Ein Brief von Michael Robotham an seine Fans

Michael-Robotham_Der-Schlafmacher_CoverMit “Der Schlafmacher” hat Michael Robotham nun einen neuen fesselnden Psychothriller mit dem neuesten Fall des Joe O’Loughlin veröffentlicht:
Ein abgelegenes Bauernhaus wird zum Schauplatz eines brutalen Mordes: Zwei Frauen werden eines Nachts von einem skrupellosen Mörder hingerichtet. Chief Superintendent Ronnie Cray bittet den Psychologen Joe O’Loughlin um Hilfe bei den Ermittlungen. Motive hätten die Verdächtigen alle – der betrogene Exmann genauso wie die zahlreichen Liebhaber. Spätestens aber, als eine weitere Leiche gefunden wird, weiß O’Loughlin, dass er es mit einem verstörten und gefährlichen Täter zu tun hat, der Rache übt. Und auch nicht vor O’Loughlins Familie haltmacht…
Der Bestseller-Autor Michael Robotham gibt in einem persönlichen und selbstkritischen Brief an seine Fans einen einmaligen Einblick in sein  Leben als Thrillerautor.

Ich habe entschieden, dass eines meiner Probleme als Schriftsteller darin besteht, dass ich viel zu normal bin.

Ich stamme nicht aus einer zerrütteten Familie.
Ich habe keine Kinder aus fremden Ländern gekauft.
Ich habe meine Frau nicht für ein Model verlassen.
Ich habe nicht darüber geklagt, dass die Twitter-Generation die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs hat.
Hemingway wäre beinahe bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, jagte Elefanten und hatte vier Ehefrauen. Salinger schloss sich vierzig Jahre lang ein.
Borges übersetzte im Alter von neun Jahren Oscar Wilde ins Spanische.Michael-Robotham Foto
Victor Hugo schrieb sein erstes Drama mit vierzehn.
Mein erstes Buch wurde nicht dreißig Mal abgelehnt wie Stephen Kings – oder zwölf Mal wie J.K. Rowlings oder vierzehn Mal wie Stephanie Meyers oder siebenundzwanzig Mal wie Dr. Seuss.
Im Gegensatz zu Charles Dickens wurde ich nicht gezwungen, mit zwölf in einem verseuchten Lagerhaus Flaschen zu spülen, weil mein Vater ins Schuldnergefängnis gesteckt wurde.
Mein Vater war auch kein Alkoholiker wie Raymond Chandlers, und ich wurde weder wegen Plagiats verklagt noch habe ich eine Frau geheiratet, die Syphilis oder Gonorrhöe hat, wie Tolstoi.
Ich hatte keine zehntausend Frauen wie Giacomo Casanova.
Ich habe keine sonderbaren Schwächen und Marotten.
Lewis Carroll schrieb all seine Bücher im Stehen.
Der norwegische Dramatiker Hendrik Ibsen hatte über dem Schreibtisch ein Bild seines Erzrivalen hängen, um sich anzuspornen. (Wessen Porträt sollte ich verwenden? Die meisten Kriminalschriftsteller, die ich kennen gelernt habe, sind viel zu nett.)
Voltaire entledigte sich langweiliger Gäste, indem er Ohnmachten vortäuschte.
Jonathan Swift sprach ein ganzes Jahr lang mit niemandem.
Raymond Chandler erklärte, dass es ihn inspirieren würde, seiner Frau zuzusehen, wie sie nackt Haushaltspflichten erledigte. (Das habe ich meiner Frau auch vorgeschlagen. Als Beweis habe ich noch immer die blauen Flecken.)

Okay, ich akzeptiere also, dass nichts von all dem je geschehen wird, aber damit kann ich gut leben. Ich tue, was ich liebe – und ich lebe den Traum, den ich angefangen habe zu träumen, als ich noch kaum ein Teenager war. Vielleicht werde ich nie richtig berühmt – aber das stört mich nicht. Ich bin lieber normal, gesund und glücklich verheiratet. Ich sitze lieber hier und spreche mit Ihnen, als in einer Gefängniszelle zu hocken, in einem schmuddeligen Hotelzimmer Heroin zu spritzen oder mit einem Supermodel zu schlafen. Die Abenteuer, die ich im Leben nicht habe, kann ich in meine Bücher stecken. Und genau das habe ich beim “Schlafmacher” wieder getan. JOE O’LOUGHLIN IST ZURÜCK!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.