Håkan Nesser – unser Autor des Monats im Interview

Håkan Nesser gilt als einer der besten und beliebtesten Krimiautoren Skandienaviens. Er wurde 1950 im schwedischen Kumla geboren und wurde nach einem geisteswissenschaftlichen Studium Lehrer in Uppsala. Seither ist er auch als freier Autor tätig.

Für seinen ersten Krimi Das grobmaschige Netz mit Kommissar Van Veeteren zeichnete ihn die Schwedische Akademie für Kriminalliteratur mit dem Preis für das beste Debüt des Genres aus. Seine Bücher gelten in Schweden inzwischen als Klassiker. Atmosphärisch dicht und psychologisch ausgefeilt, haben sie Håkan Nessers Ruf als großartiger Stilist nachhaltig begründet.

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Sein neuer Krimi

Schach unter dem Vulkan

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Die Leser des erfolgreichen Autors Franz J. Lunde sind sich sicher: Wer einen Mord so schildert, muss ihn selbst begangen haben. Lunde, der an einem Manuskript mit dem Titel »Letzte Tage und Tod eines Schriftstellers« arbeitet, fühlt sich von seinem Publikum bedroht. Nach einer Lesung in Kymlinge ist er plötzlich spurlos verschwunden. Kurze Zeit später wird die bekannte Lyrikerin Maria Green vermisst. Auch sie hinterlässt ein rätselhaftes Schriftfragment. Die Polizei tappt im Dunklen, bis ein halbes Jahr später der Autor und Literaturkritiker Jack Walde unauffindbar ist. Was verband diese drei Schriftsteller? Was ist ihnen zugestoßen?


Motivation, Schreibblockaden & das Thema Tod… Håkan Nesser im Interview

Warum haben Sie damit angefangen, Bücher zu schreiben?

Das weiß ich nicht so genau. Ich war schon über 35, als ich mit Schreiben angefangen habe; ich hatte immer schon viel gelesen, aber eigentlich nie von einem Leben als Schriftsteller geträumt. Aber als ich dann mit Schreiben angefangen hatte, ging mir auf, dass ich genau das auch weiterhin tun wollte. Lesen und Schreiben ist mehr oder weniger derselbe Prozess, man verlässt die Welt, in der man sich eigentlich befindet, und wechselt auf eine andere über. Das ist faszinierend, und dass ich als Autor ganz allein darüber entscheiden kann, was passieren soll, finde ich natürlich befriedigen

Sie sind ein äusserst vielseitiger Autor, doch von einem Genre scheinen Sie besonders angetan. Was reizt Sie so sehr daran, Kriminalromane zu schreiben?


In einem Wort: Tod. Wenn es um den Tod geht, tauchen ganz natürlich existenzielle Fragen auf, und diese immer wieder zu stellen, ist vielleicht das Herz der Literatur. Warum sind wir hier? Was kommt nach unserem kurzen Leben? Warum begehen wir die schlechten Taten, die wir nicht begehen wollen? Was ist die Wurzel des Bösen? Gibt es doch einen Gott? Das Problem mit dem Genre ist, dass zu viele schlechte Krimis veröffentlicht werden. Wie beim Fussball: zu viele lausige Spiele.

In Ihren Romanen bevorzugen Sie die feine Klinge?

Ich versuche, realistisch zu sein. Die Wirklichkeit ist nicht realistisch, sondern oft unglaublich grausam. Denken Sie an den Mord in diesem dänischen U-Boot an einer Journalistin und die Zerstückelung ihrer Leiche. Wenn ich das in einem Buch geschrieben hätte, hätten die Leser empört gesagt: Der ist verrückt! So was gibt es nicht! Ich persönlich mag absolute Brutalität nicht. Ich mag sie nicht sehen und nicht darüber schreiben. Ich hätte auch Horror davor, würde jemand ein Verbrechen aus meinen Büchern nachahmen. Daher findet Gewalt bei mir nur zwischen den Zeilen statt.

Haben Sie je mit Schreibblockaden zu kämpfen? Und falls ja, wie überwinden Sie diese?

Natürlich habe ich das. Mehr oder weniger jeden Tag. Man kann die Zweifel am eigenen Talent wahrscheinlich auf vielfältige Weise zerstreuen. Normalerweise warte ich einfach ab. Oder schreibe den schlechtesten Roman weiter, der je geschrieben wurde, was soll‘s…

Gibt es unter Ihren eigenen Büchern einen Favoriten?

Nein, auch das nicht. Manche Geschichten sind wahrscheinlich lustiger und spannender – zu lesen und zu schreiben. Aber für mich ist es wichtig, unterschiedliche Geschichten zu erzählen. Wenn ich meine Leser und mich selbst überraschen kann, dann bin ich zufrieden. Ich langweile mich sehr schnell, und wenn ich merke, dass ich damit anfange, dann brauche ich in der Geschichte, an der ich gerade arbeiten, eine neue Wendung.

Viele Ihrer Romane wurden bereits für Film und Fernsehen adaptiert. Wurde Ihre Vorgehensweise, um ein neues Buch zu schreiben, dadurch beeinflusst?

Auf keinen Fall.

Was tun Sie, um zu entspannen und Ihren Kopf frei zu kriegen?

Ich gehe mit meinem Hund durch den Wald oder an dem Strand entlang, an dem ich mich glücklich schätze zu leben. Oder kümmere mich um die Pferde. Oder rede mit den Enten. Menschen sind meistens ganz in Ordnung, Tiere sind es immer.


Vielen Dank an die Penguin Random House Verlagsgruppe für das Interview!

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