Jens Henrik Jensen – unser Autor des Monats mit der wahren Geschichte hinter SØG

Jens Henrik Jensen wurde 1963 in Søvind, Dänemark, geboren. Er hat 25 Jahre als Journalist gearbeitet und war in verschiedenen Funktionen, u.a. als Redakteur und Ressortleiter, für die Tageszeitung “JydskeVestkysten” tätig. Seit 2015 widmet er sich ganz dem Schreiben von Büchern. Sein Debütroman “Wienerringen” erschien 1997, in den folgenden Jahren veröffentlichte er die Kazanzki-Trilogie sowie die Nina-Portland-Reihe. Im Rahmen der Recherche für seine Bücher reiste Jensen nach Murmansk, Krakau und durch den Balkan. Weitere Reisen führten ihn nach Australien und Neuseeland sowie nach Nord- und Südamerika. Die drei Bände der OXEN-Reihe, die in Dänemark von 2012 bis 2016 erschienen, stehen an der Spitze der Bestsellerlisten, wurden bereits in zehn Länder verkauft und SF Studios sicherte sich die Filmrechte. 2017 gewann Jens Henrik Jensen den Danish Crime Award. Er lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in seiner Heimatstadt.

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Nina Portlands erster Fall

SØG. Dunkel liegt die See

SØG. Dunkel liegt die See als eBook epub

Verlassen treibt ein Küstenschiff auf hoher See. An Deck ist es ganz still. Und dieser süßliche Geruch über den Planken …
Im Hafen von Esbjerg scheint sich ein düsterer Verdacht zu bestätigen. Ermittler finden an Bord Blutspuren und Reste von Haut und Kleidung. Einziger Überlebender ist der Seemann Vitali Romaniuk. Hat der Russe seine Kameraden kaltblütig mit einer Axt ermordet?

Aus Mangel an Beweisen wird er freigesprochen. Der Fall des “Axtschiffs” wandert zu den Akten. Nur die junge Ermittlerin Nina Portland gibt sich damit nicht zufrieden. Das Lächeln des Seemanns lässt ihr keine Ruhe. Als sie ihm viel später zufällig begegnet, setzt sie sich auf seine Spur. Und findet heraus, dass das, was damals nachts auf der MS Ursula geschah, erst der Anfang war.


Das echte Axtschiff

Der Roman von Jens Henrik Jensen geht auf eine wahre Begebenheit zurück, die in Dänemark und Deutschland Aufsehen erregte und überall in der Welt Schlagzeilen machte.

Das deutsche Küstenmotorschiff MS Bärbel

Am 18. August 1993 fand man das deutsche Küstenmotorschiff Bärbel ohne Besatzung treibend in der Nordsee. Nur ein Besatzungsmitglied, der russische Seemann Andrej Lapin, wurde mit 60.000 DM in einem Rettungsboot gefunden.
Die Polizei fand Spuren von Gewalt und Brandstiftung an Bord des Schiffes, worauf der russische Seemann festgenommen und des Mordes am Kapitän und an der Besatzung – insgesamt fünf Personen – angeklagt wurde. Lapin zufolge hatten zwei Besatzungsmitglieder den Kapitän und zwei andere Besatzungsmitglieder mit Äxten angegriffen und alle drei getötet. Als Selbstverteidigung war Lapin gezwungen, die zwei Mörder zu töten, indem er ihre eigenen Äxte verwendete.
Da ihm klar war, dass niemand ihm diese Geschichte glauben würde, hatte er die Leichen ins Meer geworfen, das Schiff in Brand gesetzt und war in ein Rettungsboot gesprungen. Die 60.000 DM waren seiner Aussage nach der Gewinn eines früheren Verkaufs russischer Ikonen.
Da sowohl Schiff als auch Kapitän deutsch waren, wurde der russische Seemann dem deutschen Rechtssystem zur Strafverfolgung übergeben. Trotz intensiver Bemühungen, seine Schuld als kaltblütiger Mörder nachzuweisen, gelang es weder der dänischen Polizei noch dem deutschen Gericht, die Geschichte des russischen Seemanns zu widerlegen.
Am 3. Februar 1995 verließ Andrej Lapin das Landesgericht in Osnabrück als freier Mann und bis heute ist er der einzige, der weiß, was auf dem berüchtigten Axtschiff an diesen verhängnisvollen Tagen 1993 wirklich geschah.

In der Mitte: Der russische Seemann Andrej Lapin wurde des Mordes an Kapitän und Schiffsbesatzung angeklagt – insgesamt fünf Personen

Daten & Fakten: Die Bärbel-Geschichte in Kürze

1993: 9. August: Der russische Seemann Andrej Lapin heuert auf der Bärbel an.

10. August: Die Bärbel fährt mit einer Ladung Raps in Richtung London.

15. August: Der Kapitän der Bärbel spricht am frühen Morgen mit seiner Frau und meldet „alles in Ordnung an Bord“. Zwischen 08.00 und 08.50 Uhr werden die Besatzungsmitglieder nacheinander getötet. *

18. August: Dänische Fischer finden die M/S Bärbel treibend in der Nordsee. Andrej Lapin befindet sich in einem Rettungsboot und wird nach Esbjerg geflogen.

19. August: Lapin wird des fünffachen Mordes und der Brandstiftung angeklagt.

27. August: Lapin gesteht den Mord aus Selbstverteidigung an zwei Personen.

29. August: Die Behörden in Niedersachsen fordern die Auslieferung.

14. September: Die Leiche von Kapitän Telkmann wird von holländischen Fischern gefunden.

13. Dezember: Lapin wird der deutschen Polizei übergeben.

1994: 5. September: Das Verfahren wird vor dem Landesgericht in Osnabrück in Niedersachsen eingeleitet. Die Anklage gegen Lapin lautet auf fünffachen Mord. Die Anklage fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe.

1995: 3. Februar: Andrej Lapin wird aufgrund fehlender Beweise freigesprochen. Er wird zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung wegen Brandstiftung verurteilt.


1996: 30. Juli: Die höchste Rechtsinstanz in Deutschland, der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, lehnt die Wiederaufnahme des Verfahrens ab.


*Die ermordete Besatzung bestand aus: Maschinist Mikhail Mikhailov, Matrose Vladislav Bogdan, Erster Steuermann Viktor Varenko und Koch Anatolij Smolijak. Ihre Leichen wurden nie gefunden.

Vielen Dank an den dtv Verlag für die Hintergrundinfos!

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