Biss zur Mitternachtssonne – Stephenie Meyer im Interview mit Laura Klingenberg von @zeilenverliebt

Mit Twilight hat sie den Vampirroman neu erfunden: Stephenie Meyer. Im Herbst 2005 erschien die amerikanische Ausgabe von Bis(s) zum Morgengrauen. Ihr Debüt-Roman stürmte weltweit die Bestsellerlisten und behauptete sich dort über Jahre. Im Januar 2009 kam “Twilight” in die deutschsprachigen Kinos.

Und nun ist es nach vielen Jahren so weit: Biss zur Mitternachtssonne erscheint – die weltberühmte Liebesgeschichte endlich aus Edwards Sicht!

Laura Klingenberg ist „@zeilenverliebt“ auf Instagram und gehört zu den erfolgreichsten deutschen Buchbloggerinnen. Im Austausch mit ihrer aktiven Community geht es um Bücher aller Genres. Auch postet sie regelmäßig Bücher-Videos auf ihrem YouTube-Kanal. Laura war nach Abschluss ihres Studiums der Medienkommunikation für ein halbes Jahr in Neuseeland unterwegs. Neben Büchern liebt sie Yoga, Reisen und Fotografie.

Laura ist einer der größten “Bis(s)”-Fans aller Zeiten und hatte die einmalige Gelegenheit, der Autorin einige Fragen zu stellen:

 

Laura Klingenbergs Interview mit Stephenie Meyer:

Laura: Mit welchem Charakter aus der „Bis(s)“-Reihe können Sie sich am meisten identifizieren, welcher ist Ihnen am ähnlichsten?
Stephenie: Ich denke, ich kann mich selbst am meisten mit Edward identifizieren. Wir sind beide große Pessimisten, die ständig Katastrophen vorhersehen, und wir haben beide einen dunklen Sinn für Humor. Außerdem kommen wir beide aus großen Familien mit vielen starken Persönlichkeiten. Eine Eigenschaft, um die ich Edward beneide, ist seine Musikalität. Die habe ich definitiv nicht mit ihm gemein.

Laura: Wie lange dauerte der Prozess von der ersten Idee zu „Bis(s)“, bis zum Beenden des ersten Buches?
Stephenie: Beim ersten Buch dauerte es etwa drei Monate von der Idee bis zum ersten groben Entwurf. Damals habe ich sehr schnell geschrieben. Der Rest, also einen Agenten und einen Verlag zu finden und die Geschichte zu bearbeiten, hat dann ungefähr zwei Jahre gedauert.

Laura: Hatten Sie, als Sie die Bücher geschrieben haben, Angst vor Vorurteilen, die man gegenüber Vampirbüchern haben könnte?
Stephenie: Nein, diese Angst hatte ich nie. Als ich „Bis(s)“ geschrieben habe, habe ich nie im Leben gedacht, dass diese Geschichte irgendwann mal veröffentlicht werden könnte. Keiner außer mir sollte diese Geschichte jemals sehen. Aber dann, als ich an „Bis(s) zur Mittagsstunde“ geschrieben habe, habe ich gemerkt, dass es viele Leute gibt, die Vampirbücher faszinierend finden.

Laura: Wie kamen Sie auf den Titel „Twilight“ für den ersten Teil der Reihe?
Stephenie: Es war tatsächlich ein ziemlich schwieriger Prozess. Ich habe mich danach nie wieder so schwergetan, einen Buchtitel zu finden, wie bei „Twilight“. Den ersten groben Entwurf hatte ich „Forks“ genannt, aber weder mein Agent noch mein Verlag mochten diesen Titel. Wir haben daraufhin zusammen über mögliche Titel gebrainstormed, aber nichts hat wirklich gepasst. Am Ende haben wir uns einfach irgendwelche Wörter per E-Mail hin- und hergeschickt, in der Hoffnung, dass irgendwas hängen bleibt. Ich mochte das Wort „Twilight“ und auch die anderen dachten, dass das funktionieren könnte. Von da an haben wir die Geschichte „Twilight“ genannt, immer mit der Idee, dem noch etwas hinzuzufügen, was dann aber nie passiert ist. Tatsächlich habe ich das Gespräch über die Abenddämmerung erst nach der Entscheidung für den Titel im Buch hinzugefügt.

Laura: Haben Sie einen Lieblingsteil oder eine Lieblingsszene in der ganzen Bis(s)-Reihe? Wenn ja, welche Szene ist das und warum?
Stephenie: Als ich anfing, „Bis(s)“ zu schreiben, waren meine Lieblingsszenen die in Port Angeles und die Nacht nach der Szene auf der Wiese – Die Gefahr! Die Romantik! –, aber als ich an „Bis(s) zur Mitternachtssonne“ gearbeitet habe, hatte ich den meisten Spaß mit den brandneuen Szenen. Zum Beispiel war es super aufregend zu schreiben, wie Edward über die Autobahnen in Phoenix jagt, um Bella zu retten.

Laura: Viele Menschen lieben Ihren tollen Schreibstil. Haben Sie Tipps für angehende Autoren?
Stephenie: Mein Rat ist: wenn es euch Spaß macht zu schreiben, dann schreibt. Schreibt, wann immer ihr könnt. Denkt nicht an das Veröffentlichen, denkt nicht an ein mögliches Publikum. Ihr selbst seid euer Publikum. Schreibt was immer ihr wollt. Unterhaltet euch selbst. Bringt euch selbst zum Lachen und Weinen, bringt euren eigenen Puls zum Rasen. Erst wenn ihr eure Geschichte beendet habt, ist es Zeit, an andere Leute zu denken.

Laura: Was lesen Sie selbst gerne, welche Autoren mögen Sie?
Stephenie: Ich lese ein bisschen von allem. Ich liebe besonders Fantasy und Sci-Fi. Meine aktuellen Vorschläge für alle, die nach Empfehlungen fragen, sind „Strange the Dreamer“ von Laini Taylor und „All Systems Red“ von Martha Wells.

Vielen Dank an Laura und den Carlsen-Verlag für die Bereitstellung des Interviews!

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