Rezension zu “30 Tage und ein ganzes Leben” von Ashley Ream

Ashley-Ream_30-Tage-und-ein-ganzes-LebenWas tut man, wenn man vorhat, in 30 Tagen dem eigenen Leben ein Ende zu setzen?

Als erstes den Seelenklempner feuern, der einem ja auch nicht geholfen hat. Und dann nur noch Dinge tun, die einem irrsinnigen Spaß machen.

Nachdem die Antidepressiva erfolgreich im WC entsorgt worden sind, bleibt noch genau ein Monat, um das eigene Ablegen zu organisieren. Denn bei aller Entschlossenheit: Chaos hinterlassen, das käme für Clementine nun auch nicht in Frage.

Ashley Reams Debüt-Roman “30 Tage und ein ganzes Leben” aus dem btb Verlag:

Clementine ist eine ziemlich erfolgreiche Malerin aus LA. Sie lebt und arbeitet in einem chaotischen Atelier und scharrt in ihrem Leben einige wenige gute Freunde (und Ex-Männer) um sich. Sie hat zwei große Schwächen – zum einen ihr durchgeknallter Kater Chuckles und zum anderen exotisches Fast- und Streetfood aus LA.

Clementine ist, so bekommt man schnell den Eindruck, ein impulsiver Genuss-Mensch und hat trotzdem ein großes Problem: Depressive Verstimmungen, die sie an manchen Tagen ans Bett fesseln und sie in die Verzweiflung stürzen. Die unzähligen Psychopharmaka, die sie dagegen verschrieben bekommen hat, haben ihr bislang nicht geholfen und mit den schweren Nebenwirkungen nicht nur zu einer kaputten Ehe sondern auch zu einer Hoffnungslosigkeit bei ihr geführt.

Ein Ereignis aus Clementines Kindheit, gibt schließlich den Ausschlag für den Entschluss, sich das Leben zu nehmen. Ihr Ableben plant Clementine trotzdem gewissenhaft – etwas makaber wird es, als sie sich selbst mittels Probeliegen einen Sarg und eine passende Grabstelle aussucht. Doch wie so oft im Leben, lässt sich auch das eigene Ableben nie hundertprozentig so in die Tat umsetzen, wie man es gerne hätte. So werden die Tage vor Clementines geplantem Selbstmord mehr als turbulent…

Ein lebensbejahender und zum lauthals Lachen anstiftender Roman:

Aufgrund der Thematik könnte man vermuten, dass es sich bei “30 Tage und ein ganzes Leben” um eine, zumindest streckenweise, traurige Geschichte, über eine depressive und verzweifelte Künsterlin handelt. Diese Vermutung zerschlägt sich allerdings schon innerhalb der ersten paar Seiten, in denen es mehr als nur einen Lacher gibt.

Clementines Entscheidung sich in 30 Tagen umzubringen ist nicht nur sehr bewusst getroffen, sondern auch gewissenhaft geplant. Sie selbst scheint diesen Schritt daher nicht aus trauriger Verzweiflung sondern im vollen Bewusstsein getroffen haben. Sie wirkt nie mutlos. Aus diesem Grund gibt es auch nur wenig (wenn nicht sogar gar keine) traurigen Passagen.

Insgesamt lernt man Clementine von ihrer chaotisch-zerstreuten, zupackenden, gnadenlos-ehrlichen und unheimlich witzigen Seite kennen. Man würde sich wünschen selbst so eine Person im Bekanntenkreis zu haben und so passiert es schnell, dass man als Leser eine Verbindung zu der Protagonistin aufbaut – am Ende fühlt es sich an, als hätte man eine Freundin dazugewonnen.

Das gelingt der Autorin Ashley Ream hervorragend, indem sie an potentiell schwermütigen Stellen eine ganze Menge schwarzen beziehungsweise Galgen-Humor an den Tag legt. Und das ist schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Newcomer-Autorin noch ziemlich jung ist, man aus ihrer Schreibe aber schon eine Menge Lebensweisheit herauslesen kann. Trotzdem liest sich “30 Tage und ein ganzes Leben” jugendlich frisch und ziemlich frech!

Fazit:

Es ist ein Buch, das einfach Spaß macht und nicht etwa tragend und emotional aufreibend zu lesen ist. Trotzdem ist es nicht oberflächlich, da Clementines Beweggründe für ihren geplanten Selbstmord durchaus verständlich beschrieben sind und dadurch nachvollziehbar werden (man muss diesen Entschluss ja nicht gut heißen). Damit bekommt die Protagonistin eine beeindruckende emotionale Tiefe. Einziger Wermutstropfen ist, dass (am Ende) alles vielleicht ein wenig zu erwartbar ist. Kurzum: ein kurzweiliger Roman, der sich bestens für die Strand- und Urlaubslektüre eignet!

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