Beiträge getaggt mit Politik
Rezension zu “Ein Mord, der keiner sein dürfte” von Heinrich Wille
22. Sep
In der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 1987 starb der kurz zuvor noch als Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein tätige Uwe Barschel in einem Genfer Hotel. Der Fall löste damals große Aufregung aus, auch deshalb, weil sich ein Reporter ins Hotel geschlichen hatte und ein Foto des toten Barschel in der Badewanne veröffentlichte. Doch diese Debatte wurde damals bald von anderen abgelöst. Es wurde sehr schnell attestiert, der Tod Barschels sei durch einen Suizid eingetreten. Räsoniert wurde allenthalben über die zweifelhaften Verbindungen, die Barschel seit Jahren unterhalten habe, von Waffendeals und anderen zwielichtigen Geschäften war die Rede, in die Barschel seit langem verwickelt gewesen sei.
Rezension zu “Berlin 1961″ von Frederick Kempe
07. Sep
In einem Geschichtsbuch, das sich liest wie ein Kriminalroman, hat der amerikanische Journalist Frederic Kempe in Berlin 1961 auf über 600 Seiten die Geschichte des Mauerbaus 1961 in Berlin dokumentiert, der sich in diesem Jahr zum 50. Mal jährt. Viele Bücher und Artikel sind in diesem Zusammenhang erschienen. Das vorliegende Buch ist die vielleicht ausführlichste und beste Darstellung eines Geschehens, das in seiner Vorgeschichte und seinen Nachwirkungen die Welt in Atem hielt.
Rezension zu “Limassol” von Yishai Sarid
10. Aug
Der Roman Limassol des ehemaligen Nachrichtenoffiziers der israelischen Armee und heutigen Rechtsanwaltes Yishai Sarid führt den von der ersten Seite an gebannten Leser hinein in eine Welt, in der der Terror und die Gewalt alltäglich geworden sind. In einer im Verlauf des Buches immer bedrückender werdenden Geschichte begleitet er seine Protagonisten einen Sommer lang von Jerusalem über Tel Aviv bis nach Limassol auf Zypern.
Rezension zu “Der hungrige Planet” von Paul Collier
28. Jul
In seinem vielbeachteten Buch Die unterste Milliarde hat Paul Collier, der als einer der führenden Experten für afrikanische Wirtschaft und die Ökonomie der Entwicklungsländer gilt, gezeigt, dass man die Welt in sechs Teile aufteilen kann, wenn man etwas verstehen will von dem Zusammenhang zwischen Entwicklung und Armut und Hunger. Das erste Sechstel von Ländern, darunter natürlich Deutschland, lebt im Wohlstand und ganz überwiegend im Westen. Das zweite bis fünfte Sechstel besteht aus jenen Entwicklungsländern, angefangen bei den BRIC-Staaten, bis hin zu anderen, die, bei allen Unterschieden, langsam, aber stetig ihren Wohlstand vermehren, mit deren ökonomischer und sozialer Lage es aufwärts geht. Das letzte Sechstel besteht nach Collier, einem ehemaligen leitenden Mitarbeiter der Weltbank, aus jenen ungefähr 50 Ländern, die sozusagen in der Falle sitzen. In diesen Ländern leben die ärmsten Menschen der Erde – die unterste Milliarde.
Rezension zu “Krieg am Hindukusch” von Susanne Koelbl und Olaf Ihlau
16. Jun
Nicht erst seit der damalige Verteidigungsminister Peter Struck in die Mikrofone der Pressevertreter diktierte, Deutschland werde nun auch am Hindukusch verteidigt, ist jene Bergwelt von Stämmen mit langer Erfahrung von Kriegen und Terror zu einem ständigen Teil bundesdeutscher Innenpolitik und Außenpolitik geworden. Einer immer weiter wachsenden Zahl von Bundesbürgern ist schon lange nicht mehr zu vermitteln, warum deutsche Soldaten dort in immer häufigerem Abstand sterben, ja, warum sie überhaupt dort sind und wohl auch noch lange dort bleiben sollen.




