Rezension: “Abschied für immer und nie” von Amy Reed

Cover Abschied für immer und nieAmy Reed, geboren und aufgewachsen in und um Seattle, hat vor ihrem 18. Lebensjahr acht Schulen besucht. Die häufigen Umzüge haben sie rastlos gemacht. Nach dem Abschluss der Film-Hochschule in San Francisco hat sie ihren Master in Creative Writing auf dem New College in California absolviert. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Ashville, North Carolina, wo sie sich endlich zu Hause fühlt. In ihrem Roman Abschied für immer und nie lernen wir Evie kennen. Evie ist 17, blond, Cheerleaderin und gehört zur „richtigen“ Clique auf der Highschool. Ihr Freund Will vergöttert sie. Das Leben könnte wunderbar sein. Doch Evie hat Krebs und dieser verdammte Krebs verändert alles. 

Er stempelt Evie nicht nur als Todeskandidatin ab. Er macht aus ihr auch einen Teenager, der viel zu verständnisvoll und tapfer ist, die Eltern tröstet und die Freunde. Doch dann passiert etwas, mit dem niemand gerechnet hätte, und Evies Welt kippt….

Evie ist in diesem Roman verdammt erwachsen. Sie macht ihren Eltern und ihren Freunden Mut, wenn diese tränenüberströmt an ihrem Bett stehen. Vor allem an dem Tag, an dem Dr. Jacobs die neuen Untersuchungsergebnisse bei sich hat und deutlich macht, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Evie überlebt, irgendwo zwischen vier und sieben Prozent liegt. Mit Chemo und allem Drum und Dran, versteht sich. Doch Evie will nicht mehr, sie lehnt die Chemo ab und rebelliert. Wenn sie sterben soll, dann soll dieser “dämliche Tod” sie sich doch holen. Seit einer gefühlten Ewigkeit liegt Evie schon im Krankenhaus und die Welt draußen kommt ihr abhanden. Dafür hat sie in der Klinik zwei Freunde gefunden: Stella, Punkerin der Herzen und jemand, mit dem Evie sich in der Highschool nie angefreundet hätte, und Caleb, sensibler Teenager und einer, der den anderen immer Mut macht.

Stella ist für Evie die „hübscheste und mutigste Person“, die sie in ihrem Leben je gesehen hat: „Sie zeigte all die Angst und die Wut, die auch ich spürte, aber nicht nach außen kehren konnte.“ Und Stella plant mit Caleb eine Überraschung für Evie – einen Ausflug, natürlich streng verboten. Aber wen kümmert das schon, schließlich lautet Stellas Motto „Lebe wagemutig!“. Dass dieser Ausflug Evies bisheriges Leben auf den Kopf stellt, obwohl er nur zwei Stunden dauert, ist wie ein Wunder. Denn Evie entdeckt ihre Lebenslust und ihre Wut, sie will nicht mehr das nette Cheerleader-Mädchen sein, die Tapfere, sie will sagen, was Sache ist. Und plötzlich geht es Evie auch körperlich viel besser. Der Krebs scheint aufgegeben zu haben, erstmal jedenfalls. Sie kann nach Hause – doch wer nun glaubt, mit diesem Happy End endet das Buch, liegt falsch.

Evie passt mit ihren neuen Erfahrungen nicht mehr in ihr altes Leben, zu ihren alten Freundinnen, die von Nagelstudios und Shoppen schwärmen, und nicht mehr zu ihrem Freund Will, der Evie plötzlich viel zu langweilig vorkommt. Und Evie braucht den Kick ihrer früheren hochdosierten schmerzstillenden Medikamente immer noch, obwohl es ihr körperlich gut geht. Als Evie Marcus kennenlernt, scheint ihr das gut zu tun. Doch kann Marcus, auch bekannt als „Schulkiffer“, Evie wirklich helfen, ihr Leben auch ohne Drogen wieder lebenswert zu finden?

Amy Reed gelingt mit Abschied für immer und nie ein unsagbar intensiver und, trotz des sensiblen Themas, auch unterhaltsamer Roman über eine wunderbare Evie und ihren Schritt zurück in das Leben. Der Roman ist als eBook und Buch in unserem Shop erhältlich!

 

2 Gedanken zu “Rezension: “Abschied für immer und nie” von Amy Reed

  • 24. November 2015 um 06:50
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    Wunderbar fand ich die Person der Evie weniger als unsortiert und von einem “Schritt zurück ins Leben” kann auch nicht wirklich gesprochen werden.

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