“Ich bin Paul” – Interview mit Autor Patrick Hinz

In diesen Roman kann man sich nur verlieben. Und in Paul sowieso. Ein sympathischer Chaot, wie Sie ihm noch nie begegnet sind…

Auf dHinz-Ich_bin_Paul_300dpiie Frage “Willst Du mich heiraten?” gibt es nur eine richtige Antwort – und “Ich liebe dich nicht mehr” ist es eindeutig nicht.

Also verläuft Pauls Abend deutlich anders, als geplant: Anstatt in den Armen seiner Liebsten findet er sich auf einer Parkbank wieder und grübelt über sein weiteres und bisheriges Leben. Wie bitteschön, liebes Leben, konnte es soweit kommen? Paul sinniert über seine Kindheit als kleiner, dicker Junge und die damit verbundenen Tiefpunkte in seiner Schullaufbahn. Aber er entdeckt auch, wer er heute ist und was aus ihm geworden ist. Völlig klar ist nur eins: Aufgeben gilt nicht – um gar keinen Preis. Doch als Paul dies erst beschließt, gerät sein Leben so richtig aus den Fugen.

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Der Autor Patrick Hinz im Interview mit dotbooks-Programmleiter Timothy Sonderhüsken über Hobby-Masochismus, die Freiheit über den Wolken und seinen grandiosen Roman “Ich bin Paul”. 

Lieber Patrick, bekannt geworden bist du mit Sachbüchern – warum hast du jetzt einen Roman geschrieben?“

“Es ist immer mein Ziel gewesen, irgendwann einen Roman zu schreiben. Nichts ist schöner, als sich Figuren auszudenken, diese mit Gesichtern und einer ganzen Menge Charakter zu füllen und verrückt sein zu lassen. Bei einem Sachbuch ist man angehalten, sich stets an Fakten und Realitäten zu halten. Wenn ich eine fiktive Geschichte schreibe, übernehmen zwei Dinge die Feder: mein Herz und mein Bauch. Deswegen bin ich Autor geworden.“

 

Wenn du deinen ersten Roman ICH BIN PAUL in einem Satz zusammenfassen müsstest – wie würde er lauten?

“Es ist eine kleine, aber feine Geschichte über das Leben, den Tod und die Liebe – und über die wenigen schrecklichen, aber auch die vielen wundervollen Dinge, zu denen Menschen im Stande sind. Lässt du mir das als einen Satz durchgehen?“

 

Auf jeden Fall! Nun aber zu deinem Roman: In ICH BIN PAUL erzählt von einem Mann, der als Kind ein Außenseiter ist – wie viel von dir steckt in Paul?

“Eine ganze Menge. Jeder, der mal Kind war – und das sind ja doch so ziemlich alle von uns –, hat durchlebt, was der junge Paul durchleben musste. All die Ängste und Zweifel, jeden Tag gilt es, etwas Neues zu entdecken … das hat mich sehr geprägt. Und die Erkenntnis, dass Kindermund unverhohlen ehrlich ist – und brutaler als jede Reality-Show. In meiner Jugend gab es zwar kein Cybermobbing, aber Klassenkameraden und Nachbarskinder verfügten auch in den 70er und 80er Jahren bereits über Mittel und Wege, einem das Leben schwer zu machen.“

 

Aus dem kleinen Paul wird trotzdem im Lauf der Geschichte ein selbstbewusster Mann …

“Ich würde sagen: gerade deswegen.“

… was für mich die Frage nahelegt: Was sind für dich die wichtigsten Charaktereigenschaften, die ein Mann haben sollte?“

“Ich würde das nicht auf Männer beschränken – denn auch Frauen können Eier in der Hose haben, um für das einzustehen, was man ist. Ich finde es wichtig, dass man authentisch bleibt. Nicht mit Scheuklappen durch die Welt läuft, sondern offen ist für Neues. Nicht in der Vergangenheit lebt, sondern in der Gegenwart. Und am allerwichtigsten: Humor. Vor allem, um immer und überall über sich selbst lachen zu können.“

 

Dein Roman beginnt mit dem erwachsenen Paul, der erst einmal recht wenig zu lachen hat. Er sitzt auf einer Parkbank im Englischen Garten und erinnert sich – ein bisschen melancholisch, ein bisschen schmunzelnd – an seine Kindheit. Hast du auch so einen Lieblingsplatz?

“Ja, so einen Ort gibt es – aber das würde jetzt vielleicht kitschig klingen …“

 

Was mich umso neugieriger macht!

„Ich fliege relativ viel. Wenn ich dann aus dem Fenster auf die Wolken hinunterblicke, werde ich mir immer wieder meiner Endlichkeit bewusst. Ich lasse mich weit weg vom Boden erden. Und dann kommt oft der Gedanke ‚Was, wenn wir jetzt abstürzen?‘ Die Antwort ist für mich seit geraumer Zeit dieselbe: ‚Dann würde ich die Augen schließen und glücklich sein über all das, was ich bis jetzt erleben durfte.‘“

 

Das ist ein wirklich schöner Gedanke – und den finde ich nicht kitschig, sondern berührend.

„Bevor es nun zu philosophisch wird, kann ich aber auch sagen: ‚Über mein Leben sinniere ich am liebsten in einer fliegenden Sardinenbüchse in zehn Kilometer Höhe – ich habe da oben ja ohnehin nichts Besseres zu tun als Erdnüsse zu essen und auf meinem iPad Skat zu spielen.“ (lacht)

 

In deinem Roman “Ich bin Paul” halten sich Tragik und Humor die Waage. Hat das auch etwas mit deiner eigenen Weltsicht zu tun?

“Auf jeden Fall: ohne Tragik kein Humor, ohne Humor keine Tragik. Für mich bedingen diese beiden Begriffe einander. Es ist doch auch im echten Leben so – auf Sonne folgt irgendwann Regen. Auf das Leben der Tod. Humor ist was Tolles, Tragik aber gleichermaßen etwas Herrliches.“

 

Das ist nun nicht das positive Ende, das ich mir für ein Gespräch über deinen sehr schönen Roman gewünscht hätte …

“Ich weiß, ich neige dazu, ein Hobby-Masochist zu sein. (lacht) Aber ich weiß auch, dass nach dem Winter immer der Sommer kommt. Und das ist letztendlich die Botschaft von ICH BIN PAUL.“

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