Interview mit Perry Rhodan-Autorin Michelle Stern zu “Zeitriss”

Michelle_SternSeit 1961 begeistert die PERRY RHODAN-Serie zahlreiche Science-Fiction-Fans im deutschsprachigen Raum sowie in Ländern wie Japan, Frankreich und den Niederlanden. Mit dem Band 2800, der seit Mitte April 2015 erhältlich ist, startet ein neuer Handlungsbogen in der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Verfasst wurde der Roman von einer jungen Autorin aus dem Großraum Frankfurt: Michelle Stern steuert Perry Rhodan und seine Gefährten in den Zeitriss. Aktuell gibt es diesen Roman als Gratis-eBook! Grund genug, um die Autorin zu diesem speziellen Band und zu PERRY RHODAN im Allgemeinen zu interviewen.

Liebe Michelle, seit 2013 bist du Teil des PERRY RHODAN-Teams. Wie kam es dazu?

Durch mein Schreiben habe ich die Schriftstellerin Uschi Zietsch alias Susan Schwartz kennengelernt und an ihrem Fantasy-Projekt »Elfenzeit« mitgearbeitet. Über meinen Band »Der Magier von Tokio« wurde die PERRY RHODAN-Redaktion auf mich aufmerksam. Es war meine erste Zusammenarbeit mit dem Pabel-Moewig Verlag.
Danach erhielt ich die Chance, einen PERRY RHODAN-Atlan sowie einen PERRY RHODAN-Extra Roman zu verfassen. Es folgte der Einstieg in die Serie PERRY RHODAN NEO und später die Aufnahme ins Team der sogenannten Erstauflage, also in die Hauptserie PERRY RHODAN.

Nach recht kurzer Zeit im Autorenteam wurde dir eine große Ehre zuteil: Du durftest PERRY RHODAN-Band 2800 schreiben. Somit bist du die erste Frau,  die einen Jubiläumsband schrieb. Was war dein erster Gedanke, als dir angeboten wurde, diesen besonderen Roman zu schreiben?

Mein erster Gedanke war: WAS? Ich war sehr überrascht. Eigentlich dachte ich, dass dieser Band sozusagen von einem Veteranen geschrieben wird oder von einem der Exposéautoren. Das Angebot hat mich gefreut, und natürlich habe ich es gern angenommen.

Wie war die Arbeit an diesem Jubiläumsband? Gab es im Vergleich zu einem »normalen« PERRY RHODAN-Roman Unterschiede in deiner Herangehensweise

Ich habe intensiver als zuvor mit der Redaktion zusammengearbeitet und den Roman bereits vorab in einzelnen Kapiteln eingereicht. Auch hatte ich mehr Erstleser als sonst, die mir vor der endgültigen Abgabe Rückmeldungen gegeben haben.
Ansonsten war die Herangehensweise nahezu gleich. Einige Romane habe ich zusätzlich recherchiert, wie die, in denen Sichu Dorksteigers Werdegang beschrieben wird. Ich finde es schön, direkt an solche Handlungsstränge anzuschließen und den reichen Fundus zu nutzen, der bereits vorhanden ist.

Bei einer fortlaufenden Serie wie PERRY RHODAN gibt es zahlreiche Vorgeschichten und Entwicklungen, die es beim Schreiben neuer Romane zu beachten gilt. Wie funktioniert das? Bleibt da noch Raum für eigene Ideen?

Ich finde, es bleibt eine Menge Raum sowohl bei der Ausgestaltung als auch beim Entwickeln eigener Ideen. Oft lassen die Exposéautoren diesen Raum auch bewusst und schreiben dann zum Beispiel in den Text, dass diese Handlung oder jener Charakter vom jeweiligen Autoren ausgestaltet werden soll.
Natürlich bin ich da als Serienfan voreingenommen. Ich mag fortgesetzte Handlungen und freue mich, an einer derart umfangreichen Serie mitzuwirken. Sicher ist es etwas ganz anderes, wenn man eigenständig Romane entwickeln möchte, ohne auf andere Rücksicht nehmen zu wollen. In einer Geschichte wie PERRY RHODAN geht das nicht.
Wie das funktioniert? Ich lese die Exposés und wenn möglich auch die Romane, die vor meinen verfasst werden, und habe einen Überblick über die Handlung. So kann ich perfekt einsteigen und die Geschichte weitererzählen. Oft schicken wir im Autorenteam vorab Texte oder sprechen uns in E-Mails ab. Heute ist das sehr einfach und ohne lange Telefongespräche möglich. Im Notfall gilt: lieber ein Mal zu viel gefragt als ein Mal zu wenig.

Welche Romanfigur liegt dir bei PERRY RHODAN besonders am Herzen?

Ich bin ein Fan von Gucky, dem Mausbiber, den einige ganz gern tot sehen würden. Mir macht diese Figur einfach Spaß, auch wenn sie weit mehr als ein Spaßmacher ist.

Seit einigen Jahren arbeitest du als hauptberufliche Schriftstellerin. Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Immer wieder anders. Aktuell hat mein Mann eine Arbeit am Nachmittag und Abend, weswegen ich spät arbeite. Wenn es geht, fange ich aber lieber früher an, damit ich die Arbeit nicht vor mir herschiebe. Wenn möglich, arbeite ich nicht mehr als sieben Stunden am Tag, wobei dazu auch das Lesen der Romane von anderen Autoren gehört sowie die Gestaltung der Leserseite in den Heften und die Beantwortung der Leserbriefe.
Manchmal funktioniert das auch einfach nicht. Dann kommen deutlich mehr Stunden und Wochenendarbeit zusammen, damit der Abgabetermin eingehalten werden kann.
Sicher kann fast jeder Student ein Lied davon singen, wie schwierig es sein kann, sich selbst bei völlig freier Zeiteinteilung zu motivieren, bestimmte Arbeitszeiten einzuhalten. Inzwischen klappt das sehr gut, wenn es auch nach Woche und Tag ganz verschiedene Zeiten sein können.

Wir sagen herzlichen Dank für Deine Zeit und die tollen Einblicke!

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann sich das eBook in unserem Shop kostenlos downloaden! (Aktion gültig bis einschließlich 9. September 2015)

Ein Gedanke zu “Interview mit Perry Rhodan-Autorin Michelle Stern zu “Zeitriss”

  • 3. September 2015 um 18:48
    Permalink

    Gucky tot? Da kann man gleich Perry Rhodan mit töten und die Serie einstampfen. Geht gar nicht.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.