Beiträge getaggt mit Taschenbuch
Rezension zu “Zweite Person Singular” von Sayed Kashua
27. Apr
Mit großem Geschick und literarischem Können verwebt der israelische Autor Sayed Kashua in seinem neuen Roman „Zweite Person Singular“ die Geschichte zweier arabischer Israelis. Beide haben die, manchmal uneingestandene, große Sehnsucht, ihre arabische Herkunft zu verleugnen und so zu werden wie die anderen, die jüdischen Israelis.
Schon in seinen beiden ersten Romanen, die vom großen Publikum wenig beachtet wurden, „Tanzende Araber“ (2002) und „Da ward es Morgen“ (2005) hat sich Sayed Kashua mit großer Sensibilität und zum Teil beißender Kritik mit dieser Bevölkerungsgruppe beschäftigt, zu der er selbst gehört. 1975 geboren, lebt er mit seiner Familie im palästinensischen Teil des Dorfes Beit Safafa bei Jerusalem.
Zwei Hauptpersonen werden in diesem Buch in wechselnden, sich im Laufe des Romans auf wundervoll komponierte Weise immer weiter aufeinander
Rezension zu “Was Liebe ist” von Ulrich Woelk
16. Apr
Ulrich Woelk, der sich als ehemaliger Astrophysiker nach seinem Berufswechsel in die Schriftstellerzunft zunächst in drei „Naturwissenschaftler-Novellen“ mit Einstein, Schrödinger und Joana Mandelbrot befasste, hat nun in seinem neuen Roman zwei Themen meisterhaft zusammengeführt, die ich in dieser Zusammenstellung noch nicht beschrieben gelesen habe.
Eingedenk der Einsicht, dass besonders in Deutschland das Vergangene noch längst nicht vergangen ist, verknüpft er die Geschichten seiner Protagonisten mit der Geschichte der Zwangsarbeiter im Dritten Reich. Wie diese Vergangenheit mit der aktuellen Gegenwart zunächst dunkel und dann im Laufe des Romans immer offensichtlicher werdend, verknüpft ist, muss die männliche Hauptperson des Buches schmerzlich, letztlich aber befreiend erleben.
Als der Mitinhaber der Ziegler-Gruppe, der ledige Roland Ziegler im Jahr 1999, mit dem das Buch beginnt, in Berlin an einer Konferenz
Interview mit dem Thriller-Autor Chris Carter
08. Mrz
Die Angst geht um beim Los Angeles Police Department. Wer von ihnen wird das nächste Opfer? Ein brutaler Mörder tötet Polizisten und formt aus ihren Körpern abscheuliche Figuren. Er versteht sich als Künstler. Und genau da setzen Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia mit ihren Ermittlungen an. Hunter weiß, wie Mörder denken. Und das könnte sein Todesurteil sein.
Heute erscheint mit Totenkünstler die Fortsetzung von Christ Carters erfolgreicher Thriller-Serie um Detective Robert Hunter.
Carter, der 1965 geboren wurde, studierte zunächst in Michigan forensische Psychologie und beriet über viele Jahre die Staatsanwaltschaft.
Das folgende Interview wurde uns von den Ullstein Buchverlagen zur Verfügung gestellt.
Wann und warum haben Sie angefangen zu schreiben?
Ich bin eines Tages aufgewacht und hatte eine total verrückte Geschichte im Kopf.
Rezension zu “Ein Staat für Palästina?” von Sari Nusseibeh
29. Mrz
Zu der 2008 ebenfalls bei Kunstmann erschienenen Autobiografie des palästinensischen Philosophen Sari Nusseibeh „Es war einmal ein Land“ schrieb der jüdische Publizist Leon Wieseltier damals in der New York Times Book Review: „Ein zutiefst bewundernswertes Buch eines zutiefst bewundernswerten Mannes. Sari Nusseibehs herausragende Qualitäten, sein Entwurf eines liberalen Nationalismus, sein Eintreten für Gewaltlosigkeit inmitten des Terrors, seine Humanität in einem inhumanen Konflikt sind etwas, was einen verzweifeln lassen könnte, weil es so selten ist.“
Rezension zu “Die Leinwand” von Benjamin Stein
14. Feb
Dieser Roman des in München lebenden jüdischen Schriftstellers und Verlegers Benjamin Stein ist ohne jeden Zweifel eines der herausragenden Ereignisse auf dem Buchmarkt des Jahres 2010. Die Leinwand ist ein Buch, das einen lange nach dem Lesen noch weiter beschäftigt, ein Buch, das nachgeht, irritiert, ein Buch das begeistert und nachdenklich macht, das Rätsel aufgibt, das den Leser in einer permanenten Spannung hält, wie die Geschichte denn nun ausgehen wird. Und dabei ist es vollkommen gleich, auf welcher Seite dieses von vorne wie von hinten lesbaren Buches man beginnt. Benjamin Steins Roman ist ein Buch über das Leben orthodoxer Juden in Deutschland, das mit etwas spielt, was in der jüdischen Tradition etwas ganz Zentrales ist, mit der Erinnerung.





