Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2011 steht fest

Nachdem die Jury des Deutschen Buchpreises 2011 bereits vor vier Wochen die diesjährige Longlist veröffentlichte, wurden gestern die 6 Titel bekanntgegeben, die es auf die Shortlist geschafft haben. „Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, und um das endgültige Ergebnis haben wir einen Tag lang hart gerungen“, sagt Jurysprecherin Maike Albath, Journalistin bei Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur.

Jan Brandt, Gegen die WeltZwei Erstlingswerke haben es in die Finalrunde des Deutschen Buchpreises 2011 geschafft. Jan Brandt schuf mit Gegen die Welt einen fast 1000 Seiten langen Roman über die Wende in Westdeutschland, über Popkultur in der Provinz und über Freundschaften, die nie zu Ende gehen. Sein Held Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, ist ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen Möglichkeiten. „Gegen die Welt“ erzählt von seinem Kampf gegen das ostfriesisches Heimatdorf und seine Bewohner. Die FAZ nannte Brandts Buch »[d]as ehrgeizigste Debüt der neuen Saison«.

Eugen Ruge, In Zeiten des abnehmenden LichtsUnd Mathematiker und Physiker Eugen Ruge veröffentlichte diesen Monat seinen großen Debüt-Roman In Zeiten des abnehmenden Lichts, der vor dem Hintergrund der Geschichte des 20. Jahrhunderts vom Leben einer deutschen Familie in vier Generationen erzählt. Die Reise führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. Ruge gilt als einer der Favoriten für den Deutschen Buchpreis 2011.
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Angelika Kluessendorf, Das MaedchenAußerdem hat Angelika Klüssendorfs in der DDR der 70er Jahre spielender Kurzroman Das Mädchen den Sprung in die Shortlist geschafft. In nüchterner, präziser Prosa und mit trockenem Humor erzählt sie von einer Heranwachsenden, die nichts hat, worauf sie sich verlassen kann, und trotzdem den Lebenswillen nicht verliert. »Angelika Klüssendorf, die kühle Meisterin unter den Meistern der Gesellschaftsprosa, analysiert präziser als John Updike und konsequenter als Max Frisch, sie schreibt böser als Thomas Bernhard und pointierter als Ingeborg Bachmann. Fürchterlich, aber grandios«, urteilt Die Zeit.
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Michael Buselmeier, WunsiedelMichael Buselmeier hat mit Wunsiedel ein mit „Ein Theaterroman“ untertiteltes Buch geschrieben, das den jungen Moritz Schoppe in den Erzählmittelpunkt stellt, der in dem oberfränkischen Städtchen Wunsiedel zehn leidvolle Wochen zugebracht hat. 44 Jahre später kehrt er dorthin zurück und erlebt den einstigen „Verfinsterungsort“ vollkommen anders. Seine Botschaft: Im Gehen und Beobachten liegt die Chance eines Neuanfangs. Das Börsenblatt nennt den Roman »Ein ethnologisches Glanzstück.«

Marlene Streeruwitz, Die SchmerzmacherinAuch Marlene Streeruwitz kann sich zu den Schriftstellern zählen, die sich gute Chancen auf den diesjährigen Buchpreis ausrechnen können. In ihrem Roman Die Schmerzmacherin entwickelt die gebürtige Österreicherin die Geschichte um Protagonistin Amy, die für einen privaten Sicherheitsservice arbeitet. Als sie beschließt auszusteigen, gerät sie endgültig in die Fänge einer undurchsichtigen, aber brutalen Organisation. Amys Verlorenheit korrespondiert mit dem Ringen um die Wahrnehmung der Realität. Was kann sie glauben? Wer ist sie selbst? Und vor allem: Was passierte an dem Tag, an den sie sich nicht erinnern kann?

Sibylle Lewitscharoff, BlumenbergUnd schließlich hat es Sibylle Lewitscharoffs Roman Blumenberg auf die Shortlist geschafft. Eines Nachts taucht im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg mit berückender Selbstverständlichkeit ein unwahrscheinlicher Gast auf und wirkt in mehrerlei Leben hinein, nicht nur in das Leben Blumenbergs. Ein Roman über einen sympathischen Weltbenenner, dem das Unbenennbare in Gestalt eines umgänglichen Löwen begegnet, und nur nebenbei eine Hommage an einen großen Philosophen. Jetzt reinlesen: Gratis-Leseprobe.

Der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2011 wird am 10. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben.

Alle Titel der Long- und Shortlist finden Sie hier.