Hera Lind im Interview über Kreuzfahrtschiffe und die Weihnachtszeit

cover-hera-lindIn Hera Linds Roman “Gefühle und andere Katastrophen” geht es um eine frostige Unterhaltungschefin Linda, die zwar perfekt organisiert ist und immer eine Lösung parat hat, sich dabei jedoch völlig unnahbar gibt – und ausgerechnet sie organisiert das traditionelle Weihnachtsessen auf dem Kreuzfahrtschiff. Das wird wohl eine freudlose Angelegenheit. Doch es kommt anders als erwartet: denn Linda entdeckt zu ihrer eigenen Überraschung eine ganz neue Fähigkeit an sich und redet zum ersten Mal über jenes Weihnachtsfest, das ihr Leben veränderte.

Timothy Sonderhüsken spricht mit Hera Lind auch über ihre besondere Verbindung zu Kreuzfahrtschiffen und ihr ganz persönliches Weihnachtsfest.

“Gefühle und andere Katastrophen” spielt auf einem Kreuzfahrtschiff – was verbindet Sie mit diesem Setting?

„Das ist ein wichtiger, wunderschöner Teil meines Lebens: Mein Mann hat 30 Jahre lang als Hoteldirektor Kreuzfahrtschiffe geführt, ich selbst bin viele Male als Künstlerin mitgefahren, und auf dem Traumschiff haben wir uns ja 1999 auch kennengelernt.

Was ich besonders an Kreuzfahrten mag? Man trifft die interessantesten Leute und sieht die Welt. Als selbstständige Autorin habe ich natürlich den Vorteil, überall arbeiten zu können. Deswegen war es meinem Mann und mir möglich, mit den Kindern eine Weltreise auf dem Schiff zu machen – ich durfte sie in dieser Zeit an Bord unterrichten. Ein unvergleichliches Erlebnis.“

Für Ihre Heldin Linda, die auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitet, ist Weihnachten der absolute Horror. Wie ist das bei Ihnen?

„Ja, früher bedeutete Weihnachten für mich Stress pur. In der Kindheit war es meine Mutter, die Orgel spielte und den Chor dirigierte. Da waren die Adventswochen alles andere als besinnlich, sondern von Proben und Auftritten bestimmt. Später habe ich als Sängerin mit meinem bekannten Lampenfieber Weihnachten eher als belastend empfunden – die Zuhörer wollten natürlich stimmungsvoll unterhalten werden, während ich vor Nervosität am liebsten gestorben wäre. Da hörte ich selbst keine Engelschöre, sondern das panische Pochen des Blutes in meinen Ohren … Zum Glück liegt das alles hinter mir. Heute ist Weihnachten endlich das erwünschte und entspannte Familienfest mit meinem Mann und meinen Kindern.“

Autorin Hera Lind (c) Franz Neumayr

Autorin Hera Lind
(c) Franz Neumayr

Was ist Ihr ultimativer Tipp für eine entspannte Adventszeit?

„Vanillekipferl backen! Das kann auch stressig sein, aber auf eine sehr entspannende Art …“ (lacht) „Mit meinem Damen-Lions-Club stellen wir jedes Jahr einen neuen Rekord auf: Inzwischen sind wir bei 70.000 handgewuzelten Vanillekipferl, die wir dann auf dem Salzburger Christkindlmarkt für einen guten Zweck verkaufen. Dazu unser berühmter Glühwein … herrlich! Meine Leserinnen sollen bitte alle mal auf ein Plauscherl vorbeikommen, ich würde mich sehr freuen.“

In “Gefühle und andere Katastrophen” geht es unter anderem um Weihnachtsbräuche aus aller Herren Länder. Gibt es ein besonderes Weihnachtsritual für Sie und Ihre Lieben?

„Mein Mann hat etwas sehr Schönes eingeführt, und das findet sich nun auch in meiner Weihnachtsgeschichte wieder: Beim Essen an Heiligabend erzählt jeder von seinem ‚worst moment‘ und von seinem ‚best moment‘ des vergangenen Jahres. Jeder darf solange sprechen, wie er will, und wird nicht unterbrochen. Es ist sozusagen ein seelisches Großreinemachen, und wir sind einander dabei – und dadurch – sehr nahe. Das ist mir sehr wichtig. Weihnachten kann schließlich so viel mehr sein als Kerzenschein und Geschenkpapier! Und das wünsche ich auch meinen Leserinnen und Lesern.“

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