Unser Gedicht des Monats September

Für Krimi-Fans gibt es in diesem September allerhand spannende und blutige Veranstaltungen, in denen sich alles um Mord & Totschlag und die Frage dreht, wer der Täter ist. Auf 5 Krimi-Festivals können Thrillaholics zahlreiche Lesungen von beliebten Krimi-Autoren besuchen und sich mit Gleichgesinnten über die besten Neuheiten austauschen. Neben dem Marburger Krimifestival (2. bis 30. September) und dem Krimifestival “Tatort Eifel” (16. bis 25. September) finden während der Wiener Kriminacht (20. September), die mit Simon Beckett einen der erfolgreichsten Krimi-Autoren begrüßt, zahlreiche Lesungen statt. Ab Ende September haben Interessierte dann Gelegenheit, die Veranstaltungen in Rahmen des Festivals “Mörderischen Rheinhessen” (30. September bis 2. Oktober) und das Gießener Krimifestival (30. September bis 23. Oktober) zu besuchen.

Außerdem rückt der Herbst – auch wenn viele sich noch nicht endgültig vom Sommer verabschieden wollen – doch in fühlbare Nähe. Die Wahl des Gedichts des Monats fiel deshalb auf Max Dauthendeys (1867-1918) “Das erste Herbstblatt”, das auch ein bisschen Mord und Totschlag enthält.

Das erste Herbstblatt

Das erste Herbstblatt leuchtet wie Blut,
Als ob verwundet im Strauch einer ruht.
Sein Blut von Blatt zu Blatt still tropft,
Sein Tod an alle Bäume klopft.

Die Sonne brennt so still und stumm,
Das rote Blatt geht drohend um,
Als müßte ein Mörder im Strauchwerk stehen
Und wild sein Blutdurst am Weg umgehen.

Und abends steigt der Rauch dann auf.
Als sei das Land ein Kehrichthauf`,
So lastet am Fluß ein schwüler Dunst
Wie der letzte Atem der Sommerbrunst.

Max Dauthendey

Mehr Gedichte vom Impressionisten Max Dauthendey finden Sie zum Beispiel im seinem Gedichtband Weltspuk.