Buchtipp: “Modern Girl” von Rock-Ikone Carrie Brownstein

Modern-Girl-mit-CTAPunk, Rebellion und Identität – Carrie Brownstein, die Ikone der Indie-Rockband Sleater-Kinney, erzählt in ihrer Autobiografie “Modern Girl. Mein Leben mit Sleater-Kinney” von ihrem Leben und dem ihrer Band – jetzt bei Benevento!

Carrie Brownstein ist Musikerin, Autorin und Schauspielerin. Bekannt wurde sie als Gitarristin und Sängerin der Band Sleater-Kinney, später als Erfinderin der Emmy-nominierten und vielfach ausgezeichneten Serie „Portlandia“, in der sie die Hauptrolle spielt. Sie lebt heute in Portland und Los Angeles.

1994 gründete Carrie Brownstein, die heute Erfolge als Erschafferin, Autorin und Schauspielerin der preisgekrönten Serie „Portlandia“ feiert, das Frauen-Trio Sleater-Kinney – inspiriert von den Punk- und Riot-Grrl- und Grunge-Bands, die Anfang der 1990er-Jahre die Musikszene Seattles und der US-amerikanischen Nordwestküste mit ihrem rotzigen, krachenden Sound und ihren intelligenten, feministischen Texten rockten. Brownsteins Band, die der legendäre Musikkritiker Greil Marcus später als „beste Rockband Amerikas“ bezeichnete, wurde schnell zur Ikone einer neuen selbstbewussten Punk-Indie-Bewegung. Die heute 41-jährige Brownstein hat ihre Geschichte und die ihrer Band aufgeschrieben. In dem Buch „Modern Girl. Mein Leben mit Sleater-Kinney“, das in den USA Kritiker und Publikum bejubelten, erzählt sie rasant, packend, ironisch und brutal ehrlich über die Bedeutung des Andersseins, über den nicht zu stillenden Hunger nach Anerkennung und über den Kampf, bedeutsam zu sein. Das Buch erscheint endlich am 8. Oktober 2016 in der deutschen Übersetzung bei Benevento.

„Sleater-Kinney war meine Familie, die längste Beziehung, die ich je gehabt hatte“, schreibt Brownstein in ihrem Buch, „die Band kannte meine Geheimnisse, mein tiefstes Inneres, sie strömte durch meine Adern und hatte mir zahllose Male das Leben gerettet, sie liebte mich auch dann noch, wenn ich gemein zu ihr war, und könnte die erste bedingungslose Liebe gewesen sein, die ich je erfahren hatte. Und ich war gerade dabei, Sleater-Kinney zu zerstören.“

So beginnt Brownsteins Buch – mit dem Ende der Band im Jahr 2006 – nach zwölf Jahren mit Alben, die Geschichte schrieben, weltweit umjubelten Konzerten, die allerdings auch ihren Tribut zollten. Brownstein war körperlich und psychisch am Ende. Das Buch erzählt die Geschichte ihrer Kindheit und Jugendzeit in einer Suburb von Seattle. Davon, wie sie kreativ, spielerisch, stur, aber auch mit einem Hang zur Selbstzerfleischung versucht, ihren Platz im Leben zu finden. Sie ist Klassensprecherin, Performerin und Entertainerin, ihre Fantasie treibt sie durchs Leben, wie auch ihre Sucht nach Geltung und Aufmerksamkeit. “I‘m the woman I was taught to always be: hungry”, heißt es in dem Song „Feels Blind“, den Brownstein im Jahr 1992 schrieb.

Das Suchen nach einem positiven Gefühl der Körperlichkeit, das für viele junge Mädchen zur Krankheit wird, ist einer der Leitfäden dieses außerordentlich berührenden und persönlichen Buches, das vor allem Brownsteins Leben mit ihrer Band abdeckt. Brownsteins Mutter leidet an Anorexie. Aber ihre Tochter beschließt, dass das körperliche Verschwinden aus der Welt keine Lösung sein kann. Sie will sich beweisen. Als sie auf einem Konzert der Band Heavens to Betsy 1992 Corin Tucker trifft, die später mit ihr Sleater-Kinney gründet, wird Brownstein klar, dass die Musik ihre Erlösung sein wird. „Die passende Form für meinen kreativen Hunger zeigte sich schließlich“, schreibt sie. „Es dauerte bloß eine Weile.“

„Eine Autobiografie, die herausragt“, urteilte die amerikanische Vogue über Brownsteins Buch. „Eine Reise in die Selbst-Besessenheit und das Porträt einer ganzen Ära.“

Tatsächlich lässt „Modern Girl. Mein Leben mit Sleater-Kinney“ den Leser nicht mehr los. Wuchtig, angriffslustig, selbstentlarvend und mit der Wut des Widerstands erzählt es die Geschichte einer jungen Frau, die mutig genug war, ihren Weg zu finden und zu gehen.

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