Interview mit Ulv Philipper zum Überraschungserfolg “Dog Management”

Dog-Management_Ulv-PhilipperDas Coaching Buch “Dog-Management” von Ulv Philipper ist heute neu und direkt auf Platz 1 der manager magazin Wirtschaftsbestsellerliste eingestiegen – Im Interview erzählt Ulv Philipper von der Entstehung seines ersten Buches und wie dieses den Leser verändert.

Auch wenn die meisten Menschen zu Ulv Philipper kommen, um Hilfestellungen für den Umgang mit ihrem Hund zu bekommen: Hinaus gehen sie mit überraschenden und wegweisend neuen Erkenntnissen für das Führen und Geführt-Werden – sei es im zwischenmenschlichen Bereich oder zwischen Mensch und Tier. Philipper identifiziert unser hierarchisches Denken als Verursacher aller Missverständnisse und benennt uneingeschränktes Vertrauen, tiefe Bindung und grenzenlose Freiheit als Eckpfeiler für gute Führung. “Crossover Coaching” nennt Ulv Philipper dieses Konzept, das er in seinem Buch “Dog-Management” erstmals beschreibt.

Herr Philipper, gab es bei Ihnen einen Aha!-Moment, nach dem Sie den Hund mit anderen Augen gesehen haben? Ulv_Philipper
Auch ich habe wie jeder Halter mit meinem Hund am Anfang Schulungen besucht. Was mich überraschte: Die Umsetzung gemeinsam mit meinem Hund gelang! Was bei vielen anderen Hundehaltern nicht der Fall war. Ich hatte die Vermutung, dass die anfänglichen Erfolge auf die Methodik zurückzuführen waren. Erst in der Nachbetrachtung ist mir dann bewusst geworden, dass es nicht die Methodik ist, sondern die Art und Weise, wie ich den Hund betrachte: Für mich war mein Hund von Anfang an gleichwertig und ich suchte nach Gemeinsamkeiten. Richtig verstanden habe ich es jedoch erst, als mich immer mehr Menschen – anfangs aus meinem persönlichen Umfeld – um Hilfe baten: Auch sie wollten so einen Umgang mit ihrem Hund lernen. In dieser ersten “Schulungsgruppe” fanden wir den Schlüssel: Es ging nicht um die Methodik, das technisch Inhaltliche, sondern um die Betrachtungsweise des Halters auf den Hund.

Können Sie die Hauptthese Ihres Buches “Dog-Management” beschreiben?
Die Erkenntnis der Gleichwertigkeit. Zu lernen, dass unser Gegenüber – egal ob Hund, Chef oder Kollege – ohne Vorurteile gleichwertig wahrgenommen werden sollte. In der Tierwelt gibt es keine Hierarchien; dies ist ein humanes Denkmodell.

Warum haben Sie ein Buch geschrieben?
Mein Ziel ist es, den Menschen die Möglichkeit zu geben, auf sich selbst zu achten. Ich verstehe das Buch als eine Art Werkzeugkasten, eine Gebrauchsanweisung für den Alltag. Wir sind ständig in der Kommunikation. Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass ich im ersten Moment nicht objektiv denken kann. Nur wenn ich selbst erkenne, dass ich intuitiv urteile, kann ich mein Gegenüber entschlüsseln, seine Motivation verstehen und an ihn herankommen.

Für wen ist das Buch?
Für alle. Nein, tatsächlich. Wir bekommen Rückmeldung auf das Buch von Führungskräften, aber auch aus dem Familien- und Erziehungssektor. Und natürlich von Hundehaltern. Das Buch ist für jeden, der sich mit Führung, Erziehung und Verantwortung beschäftigt.

Können Sie uns ein Verhaltensmuster schildern, das uns im täglichen Miteinander an einer zielführenden Kommunikation hindert bzw. das Konflikte auslöst?
Der erste Eindruck. Der erste Eindruck in jedem Gespräch, in jeder Situation. Er ist nämlich immer eine Art “Vorverurteilung”. Ich beurteile meinen Gegenüber bzw. sein Verhalten mit Vorurteilen. Dadurch verkenne ich ihn und unterstelle: “Du tickst sowieso anders als ich!” Und das ist mir noch nicht einmal bewusst. Wichtig wäre jedoch, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und sich klar darüber zu sein, dass dies ein intuitiver Blick ist. Aus diesem Bewusstsein heraus kann ein zweiter offenerer Blick getätigt werden: Der andere hat oft denselben Wunsch wie ich. Es herrscht oftmals Bedürfnisgleichheit.

Wie verändert sich der Leser nach der Lektüre Ihres Buches?
Der Leser fängt an, diesen zweiten Blick zuzulassen, er gesteht sich ein, dass er nicht objektiv sein kann und seine Vorurteile ihn das Gegenüber anders wahrnehmen lassen. Er lernt durch das Buch, seine intuitive Sicht zu überprüfen. Grundannahme hier sollte die Bedürfnisgleichheit sein.

Können Sie anhand zweier Beispiele die Ähnlichkeit zwischen Hund und Mensch erläutern?
Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Aufgabe zu erledigen, die Sie eigentlich gar nicht interessiert. Logischerweise haben Sie keinerlei eigenes Bedürfnis, keinen Wunsch, diese Aufgabe zu erledigen. Einem Hund geht es oft ganz genauso: Auch er möchte eigentlich nur in solche Aufgaben oder Leistungen investieren, in denen er einen Vorteil für sich selbst erkennt – etwa weil sie ihm Spaß machen oder sie ihm etwas nutzen. Normalerweise können Hunde für sie vorteilhafte Dinge nach etwa drei Wiederholungen lernen. Doch wenn es um etwas geht, worin der Hund keinen Nutzen sieht, lernt er schwerer und langsamer – genauso, wie es auch uns gehen würde. Dem Tier wird aber oftmals Dummheit unterstellt. Der Halter nimmt das Tier nicht gleichwertig wahr, obwohl er selbst nicht anders reagieren würde.
Ein anderes Beispiel ist das Konfliktmanagement: Auch hier reagiert der Hund vollkommen identisch zum Menschen. Es entsteht ein Konflikt. Was macht der Hund? Er guckt weg, weicht aus, bis keine Alternative besteht – er schiebt also auf. Sein Weggucken wird jedoch von dem Halter so empfunden, als sei der Hund nicht ansprechbar und unkonzentriert – dabei versucht der Hund ganz bewusst, abzulenken. Beim Menschen nennen wir das Taktik. Die nicht gleichwertige Betrachtung hat hier zur Folge, dass der Hund als “dummes” Opfer und der Mensch als “kluger” Taktiker verstanden wird, obwohl beide ein identisches Verhalten an den Tag legen.

Zur Person: Ulv Philipper lebt und arbeitet als Coach und Trainer im westfälischen Lippetal. Er hat über viele Jahre ein einzigartiges Beratungs- und Managementkonzept entwickelt, das er heute an Kunden und Fans aus ganz Europa vermittelt. “Dog-Management” ist sein erstes Buch.

Das Buch “Dog Management” finden Sie hier bei uns im Shop.

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