nannte
ihn Krawatte
Rainald Goetz: Johann HoltropRainald Goetz:
Johann Holtrop
 

 

Olga Grjasnowa: Der Russe ist einer, der die Birken liebt Olga Grjasnowa:
Der Russe ist einer,
der die Birken liebt
 

Auch als eBook

Wolfgang Herrndorf: SandWolfgang Herrndorf:
Sand
 

Auch als eBook

Bodo Kirchhoff: Die Liebe in groben ZügenBodo Kirchhoff:
Die Liebe in
groben Zügen
 

 

Germán Kratochwil: ScherbengerichtGermán Kratochwil:
Scherbengericht
 

Auch als eBook

Ursula Krechel: LandgerichtUrsula Krechel:
Landgericht
 

 

Dea Loher: Bugatti taucht aufDea Loher:
Bugatti taucht auf
 

Auch als eBook

Angelika Meier: Heimlich, heimlich mich vergissAngelika Meier:
Heimlich, heimlich
mich vergiss
Sten Nadolny: Weitlings SommerfrischeSten Nadolny:
Weitlings
Sommerfrische
 

Auch als eBook

Christoph Peters: Wir in KahlenbeckChristoph Peters:
Wir in Kahlenbeck
 

 

Michael Roes: Die LauteMichael Roes:
Die Laute
 

 

Patrick Roth: SunrisePatrick Roth:
Sunrise
 

Auch als eBook

Frank Schulz: Onno Viets und der Irre vom KiezFrank Schulz:
Onno Viets und
der Irre vom Kiez
 

Auch als eBook

Clemens J. Setz: Indigo
Clemens J. Setz:
Indigo
 

 

Stephan Thome: Fliehkräfte
Stephan Thome:
Fliehkräfte
 

 

Ulf Erdmann Ziegler: Nichts Weißes Ulf Erdmann Ziegler:
Nichts Weißes

Auch als eBook

 

Der mit 37.500 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung vergeben. Am 12. September wird die Shortlist veröffentlich.

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Homepage des Deutschen Buchpreises.

Der Internationale Literaturpreis geht an Mircea Cartarescu

Mircea CartarescuGestern wurde der Gewinner des Internationalen Literaturpreises – Haus der Kulturen der Welt 2012 bekanntgegeben. Mit Mircea Cărtărescu wurde ein Autor ausgezeichnet, der bereits mit zahlreichen anderen Preisen geehrt wurde, darunter der Preis der rumänischen Schriftstellervereinigung (2000) und der Vilencia-Literaturpreis (2011). Die Jury nannte seinen Roman Der Körper ein „sprachlich elektrisierendes Kunstwerk von seltener Intensität und Leuchtkraft“ und lobte die Übersetzer Gerhardt Csejka und Ferdinand Leopold, denen es gelungen sei, „den bilderreichen, aberwitzig surrealen Stil des Buches und die innovative Sprachpotenz dieses faszinierenden Textgewebes meisterhaft ins Deutsche [zu] übertragen“.

Mit dem Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt werden seit 2009 jedes Jahr herausragende Neuerscheinungen der internationalen Erzählliteratur der Gegenwart und ihre deutsche Übersetzung ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro für den Autor und 10.000 Euro für den Übersetzer dotiert. In diesem Jahr konkurrierten über 140 Titel aus 30 Sprachen um einen Platz auf der Shortlist, auf die es zum Beispiel Die Tigerfrau von Téa Obreht, K von Tom McCarthy und Das Schweigen des Sammlers Jaume Cabré schafften.

In den vergangenen Jahren wurden Daniel Alarcón für seinen Roman „Lost City Radio“ (2009), Marie Mircea Cartarescu, Der Körper NDiaye für „Drei starke Frauen“ (2010) und Michail Schischkin für „Venushaar“ (2011) ausgezeichnet. Die diesjährige Preisverleihung findet am 6. Juni im Haus der Kulturen der Welt in Berlin statt.

Mircea Cărtărescus Roman Der Körper:

Als die Schreibstube des Erzählers dem urbanistischen Größenwahn des Diktators zum Opfer fällt, kehrt Mircea in die Wohnung der Eltern zurück, wo die Vergangenheit wieder lebendig wird. Bukarest leuchtet – die Stadt wird zur Literatur, wenn er Urgroßvater Vasile herbeihalluziniert oder wenn sich Urgroßmutter Maria allmorgendlich in einen Schmetterling verwandelt.

In diesem irrwitzigen Roman voller Alpträume, dem zweiten Teil der „Orbitor“-Trilogie des Schriftstellers aus Rumänien (ebenfalls erhältlich: Teil 1 – Die Wissenden), fügen sich Phantastik und Physik, Tradition und Moderne, Sinnlichkeit und Abstraktion zu einem Kunstwerk.

Der Preis der Leipziger Buchmesse 2012 – Die Gewinner

In einer feierlichen Preisverleihung wurden gestern auf der Leipziger Buchmesse die Gewinner des diesjährigen Messe-Preises bekannt gegeben. Vor Hunderten von Zuschauern verkündete die Jury unter Vorsitz von Verena Auffermann, welche drei Gewinner in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung das Rennen um den begehrten Literaturpreis machten.

Wolfgang Herrndorf, SandFür seinen Roman Sand wurde in der Kategorie Belletristik Wolfgang Herrndorf ausgezeichnet. Den Preis des an Krebs erkrankten Autors nahm stellvertretend Robert Koall entgegen, ein enger Freund und Dramaturg seiner Stücke sowie Chefdramaturg am Staatstheater Dresden. Der mitreißende Agententhriller spielt im Nordafrika des Jahres 1972 und erzählt von mysteriösen Dingen, die sich in der Sahara ereignen, während in München Palästinenser des „Schwarzen September“ das Olympische Dorf überfallen. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen ermordet, ein Geldkoffer verschwindet, und ein unterbelichteter Kommissar versucht sich an der Aufklärung des Falles. Aus der Jurybegründung: „Ein furioser Abenteuerroman, ein faszinierend verwirrender Antiagenten-Thriller, der so waghalsig wie gekonnt mit verschiedenen Ebenen jongliert.“

Auch erhältlich als epub eBook.

Jörg Baberowski, Verbrannte ErdeIn der Kategorie Sachbuch gewann Jörg Baberowski, der in Verbrannte Erde neue Perspektiven auf die stalinistischen Verbrechen entwickelt und den Leser hinab in die paranoide Welt des sowjetischen Diktators führt. Die Jury urteilte: „Warum wurde der Traum von einer besseren Gesellschaft in Blut ertränkt? Jörg Baberowski beantwortet diese Frage auf neue Weise in einer packenden Gesamtdarstellung der stalinistischen Gewaltherrschaft.“

Auch erhältlich als epub eBook.

Peter Nadas, ParallelgeschichtenMit ihrer Übersetzung von Péter Nádas‘ Parallelgeschichten aus dem Ungarischen konnte Christina Viraghs die Jury überzeugen. Als die Parallelgeschichten 2005 in Ungarn erschienen, wurden sie als ein «Krieg und Frieden des 21. Jahrhunderts» begrüßt. Die Jury lobte: „Eine Herkulesaufgabe für einen Übersetzer: Christina Viragh hat für Péter Nádas’ 1700 Seiten umfassenden Roman Parallelgeschichten eine atmosphärisch sehr dichte und genaue, vom Düsteren ins Helle schwingende Sprache gefunden.“

Auch erhältlich als epub eBook.

Alle Gewinner und die übrigen Nominierten finden Sie in unserem Special zum Preis der Leipziger Buchmesse 2012.