Beiträge getaggt mit Sachbuch
Rezension zu “Sie können aber gut Deutsch!” von Lena Gorelik
19. Apr
Als am 23. Februar bei der zentralen Gedenkfeier für die Opfer der NSU-Morde die 25-jährige Tochter eines der türkischstämmigen Opfer der Zwickauer Neonazizelle, Semiya Simsek, sprach, da stellte sie Fragen, die mir jedenfalls unter die Haut gingen: „Heute stehe ich hier, trauere nicht nur um meinen Vater und quäle mich mit der Frage: Bin ich in Deutschland zu Hause? Ja, klar bin ich das. Aber wie soll ich mir dessen noch gewiss sein, wenn es Menschen gibt, die mich hier nicht haben wollen. Soll ich gehen?“
Rezension zu “Das entehrte Geschlecht” von Ralf Bönt
18. Apr
Als im vergangenen Jahr die Journalistin Ursula März in einem Artikel forderte, man solle bitte einmal zwei Jahre nicht mehr von der Emanzipation der Frau reden, da fühlte sich der Schriftsteller Ralf Bönt (Die Entdeckung des Lichts) angesprochen und reagierte mit einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in dem er ein solches Moratorium begrüßte, denn dann habe man mal Zeit, um von den Männern zu reden: „Es ist – mit oder ohne Moratorium – an den Männern, endlich ihre eigenen Ansprüche auf Freiheiten zu formulieren.“
Rezension zu “Der amerikanische Patient” von Josef Braml
16. Apr
Der amerikanische Patient ist ein Buch über die aktuelle wirtschaftliche und politische Situation der USA, das der ausgewiesene USA- Experte und Politikberater Josef Braml hier mit großer Detailkenntnis und Akribie geschrieben vorlegt. Doch es richtet sich hauptsächlich an die politisch Verantwortlichen in Europa. Denn die wirtschaftliche Misere in den USA, geprägt durch eine extrem hohe Staatsverschuldung und die schlimmste Rezession seit den 30 er Jahren des 20. Jahrhunderts, wird Folgen haben. Die amerikanische Politik wird die hohe Arbeitslosigkeit im Land, die Krise ihrer Automobilindustrie, den auch nach der Lehman Pleite immer noch leidenden Immobilenmarkt, die hohe soziale Ungleichheit und Armut, die sogar den Wahlkampf der Republikaner zu bestimmen beginnt und ihre nach wie vor starke Energieabhängigkeit zum Thema machen müssen.
Rezension zu “Die Zukunft des Wassers” von Erik Orsenna
12. Apr
In den letzten Jahren dreht sich die ökologische Debatte hauptsächlich um die drohende Klimakatastrophe, hervorgerufen durch den Ausstoß von Kohlendioxid, mit der Perspektive sich weiter ausbreitender Wüsten, steigenden Meeresspiegeln, schmelzender Polkappen und vor allen Dingen dramatischer und heute kaum vorstellbarer Flüchtlingsströme, gegen die die gegenwärtigen Migrationsbewegungen auf der Welt und im Süden Europas ein Peanut sein werden.
Rezension zu “Sapere aude! Warum wir eine neue Aufklärung brauchen” von Heiner Geißler
11. Apr
„Wage zu denken“ war der Leitspruch des deutschen Philosophen Immanuel Kant, mit dem er 1784 für die Aufklärung warb. Aufbrechen sollten die Menschen aus ihrer Unmündigkeit und Hörigkeit gegenüber den Obrigkeiten des Absolutismus.
Heute, so Heiner Geißler in seinem neuen Buch Sapere aude (auch erhältlich in der Print-Ausgabe), leiden die Menschen unter einem neuen Absolutismus, dem der Ökonomie und dem religiösen Fundamentalismus des Islam und der katholischen Kirche. Und sie verhalten sich ähnlich unmündig diesen Tendenzen gegenüber. Doch nicht mehr alle Bürger lassen sich diese alles überwuchernden Herrschaft des Kapitalismus gefallen, der fortschreitend die Natur und den Menschen ausbeutet und mit seiner Gesundheit und seinen Lebensgrundlagen und vor allen Dingen denen seiner Nachkommen Raubbau betreibt.




