Interview mit Sonja Rüther zu “Tödlicher Fokus”

CTA Tödlicher FokusFür die junge Schauspielerin Marike geht ein Traum in Erfüllung, als sie ihre erste Filmrolle bekommt – noch dazu an der Seite des charmanten Top-Stars Lars Behring. Aber während sie vor der Kamera über sich hinauswächst, fallen nach Drehschluss dunkle Schatten auf Marike: Sie fühlt sich beobachtet, verfolgt, schutzlos. Noch ahnt Marike nicht, welcher Horror ihr bevorsteht ‘ und wie er sie verändern wird! Ein mörderischer Thriller, der die Abgründe der menschlichen Seele aufzeigt – mit der Autorin Sonja Rüther haben wir nun ein Gespräch über Gewalt, Liebe und ihren neuen Thriller Tödlicher Fokus geführt.

In Ihrem neuen Thriller “Tödlicher Fokus” scheint jede Figur hinter einer polierten Fassade einen Abgrund zu verbergen. Wie realistisch ist dies für Sie?
Ich glaube, dass Abgründe zum Menschsein und zu unserer Menschlichkeit dazugehören. Jeder hat das Potenzial, seine besten, aber eben auch seine schwärzesten Seiten zum Vorschein zu bringen.

Es ist also eine bewusste Entscheidung?
Wer schon einmal Liebe und Mitgefühl, Neid, Eifersucht, richtige Wut oder Hass empfunden hat weiß, dass die Gefühlswelt mächtiger als der Verstand sein kann. Die Motivation ist entscheidend, der ausschlaggebende Punkt, der das eine oder das andere in uns auslöst und die Kontrolle übernehmen lässt. Bei meinen Thrillern ist mir wichtig, dass genau dies nachvollziehbar ist – ganz so, als könnte das, was ich mir ausgedacht habe, tatsächlich so passiert sein.

Viele Thriller fordern die Leser mit sehr blutigen Szenen heraus – Sie verlassen sich ganz auf die Wucht der Geschichte, die sich zudem erst langsam entfaltet. Warum?
Ich schreibe auch Horrorgeschichten, mit blutigen Szenen habe ich also kein Problem. So etwas sollte aber zur Erzählung passen – es ergibt keinen Sinn, wenn die Brutalität nur noch schockt, ohne die Geschichte voranzutreiben. Mich faszinieren Menschen, deswegen stehen bei meinen Thrillern die Figuren im Mittelpunkt. Ich möchte, dass die Leserinnen und Leser die Möglichkeit haben, in ‚meine‘ Welt einzutauchen, die Charaktere zu entdecken und miträtseln zu können. Wenn man jemanden im realen Leben kennenlernt, stellt der sich auch nicht gleich mit den Worten vor ‚Übrigens, ich bin ein kranker Psychopath‘ und zückt danach sofort das Folterinstrument. In der Regel werden Schlingen wie Schmuck erst einmal liebevoll um die Hälse der Opfer gelegt, bevor sie ruckartig zugezogen werden…

Was nun auch ein sehr hartes Bild ist.
Richtig. Und eins, für das nicht ein Tropfen Blut vergossen werden muss.

In Ihren beiden Thrillern “Blinde Sekunden” und “Tödlicher Fokus” geht es auch um obsessive Liebe und deren Folgen – warum fasziniert Sie dieses Thema?
Weil die Liebe in meinen Augen die stärkste Emotion ist und am meisten Macht über die Menschen hat. Das ist nicht als Gefühlskitsch zu verstehen: Neben den guten Aspekten wie Glück, Zusammenhalt, Achtsamkeit und Harmonie löst sie auch Besitzansprüche aus, Eifersucht, krankhafte Kontrolle, Mordlust und Hass. Liebe kann der Motor dafür sein, dass jemand die Suche nach einem vermissten Menschen nicht aufgibt – oder zum Täter wird, weil seine obsessiven Gefühle nicht erwidert werden. Ich finde das spannend und spiele in meinen Thrillern deswegen mit beiden Seiten.

Können Sie trotzdem noch auf die Straße gehen, ohne Ihre Mitmenschen mit einem leichten Gefühl von Schauder zu betrachten?
Natürlich. Auch wenn ich über extreme Situationen und Handlungen schreibe, sehe ich die Welt nicht nonstop mit den Augen einer Thrillerautorin. Bei meinen Mitmenschen nehme ich am liebsten die positiven Wesenszüge wahr. Und um jene, bei denen es mich gruselt, mache ich lieber einen großen Bogen … und speichere die Begegnungen als Inspirationen für zukünftige Romane ab.

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Das Gespräch führte Timothy Sonderhüsken, Programmleiter dotbooks.

 

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