Rezension zu Sebastian Fitzeks neuem Thriller “Das Paket”

cta-das-paket-sebastian-fitzekVor einigen Wochen habe ich Sebastian Fitzek auf dem Harbour Front Literaturfestival in Hamburg gehört. Ging es dort noch vorrangig um seinen Thriller Passagier 23, hatten wir Glück, dass er uns an der Geschichte zu seinem neusten Werk Das Paket teilhaben ließ. Wie Autoren zu ihren Ideen kommen, ist wohl eine der größten und spannendsten Fragen, die wir uns als Leser stellen. Umso interessanter, dass es für den neuen Thriller tatsächlich eine Schlüsselsituation gibt: Denn an Fitzeks eigener Haustür klingelte der Postbote und bat darum, ein Paket anzunehmen. Für einen Herrn Koslowski. Fitzek nimmt an und fragt sich erst Minuten später: Wer um Himmels willen ist Koslowski? Wenn das jetzt der Beginn eines Romans ist, dachte Fitzek, dann kann dies nur ein besonderes Paket sein. Und ich finde: Richtig so! Das Paket ist ein besonderes Buch, ein besonders psychologisches Buch und an Spannung wieder einmal kaum zu überbieten! 

Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den “Friseur” nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet. Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der “Friseur” könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wieder zuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch mehr oder weniger sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen. Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in dieser Straße lebt…

Das Paket ist erneut ein Thriller von Sebastian Fitzek, den man einfach nicht aus der Hand legen kann. Fitzek lässt den Leser unheimlich nah an die Protagonisten der Geschichte heran. Durch seinen sehr beschreibenden Erzählstil fühlt man sich besonders Emma sehr nah und kann schon bald selbst nicht mehr zwischen eventueller Paranoia und der Realität unterscheiden. Da der Thriller sich hauptsächlich in Emmas Haus, also einem sehr begrenzten Raum abspielt, entsteht eine Alltagssituation, in der man sich selbst wiederfinden könnte – dies erhöht die Nahbarkeit zu Emma enorm und lässt den Leser in das verworrene Denken eintauchen. Man hat Mitleid mit der einst so starken Emma, die durch ihren Beruf genau weiß, welche Streiche die eigene Psyche spielen kann, aber keinerlei Möglichkeit hat, sich diesen zu entziehen.

Fitzek schafft es immer wieder, mit seinen Thrillern die Leser mit auf eine Reise zu nehmen, trotzdem lege ich mich fest, dass dies sein bisher bestes Werk ist. Packend! Spannend! Fesselnd! Verwirrend! Sebastian Fitzek bleibt der Meister der Psychothrillers. Und wenn du denkst, du hast das Rätsel gelöst, passieren im Paket noch so viele Dinge, die dich völlig ratlos zurücklassen. Ein fulminantes Ende, mit dem ich nie gerechnet hätte, ist dann in der Spannnungskurve fast zur Nebensache geworden und lässt mich nur zurück mit der Aufforderung: Lesen! Unbedingt.

Bleibt nur die Frage offen, wie ich meinem Postboten das nächste Mal gegenübertrete…

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Foto: Volkmar Otto, Raschke Entertainment

Über den Autoren

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Sebastian Fitzek lebt mit seiner Familie in Berlin. Vor seiner Karriere als Schriftsteller war Sebastian Fitzek u. a. Chefredakteur beim Berliner Rundfunk.

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