Interview mit Sophia Farago zu “Der Heiratsplan”

Sophia_Farago_Heiratsplan_NEUBereits als junges Mädchen interessierte sich Sophia Farago für die englische Geschichte und hier insbesondere für die “Regency Zeit”, die am Ende des 18. und beginnendem 19. Jahrhundert anzusiedeln ist. Auch ihr neuer Roman Der Heiratsplan spielt in dieser Zeit: Frederica, die älteste Tochter des verstorbenen Viscounts of Panswick, träumt von einer glanzvollen Saison in London. Doch ihr Vater hat der Familie einen Berg Schulden hinterlassen. Um wenigstens das Anwesen Lancroft Abbey zu retten, beschließt ihre Mutter, alles auf eine Karte zu setzen. Anstelle von Frederica soll zuerst die zweitälteste und schönste Tochter Penelope in London debütieren – ausgestattet mit dem letzten Bargeld der Familie. Als sich Penelopes Anstandsdame das Bein bricht, übernimmt Frederica, als verwitwete Cousine verkleidet, ihren Part. Kann Frederica ihre Aufgabe erfüllen, einen reichen Junggesellen für ihre Schwester finden und damit die Familie und Lancroft Abbey retten?

Liebe Frau Farago, ihr Name klingt schon besonders. Lüften Sie das Geheimnis seiner Herkunft?

Ich heiße eigentlich Ingeborg Rauchberger. Mein erster Lektor meinte, dieser Name eigne sich nur für ein Sachbuch. Also habe ich mir für meine Regency-Romane den Namen meiner ungarischen Urgroßmutter ausgeliehen: Sophia Farago.

Ihre Romane gehören alle dem Regency-Genre an, ein Subgenre der Romantischen Literatur, dessen Geschichten immer Anfang des 19. Jahrhunderts in Großbritannien spielen. Haben Sie eine besondere Verbindung zu dieser Epoche oder wie sind Sie auf dieses Genre aufmerksam geworden?

Als ich etwa vierzehn Jahre alt war, las meine Mutter im Urlaub einen Roman von Georgette Heyer. Ich nahm ihn und begann ihr einige Szenen daraus laut vorzulesen – eigentlich wollte ich mich darüber lustig machen. Doch dann war ich so fasziniert von der Welt des Regency, dass ich nicht nur alle Romane über diese Epoche gelesen habe, die ich in die Hände bekam, sondern auch jede Menge Hintergrundinformationen. Ich habe Berge von Büchern über diese, „meine“ Zeit zusammengetragen. Eines Tages begann der Herzog von Wellbrooks in meinem Kopf zu sprechen und ich habe seine Geschichte aufgeschrieben. „Die Braut des Herzogs“ war geboren. Ich schreibe auch zeitgenössische Romane und Krimis. Da bin ich dann allerdings jeweils eine andere Sophia.

Was reizt Sie besonders daran, Regency-Romane zu schreiben?

Über die Zeit habe ich alles recherchiert, war mehr als fünfzig Mal in England, kenne die Details der Mode, Kutschen und Sitten und freue mich wie ein Kind, wenn ich eine Kleinigkeit, wie z.B. eine original Münze am Flohmarkt finde. Wie von selbst entstehen Geschichten in meinem Kopf. Natürlich weiß ich, dass die Epoche in Wahrheit eine sehr schwierige war, da sich England im Krieg gegen Napoleon befand und Massenelend herrschte. Meine Romane konzentrieren sich auf das bunte Leben der adligen Gesellschaft.

Haben Sie literarische Vorbilder? Vielleicht Jane Austen?

Sophia Farago

Sophia Farago

Jane Austen und Georgette Heyer sind natürlich meine großen Vorbilder und doch ist es mir wichtig, einen eigenen Stil zu entwickeln.

Was macht die Heldinnen Ihrer Geschichten besonders? Welche Protagonistin ist Ihnen besonders ans Herz gewachsen?

Oh, ich liebe alle meine Protagonistinnen und vor allem auch meine Protagonisten. Wie kann man den Herzog von Wellbrooks, Max Cristlemaine („Maskerade in Ramstade“), Al Brown („Schneegestöber“) oder den Earl of Derryhill („Der Heiratsplan“) nicht lieben? Bei den Ladys ist es mir wichtig, dass sie, obwohl sie sich natürlich innerhalb der strengen Regeln der damaligen Zeit bewegen müssen, starke junge Frauen sind, die sich nicht alles gefallen lassen, eine eigene Meinung vertreten und auch nicht bei jeder Kleinigkeit in Ohnmacht fallen.

Wie gehen Sie an einen neuen Roman ran? Wie fangen Sie an? Wie gestaltet sich Ihr Schreibprozess?

Zuerst habe ich einen kleinen Szenenausschnitt im Kopf: z.B. Ein Gentleman reitet durch den Wald. Ich frage mich: Wo will er hin? Warum hat er es eilig? Und so entsteht Puzzleteil für Puzzleteil die gesamte Geschichte. Ich schreibe ein Exposé – also eine Zusammenfassung, und dann beginne ich beim 1. Kapitel. Manchmal muss ich kurzfristig vom Exposé abweichen, weil meine Figuren sich strikt weigern, das zu tun, was ich für sie vorgesehen hatte.

Dürfen sich Liebhaber der Regency-Literatur bald über einen neuen Sophia Farago Titel freuen?

Aber sicher! „Der Heiratsplan“ ist das erste Buch der „Lancroft Abbey-Reihe“ und wir wollen doch wissen, wie es den Geschwistern von Frederica Barnett also Penelope, Bertram, Vivian und Nicolas ergehen wird, nicht wahr?

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