Kurzgeschichten von Stephen King – Montag ist KINGtag

StStephen_King_Basar-der-boesen-Traumeephen King ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und literarische Preise, darunter 2003 den „National Book Award“ für sein Lebenswerk. Aber Stephen King veröffentlichte nicht nur über 40 Romane, er verfasste auch mehr als 100 Kurzgeschichten, Novellen und Essays. Die besten davon veröffentlicht der Heyne Verlag ab dem 25. Januar 2016 jeden Montag als „eBook only“.

Zum Auftakt bietet der Verlag ab sofort exklusiv vier bisher noch nie auf deutsch erschienene Kurzgeschichten aus dem am 18. Januar 2016 erscheinenden Erzählband „Basar der bösen Träume“ zum Download an. Seit gestern steht mit „Batman und Robin haben einen Disput“ bereits die dritte dieser Kurzgeschichten zur Verfügung.

Unsere Gastautorin Kerstin Scheuer hat sich für uns und unsere Blogleser nun die ersten beiden Erzählungen durchgelesen. Ihr Kurzfazit  “Die beiden Kurzgeschichten “Moral” und “Ein bisschen angeschlagen” haben mir einen wohligen Schauer über den Rücken gejagt und ich habe sie förmlich an einem Stück verschlungen.”

Kurzgeschichte „Moral“ von Stephen King

In der ersten Auskopplung aus Stephen Kings Erzählband „Basar der bösen Träume“ geht es um Chad, einen Aushilfs-Englischlehrer, der sich zum Schriftsteller berufen fühlt. Das Geld, das Chad und seine Frau Nora verdienen, ist knapp. Da erscheint es fast wie ein Segen, als der ältere Pfarrer, für den Nora als Pflegerin arbeitet, ihr ein lukratives, aber moralisch verwerfliches Angebot macht.

Zugegeben: die Idee ist alles andere als neu. Aber was Stephen King daraus macht, ist dennoch hochspannend und lesenswert. Die Kurzgeschichte besteht aus zwei Teilen: dem Angebot und der Zeit danach einschließlich der Folgen von Noras Entscheidung. Dabei entsteht die Spannung nicht nur durch die Gewissensbisse, die Nora und Chad dank des Angebots plagen. Auch was genau Nora und Chad eigentlich tun sollen, um ihren Teil des Angebots zu erfüllen, bleibt lange im Unklaren und ließ mich begierig und neugierig weiterlesen. Aber der eigentliche Albtraum beginnt natürlich erst danach.

Ich fand vor allem die großen Parallelen zu Stephen Kings eigenem Leben interessant. Mit Chad scheint er eine Art Alter Ego erschaffen zu haben, denn auch Stephen King hielt sich und seine Familie während seiner schriftstellerischen Anfänge lange Zeit als Englischlehrer über Wasser. In einer Art Vorwort zur Kurzgeschichte erklärt Stephen King zudem, woher die Idee zu „Moral“ stammt, und gibt dabei interessante Einblicke in seine eigene Studentenzeit.

Kurzgeschichte „Ein bisschen angeschlagen“ von Stephen King

Einem vollkommen anderen Muster folgt die zweite Story aus „Basar der bösen Träume“. In „Ein bisschen angeschlagen“ war mir das Ende der Kurzgeschichte relativ schnell klar. Dennoch ließ mich der Text nicht mehr los, weil er psychologisch packend geschrieben ist und mir die Haare zu Berge stehen ließ.

In typischer King-Manier geht es in „Ein bisschen angeschlagen“ um einen echten Albtraum, der sich langsam in eine zunächst vermeintlich heile Welt einschleicht. So ergeht aus auch Werbefachmann Brad, der morgens aus einem Albtraum neben seiner kranken Frau erwacht. Um sie nicht zu wecken, geht er erst einmal mit dem Hund eine Runde Gassi. Dabei erfährt er vom Pförtner, dass nachmittags der Kammerjäger kommen wird, um dem rätselhaften Gestank, der sich seit ein paar Tagen auf Brads Etage bereitmachte, nachzugehen. Nur langsam stellt Brad die Verbindung zwischen seinem Albtraum, dem üblen Geruch, den er selbst gar nicht wahrnimmt, und der Erkrankung seiner Frau, die seine allmorgendlichen Nachrichten seit einiger Zeit nicht mehr wegräumt, her.

Ich fand „Ein bisschen angeschlagen“ sogar noch eine Spur besser als „Moral“. Zwar schafften es beide Stories mir eine ordentliche Gänsehaut zu verpassen, wie es sich für eine Horrorgeschichte gehört. Bei „Ein bisschen angeschlagen“ spielt jedoch neben dem alltäglichen Wahnsinn und den Abgründen der menschlichen Seele auch die tiefe Liebe Chads zu seiner Frau eine Rolle. So kamen zur Gänsehaut bei „Ein bisschen angeschlagen“ bei mir auch einige Tränchen im Augenwinkel hinzu. Diese Vielschichtigkeit gerade bei einer Kurzgeschichte anzutreffen, begeisterte mich sehr. Nur wenigen gelingt es so scheinbar mühelos, gleichzeitig so widerstreitende Emotionen beim Leser auszulösen wie Stephen King.

Kurzgeschichte „Batman und Robin haben einen Disput“ von Stephen King

Für mich stand daher schon am Freitagabend fest, was ich heute Abend tun werde: „Batman und Robin haben einen Disput“ lesen! Und auch der Abend des 21. Dezember ist bereits fest für „Feuerwerksrausch“ reserviert.
Außerdem habe ich mir den 18. Januar 2016 dick im Kalender angestrichen, um auch die restlichen Stories aus „Basar der bösen Träume“ nicht zu verpassen. Spätestens dann heißt es auch für mich „Montag ist KINGtag“.

Die Titel aller geplanten 52 als eBook only erscheinenden Stories erfahrt ihr hier bei Heyne.de. Alle Kurzgeschichten sowie den Erzählband „Basar der bösen Träume“ findet Ihr natürlich auch bei uns im Shop.

Tipp: Obwohl Heyne kein Abo plant, lassen sich bereits alle bis einschließlich Juni 2016 erscheinenden Erzählungen vorbestellen. So erhaltet Ihr montags regelmäßig eine Mail, wenn ein neuer Titel zum Download bereit steht. Das ist dann fast so komfortabel wie ein Abo.

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