Zum 50. Todestag von Hermann Hesse

Hermann Hesse wurde 1877 als Sohn eines deutsch-baltischen Indienmissionars geboren und ist heute der weltweit meist gelesene deutschsprachige Autor des 20. Jahrhunderts. Seine Bücher wurden in über 70 Sprachen übersetzt und auf der ganzen Welt etwa 150 Millionen Mal verkauft. Seine erfolgreichsten Romane veröffentliche er nach dem Ersten Weltkrieg, dazu gehörten “Demian“, “Siddhartha“, “Der Steppenwolf“, “Narziß und Goldmund“, “Die Morgenlandfahrt” und sein Werk “Das Glasperlenspiel“, das 1946 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

1912 verließ der Schriftsteller Deutschland und zog nach Bern, von wo aus er die deutsche Politik kritisch verfolgte. Während des Ersten Weltkrieges gründete Hesse die Berner Kriegsgefangenfürsorge-Zentrale, die von 1933 bis 1945 Anlaufstelle für unzählige Emigranten war.

Hermann HesseHermann Hesse begeisterte mit seinen Romanen und Gedichten viele Menschen. Zu den zahllosen Suchenden, die sich, inspiriert durch Hesses Erzählung, in die heilige Stadt Rishikesh aufmachten, gehörten die Beatles, die Beach Boys und Donovan. Rishikesh ist Ausgangspunkt für Pilger zu den heiligen Orten Badrinath, Kedarnath, Yamunotri, Gangotri und Gaumukh, der Quelle des Ganges im Garhwal-Gebirge.

Hermann Hesse starb 1962 in seiner Wahlheimat Montagnola in der Schweiz. Sein Todestag jährt sich am 9. August 2012 zum 50. Mal. Aus diesem Anlass finden Sie die komplette Sammlung seiner Werke sowie die wichtigsten Neuheiten über sein Leben und Schaffen auf Libri.de.

“Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.” – Hermann Hesse

Kinoplakat zu Hesses Film "Siddhartha"Filmtipp: Siddhartha

Anlässlich seines 50. Todestages am 9. August 2012 wird die legendäre Verfilmung von Hermann Hesses Roman “Siddhartha”, produziert von Conrad Rooks, wiederaufgeführt.

Der Film erzählt die Geschichte eines jungen Brahmanen, der sich auf der Suche nach dem Sinn des Lebens befindet. Seine Reise führt ihn über Meditation, leidenschaftlicher Liebe, Wohlstand zu Selbsterkenntnis und innerer Harmonie mit sich selbst.
Der Film, der in Nordindien, unter anderem in der Pilgerstadt Rishikesh sowie auf dem Besitz und im Palast des Maharadscha von Bharatpur gedreht wurde, ist inzwischen selbst ein Klassiker. Er entstand 1972, war in Deutschland jedoch erst 1997 in den Kinos zu sehen.

Alle teilnehmenden Kinos und viele weitere Informationen finden Sie auf Siddhartha-DerFilm.de.

»… Der Film ist zu außergewöhnlich, um ein sofortiger Kassenschlager zu werden, gleichzeitig sollte man ihn aber nicht als etwas für die Allgemeinheit zu Spezielles ansehen … Rooks will ein kritisch denkendes Publikum erreichen, das die philosophischen Vorstellungen Hesses vor der atemberaubenden Kulisse Indiens in sich aufnimmt …« – New York Post

Siddhartha, den Erfolgsroman von Hermann Hesse, finden Sie als eBook auf Libri.de (auch als Print-Version erhältlich).

 

Ein weiterer großartiger Roman von Hermann Hesse:

Hermann Hesse: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inneJedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Am Beispiel von Hermann Hesses eigener Lebensgeschichte versammelt dieses Lesebuch autobiographische Texte, welche die »Stufen der Menschwerdung« von den frühesten bis zu den letzten Lebensjahren auf eine Weise schildern und reflektieren, daß man sich darin wiederzuerkennen vermag.

Auch als Print-Ausgabe erhältlich.

Der 100. Todestag von Karl May

Karl May als Old ShatterhandHeute jährt sich der Todestag von Winnetou-Schöpfer Karl May zum 100. Mal. Generationen von jungen und nicht mehr ganz jungen Lesern fieberten bereits mit, wenn Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar ihre Abenteuer bestritten. Die Wildwestromane und Orientgeschichten des 1842 im Erzgebirge geborenen Autors haben längst Kultstatus erreicht. Mit einer Gesamtauflage von weltweit 200 Millionen Bänden zählt Karl May zu den am häufigsten übersetzten deutschen Schriftstellern.

Nach seiner Schulzeit verdingte sich der aus einer mittellosen Weberfamilie stammende Carl Freidrich May zunächst eine Zeitlang als Lehrer. Seine Laufbahn war jedoch schnell beendet, als er wegen Diebstahls einer Taschenuhr zu einer Haftstrafe von sechs Wochen verurteilt wurde. In der Folge bemühte sich May immer wieder, sich eine rechtschaffende bürgerliche Existenz aufzubauen, doch weitere Betrügereien und Diebstähle führten dazu, dass er immer wieder im Zuchthaus landete.

Während der Zeit seiner Inhaftierung las May vielerlei Reiseberichte und nachdem er aus der Haft entlassen wurde, machte er sich selbst daran, seine ersten literarischen Werke zu verfassen. Neben den berühmten Indianergeschichten und den Reiseerzählungen aus dem Orient schrieb er auch mehrere tausend Seiten lange Fortsetzungsromane wie “Das Waldröschen” sowie verschiedenste Titel der Unterhaltungsliteratur.

Karl May, Winnetou 1Stets auf sein Image bedacht, ging Karl May so weit, sich eigene Autogrammkarten drucken zu lassen und in öffentlichen Auftritten für sich zu werben. Leicht größenwahnsinnig prahlte er damit, weit über 20 Sprachen zu sprechen. Seine Selbstinszenierung ging so weit, dass er behauptete, er selbst sei Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand, habe all das, wovon er schrieb, auch wirklich erlebt. Dass er tatsächlich nur ein einziges Mal in Amerika war (1908) und die Prärien und Sandwüsten Nordafrikas, von denen er schrieb, nie gesehen hatte, kam schließlich jedoch heraus und hatte zur Folge, dass ihn einige Zeitgenossen zunehmend mit Geringschätzung bedachten.

Dem Erfolg seiner Romane tut das aber keinen Abbruch. Noch heute sind seine Werke bei Jung und Alt beliebt und inzwischen auch als eBooks erhältlich. Mehr über die Person Karl May erfährt der Leser darüber hinaus zum Beispiel in Christian Mosers Graphic Novel Karl May – Die ganze Wahrheit, in der aus Old Shatterhands Sicht die ganze Wahrheit über das Leben seines Autors berichtet wird.

Wer als Karl May-Fan in den Sommermonaten in Norddeutschland ist, hat zudem in Bad Segeberg Gelegenheit, in die Welt des großen Abenteuererzählers einzutauchen, wenn die alljährlich stattfindenden Karl-May-Spiele ihre Tore öffnen – dieses Jahr zum 60. Mal und zwar vom 23. Juni bis zum 02. September 2012.

Zum 200. Geburtstag von Charles Dickens

Charles Dickens (1812 - 1870)Ich denke an jede Kleinigkeit zwischen mir und ihr und fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(aus Charles Dickens‘ „David Copperfield“)

Heute vor 200 Jahren wäre der als das „Gewissen der Nation“ und der „große Moralist des 19. Jahrhunderts“ in die Literaturgeschichte eingegangene englische Schriftsteller Charles Dickens (1812 – 1870) 200 Jahre alt geworden. Die Kleinigkeiten, die dem Titelhelden seines erklärten Lieblingsromans David Copperfield die Summe des Lebens ausmachen, beschreibt Dickens in seinen 15 veröffentlichten Romanen derartig gekonnt, dass er bis heute zu den einflussreichsten und bedeutendsten englischen Autoren aller Zeiten zählt. John Irving etwa – einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Autoren – nennt den Meister der Erzähltechnik und der mustergültigen Figurenkonstruktionen stets als sein literarisches Vorbild – und nannte seinen Hund aus diesem Grund auch Dickens. Und dass Ober-Geizhals Dagobert Duck im englischsprachigen Original nach der nicht minder geizigen Hauptfigur aus Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte „Scrooge“ heißt, kommt ebenfalls nicht von ungefähr.

Charles Dickens Themen: die sozialen Missstände des viktorianischen Englands in der Folge der Industriellen Revolution; Armut und Ausbeutung, Hunger, Kinderarbeit, soziale und ökonomische Ungerechtigkeit und das ungleiche Rechtssystem. Sozialkritisch prangert er in seinen Werken die gesellschaftliche Realität seiner Zeit an. Und wie sehr er mit seinen Geschichten um eben diese desolaten Lebensbedingungen sowie um tragische, unerwiderte Lieben und skurrile Charaktere die englischsprachige Welt prägte, zeigt sich daran, dass ein nach ihm benanntes Adjektiv längst den Einzug in die englische Sprache genommen hat. Als Dickensian bezeichnet man so Texte, in denen es um schlechte und von Armut geprägte Lebens- und Arbeitsbedingungen geht, die gefühlig und weitschweifig, vielleicht auch ein wenig verschlungen daher kommen und von Schicksalsschlägen durchzogen sind, oder die von grotesk-komischen Figuren in der Tradition einiger von Dickens‘ Helden erzählen.

Charles Dickens, Große ErwartungenZu den bekanntesten Werken des englischen Schriftstellers zählen neben David Copperfield zum Beispiel Oliver Twist, Eine Weihnachtsgeschichte und Große Erwartungen. Letzteres wird nach dem Drehbuch von David Nicholls und mit Jeremy Irvine in der Rolle des Pip und Helena Bonham-Carter als Miss Havisman gerade neu verfilmt, nachdem Alfonso Cuarón den Stoff 1997 mit Ethan Hawke in der Hauptrolle und Gwyneth Paltrow als schöne Estella filmisch aufgearbeitet hatte.

Obwohl Dickens testamentarisch festhielt, er wolle entweder in Rochester oder auf einem auf einem kleinen Friedhof in der Grafschaft Kent begraben werden, fand die Beisetzung des berühmten Autors letztlich in Westmister Abbey statt. Heute, zum 200. Geburtstag von Charles Dickens, legte Prinz Charles einen Kranz an seinem Grab nieder und gedachte mit vielen anderen des großen Romanciers.