Beiträge getaggt mit Roman
Rezension zu “Zweite Person Singular” von Sayed Kashua
27. Apr
Mit großem Geschick und literarischem Können verwebt der israelische Autor Sayed Kashua in seinem neuen Roman „Zweite Person Singular“ die Geschichte zweier arabischer Israelis. Beide haben die, manchmal uneingestandene, große Sehnsucht, ihre arabische Herkunft zu verleugnen und so zu werden wie die anderen, die jüdischen Israelis.
Schon in seinen beiden ersten Romanen, die vom großen Publikum wenig beachtet wurden, „Tanzende Araber“ (2002) und „Da ward es Morgen“ (2005) hat sich Sayed Kashua mit großer Sensibilität und zum Teil beißender Kritik mit dieser Bevölkerungsgruppe beschäftigt, zu der er selbst gehört. 1975 geboren, lebt er mit seiner Familie im palästinensischen Teil des Dorfes Beit Safafa bei Jerusalem.
Zwei Hauptpersonen werden in diesem Buch in wechselnden, sich im Laufe des Romans auf wundervoll komponierte Weise immer weiter aufeinander
Rezension zu “Paradiessucher” von Rena Dumont
23. Apr
„Mami, wenn du nicht gehen willst, dann gehe ich alleine.“ Das sagt die fast siebzehnjährige Lenka im Jahr 1986 in der böhmischen Kleinstadt Prerov, als sie eines Abends nach Hause kommt und ihre Mutter zitternd und voller Aufregung das lang ersehnte Ausreisevisum für die beiden nach Deutschland in Händen hält. Lenka ist das Alter Ego von Rena Dumont, die hier ihren ersten Roman vorlegt, nachdem sie ihren Traum Schauspielerin zu werden, in Deutschland verwirklicht hat. Nun blickt sie zurück und lässt ihre Lenka über ihren Traum von Paradies, den sie in der CSSR jahrelang geträumt hat, sagen: „Ich weiß nichts von Deutschland. Gar nichts. Im Unterricht haben wir, außer einer ausführlichen Anti-West-Propaganda, ganz wenig über unsere Nachbarn erfahren.“
Obwohl ihre eigene Auswanderung nun schon fast
Dora Heldt – Unsere Autorin des Monats April
22. Apr
Unsere Autorin des Monats April ist Dora Heldt. 1961 auf Sylt geboren, hat sie die deutsche Frauenunterhaltung fest im Griff. Die gelernte Buchhändlerin weiß genau, was Frauen jenseits der Chick Lit-Phase lesen wollen.
Mit ihrem Roman Urlaub mit Papa gelang ihr der Durchbruch, gefolgt von den Bestsellern Tante Inge haut ab und Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt. Alle diese Romane wurden auch vom ZDF verfilmt.
Auf der Leipziger Buchmesse hatten wir die Möglichkeit Dora Heldt persönlich kennen zu lernen. Zwischen zahlreichen Interviewterminen fand sie die Zeit, mit uns am DTV-Stand eine Tasse Kaffee zu trinken.
Dora Heldt führt quasi ein literarisches Doppelleben: Als Bärbel Schmidt arbeitet sie seit vielen Jahren als Verlagsvertreterin, die Schriftstellerei kam später dazu. Sie entschied sich für das
Rezension zu “Was Liebe ist” von Ulrich Woelk
16. Apr
Ulrich Woelk, der sich als ehemaliger Astrophysiker nach seinem Berufswechsel in die Schriftstellerzunft zunächst in drei „Naturwissenschaftler-Novellen“ mit Einstein, Schrödinger und Joana Mandelbrot befasste, hat nun in seinem neuen Roman zwei Themen meisterhaft zusammengeführt, die ich in dieser Zusammenstellung noch nicht beschrieben gelesen habe.
Eingedenk der Einsicht, dass besonders in Deutschland das Vergangene noch längst nicht vergangen ist, verknüpft er die Geschichten seiner Protagonisten mit der Geschichte der Zwangsarbeiter im Dritten Reich. Wie diese Vergangenheit mit der aktuellen Gegenwart zunächst dunkel und dann im Laufe des Romans immer offensichtlicher werdend, verknüpft ist, muss die männliche Hauptperson des Buches schmerzlich, letztlich aber befreiend erleben.
Als der Mitinhaber der Ziegler-Gruppe, der ledige Roland Ziegler im Jahr 1999, mit dem das Buch beginnt, in Berlin an einer Konferenz
Rezension zu “Das Lied der Stare nach dem Frost” von Gisa Klönne
06. Apr
Sie kann nicht nur Krimis. Die Schriftstellerin Gisa Klönne hat mit ihrem neuen Buch einen deutsch-deutschen Familienroman geschrieben, in dem sich eine Musikerin auf die Suche nach ihren Wurzeln begibt.
Er handelt von der Barpianistin Rixa Hinrichs, die nach dem Tod ihres Bruders vor 12 Jahren mitten im Winter diese Jahreszeit meidet und vorzugsweise in wärmeren Gegenden durch die Welt reist und sich notdürftig über Wasser hält. Genau in dem Augenblick, wo es ihr auch durch eine neue Bekanntschaft auf den Seychellen etwas besser geht, erhält sie die Nachricht vom Tod ihrer Mutter. Sie ist mit dem Auto verunglückt, fast genau an der Stelle, an der auch vor einen Dutzend Jahren der Bruder gestorben war.
Rixa fliegt zurück nach Deutschland, um sich um den Nachlass




